{"id":2770,"date":"2017-01-12T11:05:36","date_gmt":"2017-01-12T09:05:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mapeadventures.ch\/?p=2770"},"modified":"2017-01-21T20:51:00","modified_gmt":"2017-01-21T18:51:00","slug":"schwarzwald-und-kaiserstuhl-per-velo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mapeadventures.ch\/?p=2770","title":{"rendered":"Schwarzwald und Kaiserstuhl per Velo"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify;\"><strong>27.08.-01.09.2016<\/strong><br \/>\nIch mache mich allein auf den Weg, da Margrit mit Judith nach New York fliegt.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">ngg_shortcode_0_placeholder<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><strong>Samstag, 27.08.: Sempach Station \u2013 Wut\u00f6schingen (90 km)<\/strong><br \/>\nTagwache ist um 02:30 Uhr. Ich darf die beiden Damen zum Airport Z\u00fcrich bringen. Theoretisch m\u00fcssten sie um 04:45 Uhr dort sein, mindestens wird das von den Fluggesellschaften, die in die USA fliegen, so vorgeschrieben. Kurz nach drei sind wir bei Judith. Die vorgeschriebene Eintreffenszeit schaffen wir nicht ganz, aber die beiden werden dennoch abgefertigt.<br \/>\nAuf dem R\u00fcckweg besorge ich mir beim Tankstellenkiosk der Rastst\u00e4tte Neuenkirch ein kleines Z\u00f6pfli. Zuhause angekommen, geniesse ich das Zmorge aus Milch, Z\u00f6pfli und Frischk\u00e4se mit der neuen Zeitung. Der Abfall ist noch zu entsorgen, das Zmorgegeschirr muss abgewaschen werden, und verschiedene andere Aufgaben sind noch zu bew\u00e4ltigen, bevor ich dann die Velokleider anziehe. Kurz vor halb acht erfolgt der Start.<br \/>\nDem linken Ufer des Sempachersees entlang erreiche ich z\u00fcgig Sursee. Ich folge dem Sure-Radweg bis nach Suhr. Hier tanke ich das erste Mal: ein Fl\u00e4schchen aromatisiertes Wasser vom Migros. Nun&nbsp; erwische ich einen falschen Weg und komme nach Lenzburg. Aber der Fehler ist schnell korrigiert, bald ist der Aare-Radweg erreicht.<br \/>\nAm Klingnauer Becken kommt mir eine Gruppe Ornithologen entgegen. Aber ich kenne niemanden. Ein Nachz\u00fcgler begr\u00fcsst mich dann mit Namen. Es ist Ren\u00e9, der mit den Mitgliedern eines FOK (Feldornithologie-Kurs) heute eine Exkursion hierher leitete. Wir reden etwas miteinander, bis seine Gruppe pl\u00f6tzlich ausser Sichtweite ist. Ich beobachte auch noch einige Zeit mit dem Feldstecher und sehe u.a. viele Rostg\u00e4nse, grosse Brachv\u00f6gel, Schnatterenten, Kormorane, Reiherenten&#8230;<br \/>\nBei Koblenz fahre ich \u00fcber die Grenze, schaue mir beim Vorbeifahren Tiengen etwas genauer an, bestelle in einem Eiscaf\u00e9 ein Eiskaffee und einen halben Liter Eiswasser, besorge mir in einer Buchhandlung noch den bikeline-F\u00fchrer zum S\u00fcdschwarzwald-Radweg und beschliesse, in Lauchringen zu \u00fcbernachten, da dort ein Freibad ist. Aber am ersten Ort ist zu wegen Ferien, den zweiten und dritten Ort verpasse ich. So habe ich Lauchringen hinter mir, und zur\u00fcck fahre ich nicht gerne. Im n\u00e4chsten Dorf, in Horheim ist das Hotel erst ab 17 Uhr offen. Ich beschliesse zu warten, setze mich in den Schatten und schreibe an diesem Bericht. Endlich f\u00e4hrt ein Paar mit Auto zu, aber es sind nicht die Wirte. Ich warte geduldig weiter, bis ein n\u00e4chstes Autu zuf\u00e4hrt mit dem Wirtepaar. Aber ich erhalte die Auskunft, dass kein Einzelzimmer mehr frei sei. Also fahre ich weiter nach Wut\u00f6schingen, wo gem\u00e4ss F\u00fchrer ein Hotel mit chinesischem Namen steht.<br \/>\nDas Hotel zu finden ist keine Kunst. Das Outfit macht den Sachverhalt klar. So finde ich eine saubere und gediegene Unterkunft in Wut\u00f6schingen. Nach der Dusche gehe ich zum Nachtessen in die Gaststube, und da wird ein Buffet mit lauter chinesischen Speisen zu einem g\u00fcnstigen Preis angeboten, wirklich fantastisch.<br \/>\nNach einem kurzen Abendspaziergang im Dorf gehe ich bald schlafen.<\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><strong>Sonntag, 28.08.: Wut\u00f6schingen \u2013 Bonndorf (31 km, mit vielen Steigungen)<\/strong><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">ngg_shortcode_1_placeholder<br \/>\nDer Tag beginnt nach gutem Schlaf schlecht. Um halb acht ist das Morgenessen nicht bereit, der chinesische Koch will acht Uhr verstanden haben. Als ich zum Velo komme, hat es vorne einen Platten. Der Schlauchwechsel geht z\u00fcgig vonstatten, aber das Pumpen mit der kleinen Notpumpe macht M\u00fche. Zuletzt geht es doch, der Luftdruck ist einfach zu niedrig. Beim \u00dcberfahren von Kanten und Steinen schl\u00e4gt die Felge auf. Nahe der Ausfahrt aus dem Dorf ist ein Schlauchautomat, wo man verschiedene Veloschl\u00e4uche f\u00fcr acht Euro herauslassen kann. Ich besorge mir in einer nahen B\u00e4ckerei, die offen hat, das n\u00f6tige M\u00fcnz. Man weiss ja nie! Vielleicht ereignet sich erneut eine Panne. Frohen Mutes werfe ich die M\u00fcnzen ein und dr\u00fccke den richtigen Knopf, aber nichts geschieht. Und der Knopf, um die Geldst\u00fccke wieder herauszuholen, funktioniert auch nicht: Acht Euro zum Teufel! Ich bringe noch einen Kleber am Automaten an, dass er leer sei, packe die einzige Visitenkarte ein, die sich an der Ladent\u00fcr befindet und steige mit dem Vorsatz aufs Velo, dem Automatenbesitzer ein E-Mail zu schreiben. Schl\u00e4uche wollte er wohl verkaufen, aber der Kasten ist leer und eine Pumpe hat er auch nicht vor seinem Laden draussen. Als es dann zu streng wird mit Trampen, starte ich einen zweiten, erfolgreicheren Pumpversuch, und der klappt besser. Jedenfalls kann ich jetzt problemlos auf Naturstrassen fahre.<br \/>\nDie Fahrt ab Grimmelshofen hinauf nach Bonndorf zehrt an meinen Kr\u00e4ften. Mehrere Pausen, gelegentliches Schieben des Rades und viel, viel Wasser von Brunnen unterwegs verhelfen mir zum Erfolg.<br \/>\nBeim ersten Halt vor einer Herberge ist niemand da. Die zweite Nachfrage nach einem Zimmer ist daf\u00fcr doppelt erfolgreich. Vor dem Gasthaus zum Kranz steht ein Car aus Berom\u00fcnster. Im Restaurant sitzen viele Leute und bekommen gerade das Dessert serviert. Ich schaue mir die Leute nicht so genau an, als pl\u00f6tzlich eine M\u00e4nnerstimme hinter mir ert\u00f6nt: \u201ePeter, was machst denn du hier?\u201c Der Fragende ist Hugo von Sempach. Ich frage zur\u00fcck, was er hier treibe, und es stellt sich heraus, dass es der M\u00e4nnerchor Sempach ist, der heute mit Partnerinnen seinen Jahresausflug unternimmt und hier im Kranz zu Mittag isst. Nun kenne ich nat\u00fcrlich mehrere Leute, und das hat ein grosses Hallo zur Folge. Damit erfolgt bereits die zweite Begegnung mit Bekannten auf meiner Tour. Gibt es noch weitere Begegnungen?<br \/>\nNach verschiedenen Gespr\u00e4chen, einem gemeinsamen Lied (Bajazzo), einem Bier zum Anstossen und Verabschiedung von allen ist jetzt Duschen angesagt. Den Rest des Nachmittags verbringe ich in der wundersch\u00f6n angelegten Badi von Bonndorf. Das Nachtessen, ein Wildvoressen mit Sp\u00e4tzle, Preiselbeerkompott und Salat gibt mir wieder Energie f\u00fcr den morgigen Tag.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><strong>Montag, 29.08.: Bonndorf \u2013 Kirchzarten (68 km, mit vielen Steigungen und einer langen und rasanten Abfahrt)<\/strong><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">ngg_shortcode_2_placeholder<br \/>\nNach einem reichhaltigen Zmorge fahre ich diesmal problemlos weg. Zuerst verpasse ich zwar den Einstieg auf den richtigen Weg. Aber eine freundliche Dame, die mit ihrem Hund unterwegs ist, beschreibt mir die Route zum Einstieg sehr genau. Schnell finde ich den richtigen Radweg, und nun geht die Post ab. Ich komme z\u00fcgig voran. Im Wald hoppelt mir ein Hase \u00fcber den Weg und etwas sp\u00e4ter noch ein Eichh\u00f6rnchen. Ich gelange auf den B\u00e4hnle-Radweg, der teilweise auf einem alten Bahntrassee und teilweise daneben verl\u00e4uft. Alte Bahnh\u00f6fe zeugen von der historischen Bahnverbindung. Sie sind heute in Privatbesitz, und ihre Eigent\u00fcmer haben sie ihren Vorstellungen entsprechend ausgestattet.<br \/>\nSo gelange ich nach einigen Fotohalten nach Titisee. Gerade bei der Einfahrt ist ein Veloverleih mit angeschlossener Werkst\u00e4tte. Jetzt kann ich mein Rad auf Vordermann bringen lassen. Ich kaufe mir einen neuen Schlauch, lasse die Kette \u00f6len und die Reifen richtig pumpen.<br \/>\nAm Quai mache ich einen Halt, um den See und die Promenade zu fotografieren. Die halbe Weltbev\u00f6lkerung ist hier versammelt und geniesst den Urlaub. Souvenir- und andere L\u00e4den sowie eine Unmenge von Restaurants und Imbissbuden s\u00e4umen den Quai. Hier muss ich nicht bleiben. Und da immer noch die Sonne fehlt, ist auch ein Bad im See zu wenig attraktiv. So fahre ich weiter nach Hinterzarten. Hier ist nicht klar, ob das Wetter h\u00e4lt. Auf einmal beginnt\u2019s zu nieseln. Zum Gl\u00fcck komm ich irgendwie mit dem Reservationssystem der Hotels und Pensionen nicht zurecht, und direkte Versuche auf dem Velo sind ebenfalls nicht erfolgreich. Zudem h\u00f6rt es auf zu nieseln. Ich beschliesse weiterzufahren.<br \/>\nDas n\u00e4chste Ziel ist Kirchzarten, 22 km weiter, mit happigen Steigungen. Ich steige mehrmals vom Velo und schiebe. Im Gasthaus Engel, schon recht weit oben, bestelle ich mir eine Flasche kalten Wassers und einen Eiskaffee. Darauf geht\u2019s weiter: fahren, schieben, fahren&#8230; Und pl\u00f6tzlich ist die Sicht frei auf den Feldberg. Mein H\u00f6henmesser zeigt 1286 m an. Ab hier wird nur noch gefahren, vorerst noch etwas m\u00fchsam, aber dann immer rasanter. Und die Talfahrt ist wirklich rasant. Hie und da denke ich: Wie verhalte ich mich, wenn die Bremskabel reissen? Was geschieht, wenn etwas bricht am Velo? &#8230;.<br \/>\nAber alles geht gut. Ich erreiche Oberried und w\u00e4hle hier eine vom Routenplaner abweichende Variante, um nach Kirchzarten zu gelangen.<br \/>\nDie Suche nach einer Unterkunft ist nicht ganz einfach. Der L\u00f6wen hat heute geschlossen, ebenso Die Alte Post. Das Black Forest Hostel ist nur nach einigem Hin und Her zu finden, aber schon komplett. Der Besitzer telefoniert aber liebensw\u00fcrdigerweise einer Frau Z\u00e4hringer in der Katharina-Elisabeth-Strasse, und die hat noch freie Zimmer. So fahre ich hin und werde schon erwartet. Ich kann das Zimmer gleich beziehen, im Keller unten duschen und im Garten bei einem Bier diesen Bericht schreiben. Frau Z\u00e4hringer bem\u00fcht sich sehr darum, dass es mir wohl ist.<br \/>\nZum Nachtessen gehe ich in die Fussg\u00e4ngerzone. Im Spritzenhaus finde ich einen Tisch mit einem Spiegel lesenden Herrn. Er l\u00e4sst sich nicht zu einem Gespr\u00e4ch verleiten. Als er sich verabschiedet, meint er noch: \u201eJetzt haben Sie den Tisch f\u00fcr sich.\u201c Schon bald fragt aber ein \u00e4lteres Ehepaar, ob es sich zu mir setzen d\u00fcrfe. In k\u00fcrzester Zeit sind wir in ein anregendes Gespr\u00e4ch verwickelt, die Zeit vergeht wie im Fluge. Die beiden Leben in Greifswald, verbringen ihren Urlaub hier in ihrem Wohnmobil auf dem Campingplatz und sind in Kirchzarten, weil ihre Tochter hier lebt. Als dann ihr Essen serviert wird, mache ich mich auf den \u201eHeimweg\u201c.<br \/>\nDer heutige Tag war anstrengend, ein bisschen Ruhe tut gut. Dummerweise habe ich nach dem Essen einen Espresso getrunken. Ich finde den Schlaf lange nicht.<\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><strong>Dienstag, 30.08.: Kirchzarten \u2013 Bad Krozingen \u00fcber den Kaiserstuhl (68 km)<\/strong><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">ngg_shortcode_3_placeholder<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Am Morgen bin ich schon fr\u00fch munter. Da Frau Z\u00e4hringer ebenfalls schon auf ist, gibt es schon um sieben Fr\u00fchst\u00fcck. So bin ich kurz nach halb acht abfahrbereit. Ich verabschiede mich von meiner sehr aufmerksamen und besorgten Gastgeberin und fahre recht rassig Richtung Freiburg. Am Stadtrand wird es etwas schwieriger, den richtigen Weg einzuschlagen. Jedenfalls lande ich, nachdem ich mit den Tramschienen nicht optimal zurecht kam, auf dem Domplatz. Die Sonne beginnt hier gerade Ihr ersten Strahlen auf den Platz und die umliegenden Geb\u00e4ude zu werfen, die Bauern und ihre Helferinnen legen ihre Produkte auf den Markst\u00e4nden zurecht, und erst ganz wenige K\u00e4ufer sind unterwegs. Ich suche das Tourismus-B\u00fcro und finde es problemlos beim Franziskanerplatz. Dort kaufe ich mir eine Karte mir den Velorouten im und um den Kaiserstuhl. Nun suche ich eine mir zusagende Stecke, die von Bahlingen nach Vogtsburg f\u00fchrt. Allerdings nun den Einstieg zu finden, macht mir sehr grosse M\u00fche. Entsch\u00e4digt f\u00fcr die lange Suche nach dem Weg werde ich dadurch, dass genau zu der Zeit, als ich auf einer Br\u00fccke \u00fcber einen Bew\u00e4sserungskanal stehe, ein Eisvogel darunter durchpfeilt. Das blau leuchtende Gefieder und der schnelle geradlinige Flug sind unverkennbar<br \/>\nBaustellen und Umleitungen erschweren den Einstieg. Endlich erreiche ich dieses Bahlingen doch noch. Mir steht schon bald ein gepfefferter Aufstieg bevor. Gerade so lang und so steil habe ich mir das nicht vorgestellt. Ziemlich weit unten treffe ich ein \u00e4lteres Paar aus Bremerhaven mit E-Bikes. Wir reden ein paar Worte miteinander und tauschen uns \u00fcber bevorstehende und gemachte Touren aus.<br \/>\nDie Weiterfahrt bzw. das Weiterschieben stellt sich nun als recht happig heraus. Der Anstieg ist sehr steil und endlos. Nirgends ist ein Ende zu erkennen, da die Strasse durch den Wald verl\u00e4uft, was allerdings bez\u00fcglich Schatten spenden vorteilhaft ist. Ziemlich am Ende meiner Kr\u00e4fte erreiche ich die Schellinger H\u00f6he, wo ich in einen s\u00fcssen Apfel beisse und mir noch zwei Zwetschgen und eine Aprikose vom mitgenommenen Vorrat zusammen mit viel Wasser zuf\u00fchre. Nun bin ich f\u00fcr die Abfahrt hinunter nach Vogtsburg bereit. Allerdings unterbreche ich sie einige Male, um Fotos zu knipsen, denn die Aussichten und die Landschaft sind wirklich einmalig.<br \/>\nIn Breisach angekommen, belohne ich mich mit einem Schwarzwaldbecher und einem halben Liter Wasser in einem Strassencaf\u00e9: herrlich! Zudem studiere ich nun die Karte: Wohin soll es gehen? In der N\u00e4he von Hartheim lockt ein Badesee. Und vielleicht findet sich da auch eine Unterkunft.<br \/>\nDie Abk\u00fchlung im See tut sehr gut. Ich nehme ein ausgiebiges Bad, lasse mich anschliessend von der Sonne trocknen und steige wieder in meine ebenfalls getrockneten Velokleider. In Hartheim finde ich keine Hinweise auf eine bestehende Unterkunft. So fahre ich durch bis Bad Krozingen und frage im Tourismus-B\u00fcro nach einer Unterkunft. Die Dame am Desk bem\u00fcht sich sehr um mich, telefoniert herum und kann mir in kurzer Zeit ein Zimmer nach meinem Gusto vermitteln. Sie erkl\u00e4rt mir etwas sp\u00e4ter umst\u00e4ndlich den Weg zum gew\u00e4hlten Hotel, ich verwechsle wieder mal rechts und links, erkenne aber die Verwechslung in vertretbarer Zeit und finde das Hotel doch noch, nicht ganz gem\u00e4ss dem geschilderten Weg.<br \/>\nDuschen, Frisch machen, am Bericht schreiben, und schon ist Nachtessenszeit. Im gek\u00fchlten Gartenrestaurant des L\u00f6wen werde ich f\u00fcndig und verspeise einen gemischten Salat, alles frisch zubereitet, und den Grossteil einer Portion K\u00e4sesp\u00e4tzle mit R\u00f6stzwiebeln. Dazu geh\u00f6rt ein grosses Pils. Und darauf geh ich schon bald schlafen. Den finde ich leicht.<\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><strong>Mittwoch, 31.08.: Bad Krozingen \u2013 Bad S\u00e4ckingen \u00fcber den Dinkelberg (88 km)<\/strong><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">ngg_shortcode_4_placeholder<br \/>\nSchon ab sieben gibt es Fr\u00fchst\u00fcck. Das Buffet ist sehr reichhaltig.<br \/>\nVor acht kann ich mich aufs Rad schwingen, wobei so schwungvoll geht es auch nicht mehr. Aber schnell bin ich auf der richtigen Route und komme z\u00fcgig voran. Hie und da mache ich auch ein Foto oder betrachte eine der zahlreich am Wegrand stehenden Tafeln zu Natur- und Gew\u00e4sserschutz oder zu Schutzmassnahmen gegen Hochwassergefahren. Nach der Wahl einer Wegvariante, die von der Normalroute \u00fcber Basel abweicht, ist die Markierung des Wegs teilweise schlechter. Jedenfalls mache hie und da eine Zusatzschlaufe. Unterwegs lasse ich mich durch die viel weniger stark durch den Menschen beanspruchten Areale beeindrucken, \u00e4rgere mich aber oft auch \u00fcber den Kehricht, der \u00fcberall herumliegt oder \u00fcber Neophyten, die riesige Fl\u00e4chen vereinnahmt haben.<br \/>\nUnterwegs pausiere ich hie und da, speziell nach gr\u00f6beren Steigungen, und labe mich mit einem Schluck Wasser und\/oder mit einem Apfel oder mit Studentenfutter.<br \/>\nEinige Kilometer vor meinem unterwegs gesetzten Ziel, Bad S\u00e4ckingen, geht mir allm\u00e4hlich die Durchhaltekraft aus. Da sehe ich unten am Rhein jemand baden. Vielleicht w\u00fcrde mir das auch helfen, mich etwas zu erholen und mir wieder neue Energie zu geben. Ich fahre die recht steile Rampe zum Rhein hinunter, erkundige mich beim Radfahrerpaar, das sich hier aufh\u00e4lt \u00fcber die Badem\u00f6glichkeit und stehe schon bald in der Badehose da. Ich beschliesse, mich etwas weiter rheinaufw\u00e4rts ins Wasser zu begeben, um mich vom fliessenden Wasser dann wieder an meinen Standort treiben zu lassen.&nbsp; An der Stelle, wo ich ins Wasser steigen m\u00f6chte, spielen ein paar junge Leute Fussball. Wie mich dem Platz n\u00e4here, rollt ihr Ball auf mich zu. Ich spiele mit dem rechten Fuss den Ball zur\u00fcck. Dabei f\u00e4hrt mir aber ein schneidender Schmerz in den grossen Zeh, und ich konstatiere, dass Blut aus einer recht grossen Wunde am Zeh fliesst. Da lag ein St\u00fcck Eisenzaun gut versteckt im Gras, und ein Draht davon hat sich beim Schlag auf den Ball in meinen Zeh gebohrt und eine massive Wunde verursacht. Ich begebe mich sofort ins k\u00fchle Wasser, was zur Folge hat, dass die Blutung abstellt. Gen\u00fcsslich lasse ich mich die paar Meter hinuntertreiben und steige wieder an Land. Da setzt die Blutung erneut ein. So wiederhole ich das Prozedere und klage dem Manne, der sich als Wolfgang vorstellt, mein Leid. Er erkl\u00e4rt sich sofort bereit, meine Wunde zu verarzten, da er mal einen Hilfspflegerinnenkurs gemacht habe und sich mit solchen Situationen auskenne. Also hole ich aus meiner Apotheke verschiedene Wundpflaster und lasse den freundlichen Helfer gew\u00e4hren. Seine Frau hat sich kurz vorher ebenfalls ins Wasser begeben und l\u00e4sst sich weiter nach unten treiben. Wolfgang fordert mich auf, mich auf den Boden zu legen, den rechten Fuss in die H\u00f6he zu strecken und \u00fcbernimmt die Wundversorgung. Mit Haushaltpapier tupft er das Blut weg, kontrolliert, ob noch Fremdk\u00f6rper in der Wunde sind und trocknet die Umgebung. Dann deckt er mit einem Pflaster die Wunde ab und schaut, dass die Klebfl\u00e4chen gut halten. Zwar versp\u00fcre ich immer noch etwas Schmerzen, aber die Blutung ist gestillt. Nachdem ich mich angezogen und wieder fahrbereit gemacht habe, verabschiede ich mich von Wolfgang mit dem besten Dank f\u00fcr die vorz\u00fcgliche Betreuung. Er gibt mir gleich auch noch die Adresse des Hotels mit, das er und seine Frau letzte Nacht nutzten. So fahre ich direkt zur zentral gelegenen Unterkunft und bekomme dort problemlos ein Zimmer.<br \/>\nNach dem Duschen und Umkleiden gehe ich zuerst in eine Apotheke um mir ein Desinfektionsmittel und geeignete Pflaster zu kaufen, denn bei der Hinfahrt hat die Wunde wieder zu bluten begonnen. Auf einem stillen B\u00e4nklein versorge ich sie und begebe mich anschliessend zum gem\u00fctlichen Teil ins St\u00e4dtchen. Bad S\u00e4ckingen ist eine wundersch\u00f6ne Kleinstadt mit einem Schloss, einem Park, einer pr\u00e4chtigen Kirche und mit vielen restaurierten und mit Blumen verzierten alten H\u00e4usern. In einer Pizzeria geniesse ich eine Pizza, unterhalte mich mit einem Schweizer Ehepaar, das davon geh\u00f6rt hat, dass hier die Pizzas sehr gut und preiswert sind und geniesse den \u00abFeierabend\u00bb.<br \/>\nDie Nacht ist m\u00fchsam. Der grosse, rechte Zeh schmerzt stark, und ich habe immer Angst, dass er pl\u00f6tzlich wieder zu bluten beginnt. Unausgeschlafen stehe ich am anderen Morgen auf.<\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><strong>Donnerstag, 01.09.: Bad S\u00e4ckingen \u2013 Koblenz (32 km)<\/strong><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">ngg_shortcode_5_placeholder<br \/>\nNach dem Morgenessen leiste ich mir, mich in Bad S\u00e4ckingen etwas umzuschauen. Ich sehe mir noch die wichtigsten Bauwerke an.<br \/>\nDann mache ich mich auf den Weg. Da meine grosse rechte Zehe sich immer wieder unangenehm bemerkbar macht, beschliesse ich schon bald, bereits in Koblenz den Zug Richtung nach Hause zu besteigen. In Waldshut mache ich einen l\u00e4ngeren Zwischenhalt und besorge mir ein paar Mitbringsel f\u00fcr Margrit aus einem Reformhaus mit Bio-Produkten.<br \/>\nDann nehme ich den letzten H\u00fcgel unter die R\u00e4der. Der Veloweg f\u00fchrt n\u00e4mlich nicht einfach der Hauptstrasse entlang. \u00dcber die Rheinbr\u00fccke nach Koblenz erreiche ich wieder die Schweiz und mache mich auf den Weg zum Bahnhof. Mir bleibt gen\u00fcgend Zeit, ein Billett f\u00fcr mein Fahrrad zu l\u00f6sen. \u00dcber Baden und Olten erreiche ich Sempach Station &#8211; zu Hause.<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>27.08.-01.09.2016 Ich mache mich allein auf den Weg, da Margrit mit Judith nach New York fliegt. &#8220; order_by=&#8220;sortorder&#8220; order_direction=&#8220;ASC&#8220; returns=&#8220;included&#8220; maximum_entity_count=&#8220;500&#8243;] Samstag, 27.08.: Sempach Station \u2013 Wut\u00f6schingen (90 km) Tagwache ist um 02:30 Uhr. Ich darf die beiden Damen zum Airport Z\u00fcrich bringen. 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