{"id":3530,"date":"2018-07-12T08:55:55","date_gmt":"2018-07-12T06:55:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mapeadventures.ch\/?p=3530"},"modified":"2018-08-12T14:32:10","modified_gmt":"2018-08-12T12:32:10","slug":"velotour-an-die-nordsee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mapeadventures.ch\/?p=3530","title":{"rendered":"Velotour an die Nordsee"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Montag, 16.07.2018: <\/strong>Bahnfahrt Schweiz &#8211; Hamburg<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Tag der Abreise ist da. Die Sagoschen sind gepackt, die Wohnung aufger\u00e4umt und die Fahrr\u00e4der stehen bereit. Nach letzten Kontrollen fahren wir zum Bahnhof und besteigen die S-Bahn nach Luzern, um dort gen\u00fcgend Zeit zum Einsteigen in den Zug nach Basel zu haben. Das Veloabteil ist schon sehr gut besetzt, die Zugsbegleiterin will uns zuerst mal abwimmeln. Wir k\u00f6nnen sie aber \u00fcberzeugen, dass da noch zwei freie Pl\u00e4tze vorhanden sind. Zu unserem Gl\u00fcck hatten wir den richtigen Riecher und fuhren nach Luzern, um den Zug nach Basel zu besteigen.<br \/>\nIn Basel treffen wir unseren Sohn Lukas mit der kleinen Daria, unserer Enkelin, zu Kaffee und Gipfeli. Da gibt es doch einiges zu berichten.<br \/>\nDarauf besteigen wir die S-Bahn zum Badischen Bahnhof, wo wir unseren EC nach Hamburg erwarten. Die Wartezeit verk\u00fcrzen wir mit dem mitgenommenen Picknick. P\u00fcnktlich f\u00e4hrt der Zug ein, und wir k\u00f6nnen unsere Velos problemlos an den reservierten Pl\u00e4tzen aufh\u00e4ngen. Stressig ist dann der Gang mit Sagoschen, Rucks\u00e4cken und Velotaschen zu unseren reservierten Pl\u00e4tzen im vordersten Wagen, da der Zug bereits wieder f\u00e4hrt. Aber da k\u00f6nnen wir es uns gem\u00fctlich machen, haben wir doch eine sehr lange Fahrt vor uns. Wir vertreiben uns die Zeit mit der Betrachtung und Kommentierung der vor\u00fcberziehenden Landschaften.<br \/>\nDie Fahrt endet mit einer Versp\u00e4tung von rund zwanzig Minuten im Hamburger Hauptbahnhof. Da hier sehr viele Leute aussteigen und unsere Velos einige Bahnwagen weiter hinten h\u00e4ngen, gestaltet sich das Aussteigen und Zurechtfinden nicht ganz ohne Stress. Aber schliesslich finden wir uns wieder in der Menge, Margrit mit dem Gep\u00e4ck und ich mit den Velos. Einen Lift auf die Ausgangsebene und den Ausgang selbst ersp\u00e4hen wir schnell. Das Hotel, das wir von einem fr\u00fcheren Besuch Hamburgs kennen, erreichen wir in wenigen Minuten. Noch etwas zwischen die Z\u00e4hne, und dann ist schon bald Lichter l\u00f6schen angesagt: Erholung von der Hinreise und Energieaufbau f\u00fcr den morgigen Tag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Dienstag, 17.07.2018: <\/b>Velofahrt Hamburg &#8211; Gl\u00fcckstadt (77 km)<\/p>\nngg_shortcode_1_placeholder\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon vor sieben Uhr finden wir und zum Morgenessen im Restaurant ein. Ein reichhaltiges Buffet erwartet uns. Nach ausgiebiger Mahlzeit machen wir uns auf den Weg. Im stressigen Morgenverkehr fahren wir zu den Landungsbr\u00fccken. Vor uns, hinter uns, links und rechts pfeilen die einheimischen Velofahrer an uns vorbei. Da und dort, wo es eng ist, m\u00fcssen sie sich halt etwas gedulden.<br \/>\nUns steht ein gem\u00fctlicher Einstieg in den ersten Velotag bevor. Mit den Linienschiffen der Hamburger Verkehrsbetriebe erreichen wir nach einmaligem Umsteigen die Station Teufelsbr\u00fcck, wo nun endlich unsere Tour beginnt. Es ist ein derart gutes Gef\u00fchl, wieder einmal f\u00fcr ein paar Tage per Velo in einer anderen Welt unterwegs zu sein. Ziel unserer heutigen Fahrt ist G\u00fcckstadt, so rund 60 km von Hamburg entfernt.<br \/>\nGem\u00fctlich geht\u2019s der Elbem\u00fcndung entlang Richtung Wedel. Da m\u00fcssen wir vom Ufer weg, und zwar \u00fcber eine recht steile Treppe. Die R\u00e4der mit aufgeschnalltem Gep\u00e4ck sind schwer. Aber wir schaffen\u2019s.<br \/>\nNun kommen die unangenehmen \u00dcberraschungen. Das Sperrwerk Pinnau wird erneuert, der Durchgang ist nicht m\u00f6glich, wir werden umgeleitet. Daf\u00fcr kommen wir am Melkhus vorbei, ein Bauernhof, bei dem eine Rastst\u00e4tte f\u00fcr Radler eingerichtet ist. Hier werden verschiedene K\u00f6stlichkeiten aus hauseigener Produktion angeboten. Nat\u00fcrlich lassen wir es uns nicht nehmen, von diesem Angebot zu kosten.<br \/>\nDie Weiterfahrt gestaltet sich dann etwas schwieriger. In Altenfeldsdeich wollen wir den Weg zum Kr\u00fcckau-Sperrwerk nehmen, als uns ein entgegenkommender Radler darauf aufmerksam macht, dass hier wegen Bauarbeiten ebenfalls keine Durchfahrt m\u00f6glich sei und dass er umkehren musste. So bleibt uns nichts anderes \u00fcbrig, als den Umweg \u00fcber Elmshorn zu machen.<br \/>\nSchliesslich erreichen wir unsere Unterkunft, das G\u00e4stehaus kleiner Muck in Gl\u00fcckstadt gegen 18 Uhr todm\u00fcde doch noch. Die warme Dusche und ein kleines Nickerchen lassen unsere Lebensgeister wieder erwachen. Jedenfalls machen wir noch einen Rundgang durch das St\u00e4dtchen, genehmigen uns ein grosses Alsterwasser bzw. ein Weissweinschorle auf einer gem\u00fctlichen Hafenbeizterrasse, bis uns der aufkommende Wind vertreibt, und essen darauf noch eine Kleinigkeit in einem Strandkorb am Hafenbecken. Und nun ist eine st\u00e4rkende Nachtruhe angesagt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Mittwoch, 18.07.2018: <\/b>Velofahrt Gl\u00fcckstadt &#8211; Friedrichskoog (54 km)<\/p>\nngg_shortcode_2_placeholder\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir kriegen in unserer Unterkunft ein reichhaltiges Fr\u00fchst\u00fcck. Gut vorbereitet machen wir uns darauf auf den Weg. Unser Ziel ist Friedrichskoog. Anfangs l\u00e4uft eigentlich alles sehr gut. Aber der Wind wird im Laufe des Tages immer st\u00e4rker, und er bl\u00e4st fast immer aus der falschen Richtung, n\u00e4mlich gegen uns. Das Mittagessen nehmen wir auf einer Bank vor den Schleusen des Nord-Ostseekanals ein. Dabei beobachten wir die in den Kanal ein- und ausfahrenden Schiffe. Wir staunen, dass ein riesiges Container-Frachtschiff in den Kanal einf\u00e4hrt. Der Kanal weist offensichtlich eine betr\u00e4chtliche Kapazit\u00e4t auf.<br \/>\nWir fahren oft am Fuss von Deichen oder sogar ganz oben auf dem Scheitel. Die Deiche werden von Schafen &#8222;gem\u00e4ht&#8220;. Riesige Herden sind damit besch\u00e4ftigt, den Graswuchs im Rahmen zu halten. Offenbar reicht das nachwachsende Gras zurzeit nicht, um die Schafe zu s\u00e4ttigen. An verschiedenen Orten hat man Ihnen grossz\u00fcgig Kohlk\u00f6pfe ausgestreut, damit sie genug zu fressen haben. F\u00fcr uns Radfahrer haben diese Schafe allerdings verschiedene Beeintr\u00e4chtigungen zur Folge. Erstens stehen und liegen sie oft im Weg, wenn wir zu einer Herde kommen.&nbsp;Zweitens verknoten und verpissen sie die Fahrbahn, und wer da durchf\u00e4hrt oder sogar seine F\u00fcsse unvorsichtig aufsetzt, riecht die Schafe noch lange. Zudem sind wir gezwungen alle paar hundert Meter abzusteigen und die Gattert\u00fcren zu \u00f6ffnen. Hinter uns fallen sie dann jeweils mit lautem Knall wieder ins Schloss.<br \/>\nZum Gl\u00fcck fahren wir einige Zeit danach nach harter Gegenwind-Bew\u00e4ltigung unmittelbar an ein wunderbares Restaurant weit draussen im M\u00fcndunsgebiet der Elbe. Da gibt es frisch gemachte Waffeln mit heissen Kirschen, einer Kugel Vanille-Eis und Schlagsahne, einfach k\u00f6stlich.<br \/>\nDie Weiterfahrt gestaltet sich noch schwieriger. Ein immer kr\u00e4ftigerer Gegenwind macht uns zu schaffen. Wir kommen einfach nicht richtig auf Touren, und unser Ziel, Friedrichskoog, will und will nicht n\u00e4her r\u00fccken. F\u00fcnf Kilometer davor telefoniere ich dann mit m\u00f6glichen Unterk\u00fcnften, und da erhalte ich beim dritten Versuch eine Zusage. Unser Logis f\u00fcr die kommende Nacht ist reserviert.<br \/>\nRund eine halbe Stunde sp\u00e4ter werden wir von unserer Gastgeberin, Frau Harders, herzlich begr\u00fcsst und k\u00f6nnen gleich eine ganze Ferienwohnung f\u00fcr eine Nacht beziehen.<br \/>\nNachdem wir uns wieder auf Vordermann gebracht und im nahen Supermarkt ein paar Dinge besorgt haben, gehen wir in einem nahen Fischrestaurant essen. Eine Spezialit\u00e4t des Hauses ist die Krabbenpfanne mit Gem\u00fcse. Sie schmeckt mir ausgezeichnet. Dann ist Bettruhe angesagt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Donnerstag, 19.07.2018: <\/b>Velofahrt Friedrichskoog &#8211; B\u00fcsum (33 km)<\/p>\nngg_shortcode_3_placeholder\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin schon fr\u00fchmorgens wach, schreibe an diesem Bericht und werfe hie und da einen Blick aus dem Fenster. Bodennebel liegt \u00fcber den Feldern, die Tauben gurren und Schwalben sind bereits auf der Insektenjagd.<br \/>\nDas Morgenessen kriegen wir im Garten serviert. Der ist ganz sch\u00f6n eingerichtet mit Treibh\u00e4usern, H\u00fchnerst\u00e4llen, Obstb\u00e4umen und unserem einem Strandkorb \u00e4hnlichen Sitzplatz mit Tischchen. Da speisen wir ausgiebig und st\u00e4rken uns f\u00fcr die bevorstehende Veloetappe, die vorl\u00e4ufig am Hafen von B\u00fcsum enden soll. Wenn dort n\u00e4mlich ein Schiff nach Helgoland fahren sollte, dann m\u00f6chten wir dort zwei N\u00e4chte bleiben.<br \/>\nZuerst aber ist noch ein Besuch beim rewe-Markt angesagt, da dort freier Internetzugang besteht. Schliesslich m\u00f6chte ich eine g\u00fcnstig erstandene Sim-Karte f\u00fcrs Handy aktivieren. Trotz mehreren Versuchen klappt das nicht, da die Verbindung einfach zu wenig stabil und zu schwach ist. Nach rund einer Stunde brechen wir diese \u00dcbung ab und machen uns unverrichteter Dinge auf den Weg.<br \/>\nDie bevorstehende Strecke ist nicht sehr lang. Schon nach kurzer Zeit sind wir am Abschlussdeich, fahren da teilweise auf der landseitigen, dann wieder auf der seeseitigen Route. Mehrmals halten wir inne und beobachten mit dem Feldstecher die zahlreichen V\u00f6gel, u.a. Austernfischer, Brandg\u00e4nse, Bachstelzen, Kiebitze, verschiedene M\u00f6wen.<br \/>\nDas Sperrwerk beim Kaiserin-Auguste-Viktoria-Koog wird erneuert, so dass wir mir unseren schwer bepackten Fahrr\u00e4dern den Deich durch eine Schafherde hindurch erklimmen m\u00fcssen und auf der anderen Seite der Baustelle auf einem Schotterweg den Radweg wieder erreichen. Zum Gl\u00fcck ist alles so trocken. Was w\u00e4re hier bei Regenwetter anzutreffen?<br \/>\nFr\u00fchzeitig treffen wir in B\u00fcsum ein und finden den Hafen sehr gut. Die Radroute f\u00fchrt n\u00e4mlich direkt dorthin. Ich gehe mal zu einem Ticketschalter, um mich wegen den Fahrten nach Helgoland zu erkundigen. Solche finden t\u00e4glich statt. Nun erkl\u00e4re ich der Verk\u00e4uferin, dass ich Fahrkarten nur dann kaufe, wenn ich Gewissheit habe, dass wir auch eine Unterkunft f\u00e4nden. Da erkl\u00e4rt sich ein freundlicher Herr hinter dem Tresen bereit, nach einer Unterkunft nachzufragen. Und prompt kann er mir eine Zusage geben. Er erkl\u00e4rt mir auf einem Ortsplan den Weg. Ich kaufe zwei Fahrkarten, und der Deal ist perfekt. Wir finden das Hotel leicht und werden von einer \u00fcberaus freundlichen Dame empfangen, die uns bittet, hereinzukommen, um uns allerdings mitzuteilen, dass das Zimmer leider bereits per Internetanbieter gleichzeitig vergeben worden sei. Sie h\u00e4tte noch ein Zimmer f\u00fcr diese Nacht, aber f\u00fcr morgen nicht mehr. Sie wolle uns aber helfen, eine Unterkunft zu finden. Wir m\u00f6chten aber nicht an zwei verschiedenen Orten \u00fcbernachten. Nachdem sie mehrere erfolglose Telefonate gef\u00fchrt hat, schickt sie uns zu einer Unterkunftsvermittlung an der Heidestrasse, zu Frau Klamm. Diese Dame hat f\u00fcr uns ein Angebot im Hotel Siegfried, das wir mit etwas gemischten Gef\u00fchlen annehmen. So begeben wir uns zum genannten Hotel und kriegen unser Doppelzimmer mit Dusche und WC auf dem Gang, ein sehr ger\u00e4umiges und sauberes Zimmer mit zwei grossen Fenstern, hell und still, nahe beim Hafen gelegen, fast zum halben Preis vom vorherigen Angebot.<br \/>\nNach der Retablierung begeben wir uns noch an den Badestrand und ins Zentrum, immer auch auf Ausschau nach einem geeigneten Restaurant. Im Gegensatz zu den beiden vorherigen Etappenorten ist hier enorm viel los. Touristen in rauhen Mengen dr\u00e4ngen aneinander vorbei. In B\u00fcsum soll ja der Tourismus an der Nordseek\u00fcste &#8222;erfunden&#8220; worden sein, laut unseren Reisef\u00fchrern. Und gebaut wird hier!<br \/>\nFr\u00fch gehen wir schlafen, denn der Gegenwind und die Wirren mit unserer Unterkunft haben uns erm\u00fcdet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Freitag, 20.07.2018: <\/b>Schifffahrt nach Helgoland<br \/>\nHeute ist velofrei. Um Viertel vor acht sind wir im Fr\u00fchst\u00fccksraum, eine halbe Stunde sp\u00e4ter bei der \u00abLady B\u00fcsum\u00bb. Sie, ein kleines Hochsee-Passagierschiff, soll uns in rund zweieinhalb Stunden auf die einzige deutsche Hochseeinsel bringen. Und das tut sie zuverl\u00e4ssig und in der vorgesehenen Zeit. Mit gleichbleibender Geschwindigkeit und grossem Motorenl\u00e4rm verl\u00e4sst sie den B\u00fcsumer Hafenbereich, durchpfl\u00fcgt die recht hohen Wellen und tr\u00e4gt uns vor Helgoland. Dort erwartet uns eine \u00dcberraschung, m\u00fcssen wir doch, wie das vor Jahren schon Brauch war, auf die sogenannten B\u00f6rdeboote umsteigen. Diese bringen uns auf die Insel.<\/p>\nngg_shortcode_4_placeholder\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf einem Rundgang lernen wir die Insel und deren tierische Bewohner etwas besser kennen, insbesondere die Basst\u00f6lpel.<br \/>\nAuf der Heimfahrt d\u00f6sen wir vor uns hin. Zum Nachtessen gehen wir in ein Restaurant am Hafen, wo es feinen Fisch, n\u00e4mlich Schollenfilet gibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Samstag, 21.07.2018: <\/b>Velofahrt B\u00fcsum &#8211; Garding (62 km)<\/p>\nngg_shortcode_5_placeholder\n<p style=\"text-align: justify;\">Die heutige Velofahrt f\u00fchrt uns nach Garding. Damit hat es eine besondere Bewandtnis, denn an diesen Ort wollten wir eigentlich gar nicht. Und so kam es dennoch dazu:<br \/>\nWir beschliessen am Morgen, die K\u00fcstenroute \u00fcber Westerhever zu fahren. Schon bald telefoniere ich mit einem Unterkunftsanbieter. Da ist aber niemand zuhause. Ich rede auf den Telefonbeantworter. Aber da will einfach kein R\u00fcckruf kommen. Als wir dann an der Wegverzweigung sind, versuche ich\u2019s nochmals. Immer noch der Anrufbeanworter. Also probiere ich\u2019s mit den anderen Anbietern in der Umgebung. Alles besetzt oder unbekannte Nummer oder niemand zuhause. Also \u00e4ndern wir die Route, fahren \u00fcber Garding. Die Anbieter hier sind aber auch schon alle belegt. Nur Frau Gr\u00f6hn in Garding ist bereit, uns im Notfall in einem Bauwagen \u00fcbernachten zu lassen. Nach zwei weiteren vergeblichen Versuchen, melden wir uns bei ihr als Notfall an.<br \/>\nWir nehmen den Weg nach Garding unter die R\u00e4der und werden dort \u00e4usserst freundlich empfangen. Frau Gr\u00f6hn zeigt uns die Unterkunft und die zugeh\u00f6rigen sanit\u00e4ren Anlagen. Wir sagen zu und bereiten uns auf den Besuch eines Restaurants im St\u00e4dtchen vor. Dort gibt es ein reichhaltiges Angebot, dabei auch Nordseescholle auf Finkenwerder Art, was mich begeistert.<br \/>\nNach dem Essen kehren wir in &#8222;unseren&#8220; Bauwagen zur\u00fcck. Frau Gr\u00f6hn, ihr Mann und ihre G\u00e4ste sitzen an einem grossen Tisch zusammen. Wir werden ebenfalls eingeladen, hinzu zu sitzen. Kaum haben wir uns gesetzt, flippt meine Tischnachbarin aus. Sie hat Schweizer Mundart geh\u00f6rt, und das weckt in ihr Heimatgef\u00fchle, wie sie sagt. Sie und ihr Partner lebten 16 Jahre in Fahrwangen und kehrten nach seiner Pensionierung nach Deutschland, in den Raum Frankfurt zur\u00fcck. Daraus ergeben sich interessante Diskussionen f\u00fcr alle Anwesenden, und es wird sp\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Sonntag, 22.07.2018: <\/b>Velofahrt Garding &#8211; S\u00fcderhafen (48 km)<\/p>\nngg_shortcode_6_placeholder\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben in &#8222;unserem&#8220;Bauwagen eine gute Nacht verbracht. Schon fr\u00fch stehen wir auf und machen uns abreisebereit. Wir begeben uns reisefertig mit unseren R\u00e4dern zur nahegelegenen B\u00e4ckerei, wo wir unser Fr\u00fchst\u00fcck im Freien draussen vor dem Laden einnehmen k\u00f6nnen. Die Sonne scheint bereits und die Temperatur ist angenehm.<br \/>\nSchon vor acht Uhr fahren wir Richtung Husum ab. Weit und breit sind wir die einzigen Radfahrer auf dem Weg. Daf\u00fcr k\u00f6nnen wir zwei Hasen beobachten, die aber bei unserem Anblick schleunigst die Flucht ergreifen. Allerdings ist der eine doch noch neugierig, h\u00e4lt an, schaut sich um und verschwindet dann aber schon bald hinter der Deichkrone.<br \/>\nWir kommen sehr gut voran. Der Gegenwind ist moderat. In Husum angekommen, geniessen wir eine Latte Macchiato und ich eine tote Tante (heisse Schokolade mit einem Schuss Rum und Schlagrahm obendrauf). Zudem reservieren wir telefonisch ein Zimmer f\u00fcr heute Abend in S\u00fcderhafen. Und dann geht es gem\u00fctlich weiter, schliesslich ist bereits f\u00fcr die Nacht vorgesorgt.<br \/>\nDa passiert etwas v\u00f6llig Unerwartetes. Wir fahren nebeneinander und machen uns auf dies und jenes aufmerksam. Ich weiss nicht wie, aber pl\u00f6tzlich ist Margrit nicht mehr neben mir, sondern liegt mit Velo und Gep\u00e4ck am Boden. Radfahrer k\u00fcmmern sich um sie, ich frage nach Ihrem Befinden. Zum grossen Gl\u00fcck ist sie mit Ausnahme der beiden H\u00e4nde, womit sie sich am Boden auffing, und eines aufgesch\u00fcrften Knies v\u00f6llig intakt. Wir k\u00f6nnen die Helfer dankend wegschicken. Ich desinfiziere ihr die Wunden und verbinde ihre rechte Daumenwurzel, die schon fr\u00fcher etwa in Mitleidenschaft gezogen wurde. Und dann geht die Fahrt weiter, unterbrochen von einer kurzen Mittagsrast.<br \/>\nSo sind wir etwa um zwei in S\u00fcderhafen und k\u00f6nnen uns im Zimmer wieder auf Vordermann bringen.<br \/>\nIm Beizli vis-\u00e0-vis gibt\u2019s eine Erfrischung. Wir gehen noch dem Hafenbecken entlang und beobachten ein paar Pflanzen, die auf salzigen B\u00f6den gedeihen, sowie ein paar V\u00f6gel, u.a. den Austernfischer, den grossen Brachvogel, und andere Limikolen, die wir zu wenig kennen.<br \/>\nZum Znacht gibt es f\u00fcr mich eine mit Nordseekrabben gef\u00fcllte Scholle und anschliessend noch einen Deich-Spaziergang, w\u00e4hrend sich Margrit von den Strapazen des Sturzes erholt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Montag, 23.07.2018:<\/b> Velofahrt S\u00fcderhafen &#8211; Dageb\u00fcll (46 km)<\/p>\nngg_shortcode_7_placeholder\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sind schon fr\u00fch auf, besprechen den Tagesplan und machen uns f\u00fcr die Abreise bereit. Ab acht Uhr gibt es Fr\u00fchst\u00fcck. Darauf machen wir uns auf den Weg. Wieder k\u00e4mpfen wir gegen den Wind. Hie und da machen wir einen Halt, denn immer wieder gibt es etwas zu sehen. Dann packe ich den Feldstecher aus und beobachte Graug\u00e4nse, Flussuferl\u00e4ufer, Sandregepfeifer, Weisswangeng\u00e4nse, Schnatterenten u.a.<br \/>\nZweimal werden wir&nbsp; <span style=\"display: inline !important; float: none; background-color: transparent; color: #111111; font-family: verdana,arial; font-size: 16px; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; line-height: 24px; orphans: 2; text-align: justify; text-decoration: none; text-indent: 0px; text-transform: none; -webkit-text-stroke-width: 0px; white-space: normal; word-spacing: 0px;\">wegen <span style=\"background-color: transparent; border-image-outset: 0; border-image-repeat: stretch; border-image-slice: 100%; border-image-source: none; border-image-width: 1; color: #111111; display: inline; float: none; font-family: verdana,arial; font-size: 16px; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; line-height: 24px; orphans: 2; text-align: justify; text-decoration: none; text-indent: 0px; text-transform: none; -webkit-text-stroke-width: 0px; white-space: normal; word-spacing: 0px; border: 0px none #111111;\">Erneuerungsarbeiten<\/span><\/span> <span style=\"display: inline !important; float: none; background-color: transparent; color: #111111; font-family: verdana,arial; font-size: 16px; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; line-height: 24px; orphans: 2; text-align: justify; text-decoration: none; text-indent: 0px; text-transform: none; -webkit-text-stroke-width: 0px; white-space: normal; word-spacing: 0px;\">in die Irre ge<\/span>f\u00fchrt&nbsp; . Ein Streckenabschnitt wird mit grossem Plakat als gesperrt angegeben. Wir w\u00e4hlen die alternative Route und stehen nach wenigen Kilometern vor einer aufgerissenen, unpassierbaren Strasse. Haben wir die Ank\u00fcndigung zu wenig genau gelesen? Zum Gl\u00fcck ist da ein Weidetor. Wir k\u00f6nnen auf der Wiese die Deichkrone erreichen und auf der anderen, der &#8222;gesperrten&#8220; Seite weiterfahren. Beim zweiten Mal sehen wir keine Ank\u00fcndigung der Sperrung, stehen aber urpl\u00f6tzlich vor einer Barriere. \u00dcber staubige und holprige Wege finden wir endlich die Hauptstrasse, die nach Dageb\u00fcll hineinf\u00fchrt.<br \/>\nDie n\u00e4chste Herausforderung besteht darin, eine Unterkunft zu finden. Wir haben n\u00e4mlich unterdessen beschlossen, zwei bis drei N\u00e4chte hier zu bleiben und von hier aus Ausfl\u00fcge zu den Inseln Amrum und F\u00f6hr zu machen, denn hier starten die F\u00e4hren zu den beiden Inseln. Im Touristikb\u00fcro bekomme ich die Auskunft, dass nur gerade ein Zimmer f\u00fcr die heutige Nacht frei ist. Nachdem wir selber noch ein paar erfolglose Anrufe bei m\u00f6glichen Anbietern get\u00e4tigt haben, nehmen wir das uns angebotene Zimmer und melden uns bei der Hotelrezeption. Dort macht man uns Hoffnung, dass eventuell doch noch etwas frei werden k\u00f6nnte. Aber wir geben uns noch nicht zufrieden und suchen noch weitere M\u00f6glichkeiten auf den Inseln. Das Ergebnis ist negativ.<br \/>\nSo gehen wir zum Aperitif ins F\u00e4hrenbistro, erkundigen uns \u00fcber die Fahrpl\u00e4ne und die Ticketpreise, schauen uns etwas im Ort um und gehen anschliessend zum Nachtessen ins Hotel. Nach dem Essen erkundigen wir uns nochmals an der Rezeption, und oh Wunder, da wird morgen ein Zimmer frei. Wir buchen es gleich, und nun k\u00f6nnen wir den weiteren Verlauf unserer Tour planen. Morgen steht die Insel Amrum auf dem Programm, und zwar soll sie wandernd erkundet werden. Mal schauen, wie das kommt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Dienstag, 24.07.2018: <\/b>Ausflug auf die Insel Amrum<\/p>\nngg_shortcode_8_placeholder\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist zwanzig vor zehn am Abend. Wir sitzen im Freien vor unserem Hotelzimmer. Am Horizont ist der Himmel rot-orange-gelb gef\u00e4rbt mit ein paar wenigen weissen und gr\u00e4ulichen Wolken dar\u00fcber. Weiter oben ist einfach blau. Der Tag war heiss. Wir nutzten ihn f\u00fcr den geplanten Ausflug nach Amrum, ohne Velo, mit Badehose und Badtuch, mit der Absicht eine gem\u00e4ss Webebrosch\u00fcre rund viereinhalbst\u00fcndige Wanderung zu machen. Und so verlief der Tag:<br \/>\nMorgenessen um halb sieben, packen unserer Sachen f\u00fcr die Wanderung und f\u00fcr den Zimmerwechsel, deponieren unseres Gep\u00e4cks in einem wenig benutzten Speisesaal, Abmarsch mit Rucksack zum F\u00e4hrehafen, Kauf der Fahrkarten, rund zweist\u00fcndige \u00dcberfahrt \u00fcber Wyk auf F\u00f6hr nach Wittd\u00fcn auf Amrum, Fahrt mit dem Inselbus u.a. \u00fcber die Stationen &#8222;K\u00f6hns Untergang&#8220;, &#8222;Zeltplatz, mit Badehose&#8220;, &#8222;Nebel Leuchtturm, ohne Badehose&#8220;, alles gem\u00e4ss offizieller Ansage des Busfahrers nach &#8222;Nebel Strandweg&#8220;.<br \/>\nAuf dem Strandweg, der durch einen Kiefernwald und durch D\u00fcnen mit Heidegew\u00e4chsen f\u00fchrt, erreichen wir einen feinsandigen, weissen Strand von unglaublichen Ausmassen, mehrere Kilometer lang, einige hundert Meter breit, erstreckt er sich im Westen der Insel. Nat\u00fcrlich hat es hier sehr viele Badeg\u00e4ste, aber diese verteilen sich derart, dass man auf weite Strecken wenig Leute sieht. So ziehen wir die Schuhe aus und stapfen der Wasserlinie entlang Richtung S\u00fcden. Auf der H\u00f6he des Leuchtturms wenden wir uns wieder Richtung Osten, um auf die andere Seite der Insel zu gelangen. Dazu m\u00fcssen wir die k\u00fcstenn\u00e4chste D\u00fcne besteigen. Oben angelangt, pr\u00e4sentiert sich der Leuchtturm im besten Licht, ideale Verh\u00e4ltnisse, um ein Foto zu machen. Da steht pl\u00f6tzlich ein splitternackter Mann hinter uns und meint: &#8222;So gute Verh\u00e4lnisse herrschen selten, um den Leuchtturm zu fotografieren.&#8220; Da bleibt uns nichts anderes \u00fcbrig, als ihm zuzustimmen. Wir sind aufs \u00e4lteste FKK-Gel\u00e4nde der zivilisierten Welt geraten. Er erkl\u00e4rt uns sehr gelassen, wie wir auf rechtm\u00e4ssigem Weg auf die Strasse und an die Bushaltestelle gelangen. Und den richtigen Weg finden wir dann problemlos.<br \/>\nMit dem Bus gelangen wir zur\u00fcck nach Wittd\u00fcn. Margrit geht &#8222;l\u00e4dele&#8220;, ich gehe an den Strand, um mich noch etwas abzuk\u00fchlen. Aber da habe ich mich gr\u00fcndlich verrechnet. Anstelle von Wasser ist hier ein feuchtglitschiger Meeresboden. Und so unternehme ich barfuss noch eine kleine Wattwanderung, die meine F\u00fcsse schwarz werden l\u00e4sst. Unter einem Wasserhahn bei einer \u00f6ffentlichen Dusche am Strand bringe ich sie wieder einigermassen sauber. Als Margrit an den Strand kommt, habe ich wieder trockene F\u00fcsse. Zusammen beobachten wir das Treiben am Strand bis zum Zeitpunkt, wo wir dann aufs Schiff m\u00fcssen, um nach Dageb\u00fcll zur\u00fcckzufahren.<br \/>\nJetzt geht\u2019s ab in die Klappe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Mittwoch, 25.07.2018: <\/b>Rundfahrt auf der Insel F\u00f6hr (44 km)<\/p>\nngg_shortcode_9_placeholder\n<p style=\"text-align: justify;\">Etwa um Viertel vor sechs sind wir auf. Um halb sieben gibt es Fr\u00fchst\u00fcck. Wir packen anschliessend all die Dinge ein, die f\u00fcr eine Inselexpedition per Fahrrad n\u00f6tig sind.<br \/>\nMir unserem Velogep\u00e4ck (light Version) holen wir die R\u00e4der aus dem Hotelkeller und sind fr\u00fchzeitig an der F\u00e4hren-Anlegestelle. Um zwanzig nach acht legt die F\u00e4hre nach F\u00f6hr rechtzeitig ab. In Wyk suchen wir zuerst den lizenzierten Lebara-H\u00e4ndler, um endlich meine extra f\u00fcr diese Reise gekaufte SIM-Karte zu aktivieren. Aber vergebens, der existiert offenbar nur auf der Website von Lebara. Also kaufen wir auf dem Markt von einheimischen Produzenten ein paar Fr\u00fcchte und Schafk\u00e4se f\u00fcrs Picknick ein.<br \/>\nWir haben heute im Sinn, eine Velotour rund um die Insel zu machen und dort anzuhalten, wo es etwas Sehenswertes gibt. Wir starten in Wyk im Gegenuhrzeigersinn. Schon nach wenigen Minuten ist der erste Halt angesagt. Es sind Weisswangeng\u00e4nse, aber auch Graug\u00e4nse, Austernfischer, Schnatterenten und andere, die unsere Aufmerksamkeit beanspruchen, und das nicht nur dieses eine Mal. In weitem Bogen fahren wir zuerst nach Nordost, dann eher nach Nordwest, nach Oldsum. Dort habe ich wegen einer Umleitung kurz einige Orientierunsprobleme. Wir finden den richtigen Weg schnell wieder. Am Deich, kurz vor Dunsum, machen wir Mittagsrast und geniessen die auf dem Einheimischenmarkt gekauften Produkte.<br \/>\nDer n\u00e4chste Halt findet in der Gastst\u00e4tte &#8222;Zum Wattenl\u00e4ufer&#8220; bzw. im Gartenrestaurant statt, wo es f\u00fcr mich einen Coup \u00abDeichkieker\u00bb mit Vanille-, Baumnusseis, Pflaumenmus, Schokolsdesauce und Schlagrahm gibt. Er schmeckt vorz\u00fcglich.<br \/>\nIn Utersum machen wir beim Touristik-Informationszentrum Halt. Ich habe mein Velo bereits abgestellt, als Magrit, ihr Rad schiebend, zu mir kommt. Am Boden neben ihrem Velo schleppt sie eine &#8222;Schlange&#8220; nach \u2013 es ist die Kette. Sie ist gerissen. Kette habe ich keine dabei, aber im Info-Zentrum bekommt Margrit die Auskunft, dass in Utersum eine Fahrradwerkstatt existiert. Also nichts wie hin. Die Werkstatt \u00f6ffnet erst in einer Dreiviertelstunde. Wir warten. P\u00fcnktlich um zwei erscheint der Inhaber. Er erkl\u00e4rt uns aber sehr sec, dass er heute keine Reparaturen ausf\u00fchre, da er heute allein im Betrieb sei. Er ist aber bereit, uns eine Velokette zu verkaufen. Montieren muss ich sie selbst, was mir nach einigen vergeblichen Versuchen gelingt. Meine H\u00e4nde sind schwarz und klebrig. Die Frage nach einem Lavabo mit Seife beantwortet der &#8222;freundliche&#8220; Gesch\u00e4ftsmann so, dass er eine Spraydose zur Hand nimmt, mich auffordert, meine H\u00e4nde hinzuhalten, diese einsprayt und mir einen Lappen in die Hand dr\u00fcckt, um den Schmutz, der sich nun leicht von der Haut l\u00f6st, abzuwischen. Die Fahrt kann weitergehen.<br \/>\nNun muss endlich ein Bad in der Nordsee her. Warm genug ist es, und Zeit haben wir auch gen\u00fcgend. Als wir das n\u00e4chste Mal an den Strand kommen, ergreife ich die Gelegenheit. Aber das Wasser ist weit draussen, am Vormittag w\u00e4re dieses Vorhaben angebrachter gewesen. Nun wandere ich halt in Badehose etwa hundert Meter bis zum Wasser und dann nochmals ein paar hundert Meter weiter, bis ich wirklich schwimmen kann. So wenig tief ist hier das Meer. Die Abk\u00fchlung tut gut. Bis ich wieder bei Margrit zur\u00fcck bin, bin ich weitgehend trocken, denn der st\u00e4ndig wehende, warme Wind l\u00e4sst das Wasser auf der Haut schnell verdunsten.<br \/>\nNach dieser Erfrischung, die nur ich geniessen konnte, geht unsere Inselrundfahrt weiter. In Nieblum machen wir einen Zwischenhalt, um die gr\u00f6sste Kirche der Insel, den sogenannten Friesendom, von aussen zu betrachten. Es handelt sich hier um ein m\u00e4chtiges Backsteingeb\u00e4ude. Ausserdem sind wir von den schmucken Wohnh\u00e4usern, ebenfalls aus Backsteinen gebaut, mit schilfbedeckten D\u00e4chern, begeistert. Vielfach sind ihre Bewohner darauf bedacht, sie wundersch\u00f6n herauszuputzen und mit Blumen zu schm\u00fccken.<br \/>\nDer Weiterweg gestaltet sich etwas schwieriger, weil wir nun viele sandige und kiesbedeckte, enge und kurvenreiche Wege fahren m\u00fcssen. Aber es reicht noch, vor der Abfahrt der F\u00e4hre in Wyk ein Bierchen zu trinken und den Touristenstrom, der sich auf der Einkaufsstrasse der Insel tummelt, zu beobachten.<br \/>\nW\u00e4hrend der R\u00fcckfahrt wird uns bewusst, das dass f\u00fcr lange Zeit die letzte Seefahrt sein wird. Wir geniessen sie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Donnerstag, 26.07.2018: <\/b>Velofahrt Dageb\u00fcll &#8211; Flensburg (61 km)<\/p>\nngg_shortcode_10_placeholder\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute steht eine l\u00e4ngere Velofahrt quer durch Schleswig-Holstein an, von Dageb\u00fcll nach Flensburg. Ein heisser Tag und Ostwind sind angesagt. Wir haben uns eine Landkarte besorgt und den Verlauf unserer Fahrt einigermassen geplant. Wie es allerdings mit Radwegen steht, dass k\u00f6nnen wir der Karte nicht entnehmen. Und so fahren wir fr\u00fchzeitig los.<br \/>\nWir kommen trotz Gegenwind z\u00fcgig voran. Die Radwege sind gut markiert und f\u00fchren im Zickzackkurs durch die ebene Landschaft. Sie ist gepr\u00e4gt durch viele Getreide\u00e4cker, Viehweiden und riesige Windparks. Der Wind treibt die vielen Propeller der Windt\u00fcrme kr\u00e4ftig an, und wir m\u00fcssen immer wieder heftig dagegen ank\u00e4mpfen.<br \/>\nSo erreichen wir Flensburg schon am fr\u00fcheren Nachmittag. Das Quartier, das wir als erstes durchfahren, sieht ziemlich heruntergekommen aus. Viele junge M\u00e4nner sind auf der Strasse, die orientalische aussehen uns sich nicht auf Deutsch unterhalten. In einem Handyladen mit angeschlossenem Internet-Caf\u00e9 versuche ich wieder einmal meine in einem Supermarkt gekaufte SIM-Garte zu aktivieren, aber vergebens. Der Mann hinter der Theke spricht nur wenig Deutsch, kann mir aber wenigstens sagen, wo ich vorbeigehen kann, um mein Problem zu l\u00f6sen. Dort klappt es dann wirklich.<br \/>\nWir sind erstaunt \u00fcber die vielen historischen Bauten, besorgen uns in der Tourismus-Information einen Stadtplan und gehen mal zuerst unseren Fl\u00fcssigkeitsbedarf stillen. Dann begeben wir uns in die Bahnhofstrasse und beziehen unsere einfache Unterkunft, die \u00fcberraschenderweise \u00fcber Dusche\/WC im Zimmer verf\u00fcgt. Und nun k\u00f6nnen wir uns wieder fein sch\u00f6n machen f\u00fcr den abendlichen Ausgang.<br \/>\nEin tolles Nachtessen in einem guten Restaurant am Hafen, n\u00e4mlich ein Labskaus, rundet den Tag wundersch\u00f6n ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Freitag, 27.07.2018: <\/b>Velofahrt Flensburg &#8211; Schleswig (46 km)<\/p>\nngg_shortcode_11_placeholder\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem etwas weniger reichhaltigen Fr\u00fchst\u00fcck in unserm einfachen Hostel fahren wir mit unseren R\u00e4dern zum Bahnhof, weil wir dort die Wegweiser f\u00fcr den auf unserer gekauften Karte eingezeichneten Radweg nach Schleswig vermuten. Unser Vermutung stellt sich als goldrichtig heraus. Problemlos erreichen wir die ausgeschilderte Strecke \u00fcber einen steilen Serpentinenweg, das Velo schiebend. Ebenso problemlos schaffen wir die ersten paar Kilometer, bis wir bemerken, dass wir irgendwie ins Abseits geraten. Wenn wir weiterhin diesen Schildern folgen, kommen wir nie nach Schleswig. Also fahren wir ein St\u00fcck zur\u00fcck, nehmen einen anderen Weg, der auch markiert ist, und stehen pl\u00f6tzlich im Wald, nur noch ein Weg, der wie ein Wildwechsel aussieht, vor uns. Also wieder umkehren und zur\u00fcck auf die Haupstrasse nach Schleswig. Und der folgen wir nun auf einem Radweg, getrennt von der Fahrbahn der Autos.<br \/>\nAber dieser Radweg ist auch mal zu Ende. Wir folgen wieder den Radweg-Markierungen. Schon wieder werden wir auf Naturstr\u00e4sschen, Wald- und Wiesenwegen durch die Gegend geschleust, aber diesmal stimmt die Linienf\u00fchrung mit der Karte \u00fcberein. Es ist heiss, und der Gegenwind macht uns das Fahren auch nicht leichter. Eine Automobilistin, die uns nach dem Weg fragen will, schafft es im weiteren Gespr\u00e4ch, uns wieder zu motivieren, indem sie uns erkl\u00e4rt, wo es in Schleswig die besten Fischspezialit\u00e4ten und die k\u00f6stlichsten Eisbecher g\u00e4be. Und sie muss es ja wissen, denn als sie sich aus ihrem Auto sch\u00e4lt, erkennen wir die Wirkung der gelobten Speisen.<br \/>\nSo nach und nach kommen wir unserem Ziel n\u00e4her. Und wie wir dann in den Stadtweg in Schleswig einschwenken, ist eilig ein grosses Alsterwasser bestellt und auch bald geleert. Die Touristeninformation finden wir schnell, wo wir uns \u00fcber den Standort des vorbestellten Zimmers erkundigen und einen Stadtplan besorgen. Der Zufall will es, dass gerade der Journalist Ove Jensen zur Stelle ist und uns zu unseren Ferien-Erfahrungen interviewen will. So geben wir ihm bereitwillig Auskunft und lassen uns mit unseren Velos ablichten.<br \/>\nDie Wartezeit bis zum Zimmerbezug im Hotel \u00fcberbr\u00fccken wir mit einem weiteren Schub Fl\u00fcssigkeitszufuhr in einem Biergarten. Und danach geniessen wir den Abend, indem wir von den nachmittags gelobten Speisen in den ebenso gelobten Lokalen kosten und uns dabei intensiv mit einer einheimischen Dame unterhalten. Die Mondfinsternis verpassen wir als Folge der zunehmenden Schl\u00e4frigkeit und der sp\u00e4ten D\u00e4mmerung.<\/p>\n<p><b>Samstag, 28.07.2018: <\/b>Bahnfahrt Schleswig &#8211; Hamburg<br \/>\nDie Schlagzeile des Tages\u2026 ja sogar unserer Veloreise:&nbsp;<\/p>\n<p><strong>In den Schleswiger Nachrichten erscheint unser Foto mit einem Beitrag \u00fcber unser Befinden.<\/strong><\/p>\nngg_shortcode_12_placeholder\n<p style=\"text-align: justify;\">Bevor wir zum Bahnhof fahren, statten wir dem Schleiufer und dem Schloss Gottorf einen Besuch ab. Da finden wir zuf\u00e4lligerweise einen Gedenkstein, der an die Opfer einer rechtslastigen Revolution gegen die Weimarer Republik erinnert, und eine Zusatztafel, die daran erinnert, dass auch auf der Seite der Anh\u00e4nger der Republik Opfer zu beklagen waren und dass dieses Ereignis im Laufe der Jahre je nach politischer Ausrichtung der jeweiligen Regierung eben unterschiedlich gewichtet wurde. Wir sind uns einig, auch Schleswig ist ein Besuch wert.<br \/>\nDen Bahnhof erreichen wir \u00fcber einen schattigen Naturweg, was wir angesichts der herrschenden Hitze sehr begr\u00fcssen. Margrit l\u00f6st die Fahrkarten.<br \/>\nProblemlos erreichen wir den Hauptbahnhof Hamburg. Und da herrscht ein Gedr\u00e4nge, durch das wir mit unseren voll bepackten Velos irgendwie die S-Bahn nach Altona finden m\u00fcssen. Denn dort ist unser Hotelzimmer reserviert. Verschwitzt und ziemlich genervt kommen wir an und m\u00fcssen an der Rezeption erfahren, dass f\u00fcr unsere Fahrr\u00e4der kein Raum zur Verf\u00fcgung st\u00fcnde. Ich reagiere darauf so, dass ich von Stornierung und der Suche nach einer anderen Unterkunft rede. Am DB-Schalter erfahre ich, dass auch die deutsche Bahn in Hamburg keine bewachten Fahrradst\u00e4nder betreibe. Auf dem Platz vor dem Bahnhof steht zum G\u00fcck ein abschliessbarer Veloraum, f\u00fcr dessen Ben\u00fctzung ein Telefonanruf an eine bestimmte Nummer zu machen sei. Aber da meldet sich niemand. Also kehre ich an die Rezeption zur\u00fcck, und siehe da, man hat eine L\u00f6sung f\u00fcr unser Prolem gefunden. Ich darf die Velos in einen unbenutzten Sitzungsraum stellen. So k\u00f6nnen wir gl\u00fccklich unsere Zimmer beziehen, und eine k\u00fchle Dusche l\u00e4sst die Emotionen wieder herunterfahren.<br \/>\nAls wir wieder schweissfrei und abgek\u00fchlt sind, gehen wir auf einen Erkundungsspaziergang an die Elbe. Zuerst muss mal ein k\u00fchles Alsterwasser herhalten. Zwar drohen von S\u00fcdwesten Regen, Blitz und Donner, wir k\u00fcmmern uns aber zu wenig darum. Unser Spaziergang verl\u00e4uft sch\u00f6n der Elbe entlang Richtung Osten. Die letzten Restaurants und \u00f6ffentlichen Geb\u00e4ude haben wir schon l\u00e4nger hinter uns gelassen, da \u00e4ndert der Wind seine Richtung, wird heftiger und wirbelt Staub und allerlei Dreck auf. Die ersten schweren Tropfen fallen vom Himmel. Wir kommen zu einem modernen Geb\u00e4ude mit grossen Fenstern und Tischen, einem Tresen im Innern. Da finden wir sicher Schutz vor dem drohenden Unwetter und bekommen einen Drink, denken wir. Ein junges Paar mit B\u00e9b\u00e9 steht vor der T\u00fcr und teilt uns mit, dass da eine geschlossene Hochzeitsgesellschaft zu Gast sei. Also wird nichts aus unseren W\u00fcnschen. Wir eilen weiter, schon ein bisschen nass und finden nahe bei einer Bushaltestelle zusammen mir ein paar jungen Leuten einen Unterstand. Ein Bus kommt schon bald, aber der ist derart voll, dass es wirklich unm\u00f6glich ist, noch Platz zu finden. Wir stehen jetzt hinter einer Plakatwand, die uns vor dem Regen sch\u00fctzt. Ein Versuch, den Bus in der Gegenrichtung auf der anderen Strassenseite zu erreichen, misslingt, da der Fahrer abf\u00e4hrt, bevor wir ihn erreicht haben. Es regnet immer heftiger. Wir stellen uns in eine Tiefgarageneinfahrt mit minimalem Schutz, und werden n\u00e4sser. Endlich taucht wieder ein Bus auf, und wir k\u00f6nnen uns noch gerade hineinzw\u00e4ngen, da wir als erste an der T\u00fcre sind. Hinter uns bleiben einige Leute im Regen stehen. Beim Altonaer Rathaus steigen wir aus und suchen Unterschlupf in einem Restaurant, und das f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit, da der Regen andauert.<\/p>\nngg_shortcode_13_placeholder\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Verlaufe des sp\u00e4teren Abends statten wir dem St. Pauli-Viertel mit der Reeperbahn einen Besuch ab. Aber da sieht es zum Teil schmutzig und heruntergekommen aus &#8211; wenig anm\u00e4chelig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Sonntag, 29.07.2018: <\/b>Besichtigung Hamburgs<\/p>\nngg_shortcode_14_placeholder\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute stehen wir fr\u00fch auf, denn jeden Sonntag ab f\u00fcnf Uhr ist Fischmarkt in Hamburg. Den wollen wir uns nicht entgehen lassen. Vor sieben Uhr, nach der Dusche, gehen wir ohne Fr\u00fchst\u00fcck los. Mit der S-Bahn fahren wir bis Reeperbahn und marschieren zum Fischmarkt. Schon da kommen uns Leute mit Fruchtk\u00f6rben, gef\u00fcllten Plastiktaschen und Kartons voller Zimmerpflanzent\u00f6pfe entgegen. Eine riesige Menschenmenge flaniert den unz\u00e4hligen Marktst\u00e4nden entlang. Da und dort bilden sich vor einzelnen St\u00e4nden Menschentrauben. Hier ist ein H\u00e4ndler, der seine Waren zu \u00e4usserst g\u00fcnstigen Preisen anbietet. Da werden S\u00fcdfr\u00fcchte ganz verschiedener Arten marktschreierisch in K\u00f6rbe oder fangfrische Fische in Plastiks\u00e4cke oder Pflanzent\u00f6pfe in Kartons abgef\u00fcllt und zu Scleuderpreisen an Interessenten abgegeben. F\u00fcr uns ist es allerdings keine Option, hier zuzuschlagen. Transport oder Verwertung dieser Waren kommen f\u00fcr uns nicht in Frage. Aber eine raffinierte, kleine Saftpresse f\u00fcr Zitrusfr\u00fcchte kaufen wir uns dennoch. Zudem haben wir noch nicht gefr\u00fchst\u00fcckt, und so liegen auch noch zwei frisch gepresste Orangens\u00e4fte, ein frisches Crevettenbr\u00f6tchen, ein Pfund t\u00fcrkische Zuckeraprikosen und zwei Kaffees drin.<br \/>\nAnschliessend k\u00fcmmern wir uns um Tickets f\u00fcr die zweist\u00fcndige Hafenrundfahrt. Die beginnt um 10.15 Uhr und f\u00fchrt u.a. durch die Speicherstadt, verschiedene Docks, den Container-Hafen und zu den Anlegestellen der grossen Kreuzfahrtschiffe. Es ist sagenhaft imposant, was alles auf den Ozeanen hin und her bewegt wird und was f\u00fcr riesige Schiffe dazu eingesetzt werden. Die locker und oft auch etwas bissig kommentierte Rundfahrt gibt aber einen guten Einblick in die Geschichte und Problematik des Hochseehafens Hamburg. So ganz nebenbei erfahren wir auch noch, das die MSC-Reederei, weltweit zweitgr\u00f6sstes Unternehmen in dieser Sparte, im Hochseeland Schweiz beheimatet ist.<br \/>\nDanach sehen wir uns im Portugiesenviertel um, essen Tapas und beschliessen, dort unser Abendessen einzunehmen. Der &#8222;Michel&#8220;, das Wahrzeichen Hamburgs ist unser n\u00e4chstes Ziel. Wir sehen uns die Kirche an, steigen aber nicht auf den Turm.<br \/>\nNun ist eine Ruhepause angesagt, und wir kehren ins Hotel zur\u00fcck. Anschliessend f\u00fchrt uns unser Spaziergang zum Johanni Kirchturm, der bei der Bombardierung Hamburgs 1943 stehen blieb und heute als Ged\u00e4chtnis-Monument f\u00fcr die Naziherrschaft und deren Folgen Zeugnis ablegt. Wir fahren mit dem Lift hoch und bestaunen die Ausmasse Hamburgs und seines Hafens von oben.<br \/>\nAuf dem Rathausplatz ist gerade ein grosser Event im Gang. Da erfolgt der Zieleinlauf des Hamburger Iron Man. Die Stimmung ist fantastisch. Wir sehen wahrscheinlich die Athletinnen und Athleten der hinteren Regionen einlaufen, die vom Speaker und ihren Fans frenetisch bejubelt werden.<br \/>\nDen Abend lassen wir im portugiesischen Viertel ausklingen bei einem feine Essen, nat\u00fcrlich Fisch, und mit einem Ehepaar aus Malters, das gerade am selben Tissch isst und an einer Kreuzfahrt ans Nordkap teilnehmen wird. So gibt es viel zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p><strong>Montag, 30.07.2018:<\/strong> Hamburg und Nacht der Heimreise<br \/>\nSchon am Morgen ist es warm in unserem Zimmer. Wir verlassen es fr\u00fch und sind erstaunt, wie wenig Leute unterwegs sind. In einer nahen B\u00e4ckerei, die ein paar Tischchen draussen vor dem Laden stehen hat, bestellen wir uns zwei Kaffees sowie zwei Br\u00f6tchen mit Butter und K\u00e4se und geniessen diese und die leicht k\u00fchlere Luft hier in der Fussg\u00e4ngerzone.<br \/>\nDanach ist Sagoschen und Rucksack packen angesagt. Mit Ausnahme einer Schokolade, die im K\u00fchlschrank eventuell zur Freude des Zimmerpersonals liegen bleibt, kommt alles mit. Mit der Rezeptionistin vereinbare ich, dass wir unser Gep\u00e4ck und die Velos im Hotel bis heute Abend deponieren k\u00f6nnen.<\/p>\nngg_shortcode_15_placeholder\n<p>F\u00fcr ein Besichtigungsprogramm im Stadtzentrum ist es einfach zu heiss. Deshalb einigen wir uns auf eine Kursschifffahrt nach Finkenwerder, machen dort einen Spaziergang in einem Park, f\u00fchren uns die n\u00f6tige Fl\u00fcssigkeit wieder zu, kaufen noch ein paar Sachen f\u00fcr die Heimreise ein und fahren dann mit dem Kursschiff zur\u00fcck zu den Landungsstegen. Von dort nehmen wir die U-Bahn zum Rathaus, gehen zu Fuss darauf zur Innenalster und geniessen dort den Schatten und die k\u00fchlende Frische des nahen Wassers. Ein Eisbecher und ein k\u00fchles Getr\u00e4nk lassen uns die herrschende feuchte Hitze vergessen.<br \/>\nFr\u00fchzeitig sind wir wieder zur\u00fcck im Hotel, wo wir unser Gep\u00e4ck und die Fahrr\u00e4der herausl\u00f6sen. Nun geht es mit der S-Bahn problemlos zum Hauptbahnhof, wo unser Zug um 20.46 Uhr abfahren sollte. Auf der Anzeigetafel werden bereits zwanzig Minuten Versp\u00e4tung angek\u00fcndigt. Zudem wird \u00fcber den Lautsprecher verk\u00fcndet, dass ein Wagen fehlt und dass zwei weitere Wagen unbenutzbar seien. Ich habe den Eindruck, dass genau der Wagen fehlt, in dem die Pl\u00e4tze f\u00fcr unsere Velos reserviert sind, was sich dann gl\u00fccklicherweise als Irrtum herausstellt. Aber der Stress ist riesig, wollen doch mehrere Personen ihre R\u00e4der einladen, der Zug ist versp\u00e4tet und wir m\u00fcssen mit unserem Gep\u00e4ck, je zwei Sagoschen, einem Rucksack und einer Lenkertasche, in den vordersten Wagen gelangen, denn dort sind unsere reservierten Pl\u00e4tze. Aber wir schaffen\u2019s: etwa f\u00fcnf Wagen weit auf dem Perron, die anderen f\u00fcnf Wagen durch die anderen Passagiere mit ihrem Gep\u00e4ck. Ich habe es einfach nicht mehr geschafft, unsere R\u00e4der abzuschliessen und meine Zwischenverpflegung ist im Helm liegen geblieben. Ich kann das allerdings sp\u00e4ter noch in Ordnung bringen.<br \/>\nEs ist jetzt kurz nach zehn, draussen ist es dunkel und der Zug rast durch die Nacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dienstag, 31.07.2018: <\/strong>Ankunft zu Hause<br \/>\n05:15 Uhr, wir rasen zwischen Offenburg und Freiburg im Breisgau durch die Nacht, da erscheint der Zugschaffner in unserem Wagen und macht die Abschlusskontrolle. Anl\u00e4sslich der anschliessenden Durchsage per Lautsprecher k\u00fcndigt er den bevorstehenden Halt in Freiburg an, gibt durch, dass wir gerade durch Badisch Kalifornien fahren, und erw\u00e4hnt, dass wir uns einer EU-Aussengrenze n\u00e4hern und die n\u00f6tigen Ausweispapiere bereithalten sollen. So nimmt unsere Velotour langsam ein Ende. Schon bald werden wir die Schweiz erreichen, und dann wird uns der Alltag wieder einholen. Unsere Reise per Zug, Velo und Schiff wird uns aber in guter Erinnerung bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Montag, 16.07.2018: Bahnfahrt Schweiz &#8211; Hamburg &#8220; order_by=&#8220;sortorder&#8220; order_direction=&#8220;ASC&#8220; returns=&#8220;included&#8220; maximum_entity_count=&#8220;500&#8243;] Der Tag der Abreise ist da. Die Sagoschen sind gepackt, die Wohnung aufger\u00e4umt und die Fahrr\u00e4der stehen bereit. 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