{"id":4172,"date":"2019-05-05T11:09:07","date_gmt":"2019-05-05T09:09:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mapeadventures.ch\/?p=4172"},"modified":"2019-06-10T14:11:38","modified_gmt":"2019-06-10T12:11:38","slug":"unterwegs-auf-der-rota-vicentina","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mapeadventures.ch\/?p=4172","title":{"rendered":"Unterwegs auf der Rota Vicentina"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Anfangs Mai<\/strong><br>Unsere Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Die Fl\u00fcge sind gebucht, die Unterk\u00fcnfte ebenfalls, das Kartenmaterial liegt bereit. \u00dcberlegungen zum mitzunehmenden Material sind gemacht und einige Dinge liegen bereit. Schon bald geht&#8217;s los. In wenigen Tagen kannst du lesen, was wir auf unserer Wanderreise im S\u00fcden Portugals erleben.<\/p>\n\n\n\n<p>Montag, 13. Mai: <strong>Flug nach Faro<\/strong><br>Im Verlaufe des Vormittags fahren wir per Bahn mit unseren Rucks\u00e4cken und einem schweren Koffer nach Basel, wo uns unser Sohn mit der kleinen Daria erwartet. Mit den beiden essen wir zu Mittag. Nach der Verabschiedung von den beiden begeben wir uns mit dem Bus zum Flughafen und erledigen all die Formalit\u00e4ten. P\u00fcnktlich um 16:25 Uhr startet unser Flieger und bringt uns in Rekordzeit rund zwanzig Minuten zu fr\u00fch nach Faro. Hier erwarten uns sommerliche Temperatur und ein blauer Himmel. Unseren Koffer k\u00f6nnen wir schon bald in Empfang nehmen. Per Taxi erreichen wir unsere vorbestellte Unterkunft A Doca nahe beim Freizeithafen.<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_0_placeholder\n\n\n\n<p> <br>In sommerlichem Ten\u00fc erkunden wir schon bald das Hafengebiet. Beeindruckt sind wir von den weissen Geb\u00e4uden, den grossen Pl\u00e4tzen und den vielen Palmen. Ein Storch fliegt \u00fcber uns hinweg und l\u00e4sst sich auf seinem Nest nieder. In einem gem\u00fctlichen Strassenrestaurant lassen wir uns mit gegrillten Sardinen, Salat und einem Glas Weisswein verw\u00f6hnen. Bei angenehmer Temperatur setzen wir uns zum Ausklang des heutigen Tages in ein n\u00e4chstes Strassenrestaurant. \u00dcber uns zieht der strahlende Halbmond seine Bahn, und wir geniessen den Sommerabend wie so viele Einheimische, die noch in Scharen und mit Kinderwagen unterwegs sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Dienstag, 14. Mai: <b>Bahn- und Busreise nach Sagres<\/b><br>Da wir morgens schon fr\u00fch wach sind, beschliessen wir, nach dem Duschen in die Stadt zu gehen, um die Busstation f\u00fcr unsere Weiterreise aufzusuchen und dort eventuell die Biilette zu l\u00f6sen und zu fr\u00fchst\u00fccken. Der Receptionist im Hotel gibt uns den Tip, mit der Bahn nach Lagos zu reisen und  erst dort einen Bus nach Sagres zu nehmen. Auf dem Stadtplan erkl\u00e4rt er uns, wo der Bahnhof ist. Also begeben wir uns dorthin, checken da die m\u00f6glichen Verbindungen ab und kaufen die Tickets nach Lagos. Auf dem R\u00fcckweg  zum Hotel geniessen wir in einem ge\u00f6ffneten Caf\u00e9 Kaffee und Croissant. <br>Zur\u00fcck im Hotel machen wir uns reisefertig, packen unsere Sachen ein und gehen zum Bahnhof zur\u00fcck, wo der Zug \u2013 \u00fcbrigens eine Dieselkomposition \u2013 p\u00fcnktlich wegf\u00e4hrt. Allerdings kommt er genau zum Zeitpunkt in Lagos an, wo der Bus nach Sagres abf\u00e4hrt, aber nicht etwa bei Bahnhof, sondern einige Kilometer davon entfernt, von der zentralen Busstation. Mit dem Taxi erreichen wir diese und l\u00f6sen die Tickets f\u00fcr den Bus, der knapp zwei Stunden sp\u00e4ter f\u00e4hrt. Daf\u00fcr reicht uns nun die Zeit, in einem nahen Restaurant etwas Kleines  zu essen und zu trinken. <\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_1_placeholder\n\n\n\n<p>Die Fahrt nach Sagres ist spannend, da verschiedene kleinere D\u00f6rfer an der Strecke bedient werden. In unserem Hotel, das wir nach kurzem Fussmarsch erreichen, werden wir \u00e4usserst freundlich empfangen und bekommen ein wundersch\u00f6nes Zimmer mit kleinem Balkon zugewiesen.<br>Da schon bald der zweite und letzte Bus des Tages hinaus zum Cabo Sao Vicente f\u00e4hrt, beeilen wir uns und vergessen dabei wichtige Objekte (Fotoapparat und Karten). Die letzten paar M\u00fcnzen, die sich neben F\u00fcnfzigeuro-Noten in unseren Portemonnaies befinden, werden f\u00fcr ein Glac\u00e9-Cornet und ein Armband ausgegeben. Der Buschauffeur kann nicht herausgeben, der Kioskinhaber bei der Haltestelle hat auch kein Kleingeld. Zum Gl\u00fcck hilft uns eine schwedische Touristin aus und gibt f\u00fcr uns den fehlenden Euro aus. So kommen wir doch noch dazu, dem s\u00fcdwestlichsten Punkt des europ\u00e4ischen Festlandes einen Besuch abzustatten. Zu unserer Ehrenrettung muss ich noch erw\u00e4hnen, dass ich der Gl\u00e4ubigerin den Euro zur\u00fcckzahlen kann, da entgegen der Aussage unseres Chauffeurs ein paar  Touristenst\u00e4nde offen haben und Margrit zwar mit dem Widerwillen der Betreiberin des Grillbratwurststandes mit dem sinnigen Slogan \u00abLetzte Bratwurst vor Amerika\u00bb ihre &#8222;grosse&#8220; Note wechseln kann, indem sie ein Mineralwasser bestellt und beteuern muss, wirklich keine M\u00fcnze mehr zu besitzen. Kleingeld ist in Portugal offenbar Mangelware. Aber es macht hier lange nicht den Eindruck, als ob alle Leute nur grosse Noten h\u00e4tten.<br>Auf dem R\u00fcckweg, den wir \u00fcbrigens zu Fuss zur\u00fccklegen, beobachten wir verschiedene wundersch\u00f6ne Pflanzen und V\u00f6gel, die man bei uns nicht sieht. Und dazu windet es so stark, dass wir uns teilweise so richtig gegen den Wind stemmen m\u00fcssen.<br>So erreichen wir am sp\u00e4ten Nachmittag unser Hotel, wo ich jetzt am Bericht Schreiben bin.<\/p>\n\n\n\n<p>Mittwoch, 15. Mai:<strong> 1. Wanderetappe Sagres \u2013 Vila do Bispo<\/strong><br>Morgenessen gibt es erst um halb neun, aber es ist reichhaltig und gut. Schon vorher haben wir uns abreisebereit gemacht, denn wir m\u00f6chten m\u00f6glichst weit kommen, bevor es richtig heiss wird. So k\u00f6nnen wir etwa um neun Uhr starten. Ein ziemlich starker Wind weht uns entgegen. Wir folgen ein St\u00fcck weit der Strasse Richtung Cabo Sao Vicente und zweigen dann nach rechts ab. Durch ein scheinbar vor Jahren geplantes Ferienhausquartier, von denen Geb\u00e4ude nie gebaut wurden, andere bereits am Zerfallen und nur wenige bewohnt sind, gelangen wir nach etwa sechs Kilometern durch eine Schafherde hindurch auf den offiziellen Wanderweg der Rota Vicentina. Links und rechts wachsen mittelmeerische Macchiapflanzen, dann wieder Strandhafer und hie und da scheint auch ein Acker dazwischen zu liegen. Wir begegnen Wanderern und Radfahrern.<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_2_placeholder\n\n\n\n<p>\u00dcber weite Strecken sind wir ganz allein unterwegs. Bei einer Kuhherde sehen wir Kuhreiher, von Str\u00e4uchern ert\u00f6nt der Gesang der Grauammer und links und rechts des Weges tauchen immer wieder Schwarzkehlchen auf. Verschiedene Lerchen, wie Hauben-, Feld- und Heidelerche heben sich singend in die L\u00fcfte oder machen sich von Grasb\u00fcscheln und Steinen her bemerkbar. Wir geniessen die Landschaft, picknicken auf dem Betongel\u00e4nder einer Br\u00fccke und lassen uns immer wieder von Pflanzen, V\u00f6geln und irgendwelchen T\u00f6nen und Ger\u00e4uschen  ablenken. Ert\u00f6nte da der Ruf einer Wachtel? Was f\u00fcr eine M\u00f6we schreit da wie ein Kleinkind?<br>Schliesslich erreichen wir gegen 14 Uhr unser Ziel, Vila do Bispo. Da ich bereits bei der Fahrt nach Sagres unsere heutige Unterkunft von der Strasse her ausmachen konnte, finden wir den Weg sehr schnell. Der Zufall will es, dass wir unserer Gastgeberin bei der Kirche gerade in die Arme laufen. Sie nimmt uns sehr freundlich in Empfang und zeigt uns alle wichtigen Gegebenheiten, die uns zur Verf\u00fcgung stehen.<br>Duschen, ein Erkundungsrundgang im Dorf  und ein Bier bzw. ein Glas Weisswein stellen uns wieder auf und geben uns die Gewissheit, dass wir auch den morgigen Tag meistern werden. Zudem haben wir ein Lokal gefunden, wo wir heute Abend frischen Fisch und gemischten Salat geniessen k\u00f6nnen. Ein bisschen die Beine hoch lagern und den Tag Revue passieren lassen ist nun angesagt.<\/p>\n\n\n\n<p>Donnerstag, 16. Mai: <strong>Vila do Bispo &#8211;  Carrapateira <\/strong><br>22 km haben wir heute vor uns, und das zu Fuss. Wir sind gespannt, wie sich das anl\u00e4sst.<br>Kurz vor neun Uhr, nach einem reichhaltigen Fr\u00fchst\u00fcck im Freien, machen wir uns auf den Weg. Zuerst geht es ein St\u00fcck der Strasse entlang und dann auf einer Naturstrasse weiter durch Brachland mit wundersch\u00f6nen, in allen Farben bl\u00fchenden Str\u00e4uchern und Kr\u00e4utern, darunter verschiedene Arten von Zistrosen , Mastixstr\u00e4uchern, Witwenblumen, Lavendel u.a. <\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_3_placeholder\n\n\n\n<p>Pl\u00f6tzlich \u00e4ndert sich das Landschaftsbild. Wir wandern durch Pinien- und Eukaliptusw\u00e4ldchen. Nun geht es durch h\u00fcgeliges Gel\u00e4nde mit dichtem Pflanzenwuchs und steil hinunter in ein Tal. Wir folgen einem Bachlauf. Nun steigen wir hinauf und entdecken links und rechts vom Weg Korkeichen, die mindestens teilweise genutzt wurden. Unterwegs gelangen wir in das D\u00f6rfchen Pedralva, wo wir auf einer Bank picknicken.  Auf der Nachbarbank sind zwei wandernde Franzosen mit derselben T\u00e4tigkeit besch\u00e4ftigt. Wir kommen ins ins Gespr\u00e4ch und erfahren, dass die beiden nach Santiago di Compostela unterwegs sind. Im Restarant genehmigen wir uns noch etwas zu trinken, bevor wir uns wieder auf den Weg machen. Und da h\u00f6ren wir mindestens zwei Nachtigallen, beobachten ein Schwarzkehlchen, werden von den beiden Franzosen \u00fcberholt und \u00fcberholen sie wieder. Um ca. halb vier treffen wir in Carrapateira ein und finden unsere heutige Unterkunft problemlos. Von aussen sieht alles sehr h\u00fcbsch aus, aber unser Zimmer ist klein und der heftig blasende Wind l\u00e4sst Fenster und T\u00fcren klappern. Mit eingeklemmten WC-Papierchen und Schliessen der Fenster hoffe ich, das in Griff zu kriegen. Aber die Pfeifger\u00e4usche und das Rauschen bringe ich nicht weg.<br>Schon bald ist Nachtessen angesagt. Gem\u00e4ss Auskunft unseres Beherbergers sind alle Restaurants im Dorf heute zu, so dass wir uns noch zu einem Strandrestaurant begeben m\u00fcssen. Mal schauen, ob daraus was wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Freitag, 17. Mai: <b>Carrapateira \u2013 Arrifana (Vale da Telha)<\/b><br>Gem\u00e4ss Routenplaner stehen uns heute 24 km Wegstrecke und Steigungen  von 500 Metern bevor. Es scheint die h\u00e4rteste Etappe unserer Wanderung  zu werden.<br>Schon etwas vor acht treffen wir beim &#8222;Zmorge&#8220;-Buffet ein. Es ist sehr reichhaltig, so dass es mir M\u00fche macht, mich f\u00fcr etwas zu entscheiden. Ein Fr\u00fcchteteller, frisch gepresster Orangensaft, Milchkaffee, ein weich gekochtes Ei, ein Br\u00f6tchen, verschiedene K\u00e4se und Wurstwaren, Butter st\u00e4rken mich f\u00fcr die geplante Strecke. Darauf machen wir uns auf den Weg.<br>Die erste Wegstrecke verl\u00e4uft entlang einer Strasse, was ich gar nicht sch\u00e4tze. Wandern auf Asphalt und Strassenborden belastet F\u00fcsse und Gelenke. Zum Gl\u00fcck k\u00f6nnen wir schon bald auf einen Fussweg abzweigen, der durch eine Pferdeweide in die H\u00fcgel f\u00fchrt. Wir werden mit einem tollen Ausblick auf die D\u00fcnenlandschaft und die Meeresk\u00fcste belohnt. Der Weg f\u00fchrt nun durch unbewirtschaftetes, coupiertes Gel\u00e4nde mit bl\u00fchenden Pflanzen und singenden V\u00f6geln, mit h\u00e4ufigen Auf- und Abstiegen zum kleinen Dorf Bordeira. Von da an geht es entlang einem landwirtschaftlich genutzten T\u00e4lchen, wobei einige Betriebe nicht am Zerfallen sind. <\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_4_placeholder\n\n\n\n<p>Danach f\u00fchrt der Weg durch dicht bewachsene Kiefern- und Eukaliptusw\u00e4ldchen \u00fcber weite Fl\u00e4chen. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich. Bei einem zerfallenden Geb\u00e4ude mit einem aus Steinen gebauten Backofen daneben picknicken wir und beobachten einen Gecko. Beim Weitergehen, an den fehlenden Espresso denkend, stehen wir auf einer Anh\u00f6he vor einem neu gebauten Anwesen mit einer am Boden liegenden Tafel, auf der \u00abOpen\u00bb und ein Angebot an Getr\u00e4nken steht. Wir gehen durch die Pforte des umgebenden Hages aus Bambus- oder Schilfstengeln und stehen in einem Park mit Pool, einem lang gezogenen Geb\u00e4ude mit teilweise aus Schiefer erstellten W\u00e4nden und einem ph\u00e4nomenalen Blick in die umgebenden H\u00fcgel. Und hier gibt es auch den ersehnten Kaffee.<br>Einige Zeit sp\u00e4ter tut sich der Blick hinaus auf den Atlantik und etwas sp\u00e4ter auf eine im Meer draussen stehende, von den Wellen umtoste Felsnadel und auf eine Steilk\u00fcste auf. Nun heisst es, in die Bucht hinab-  und auf der anderen Seite wieder etwas mehr als hundert Meter hochsteigen. Dabei \u00fcberholen wir zwei Gel\u00e4ndewagen, wovon der eine gr\u00f6sste M\u00fche bekundet, diese Steigung zu \u00fcberwinden.<br>Darauf folgt noch die letzte Herausforderung des Tages: Finde die Unterkunft! Wir haben zwar die Karte, worauf sie eingezeichnet ist, aber die genaue Lage ist unklar. In einem weiten Bogen gelangen wir zum Ort, aber mit Ausnahme eines Wegweisers ist nirgends etwas angeschrieben. Und Leute zum Fragen sind nicht greifbar. Durch ein offenes Gartentor gehe ich zu einem Geb\u00e4ude, wo sich eine Frau auf der Terrasse aufh\u00e4lt, und sie best\u00e4tigt mir, dass wir am richtigen Ort sind. Mehr als 28 Kilometer gibt mir mein Handy an, h\u00e4tten wir heute zur\u00fcckgelegt, und die letzten paar Kilometer auf Asphalt. Das f\u00e4hrt in die Knochen. Aber jetzt ruft die Dusche, und die entsch\u00e4digt f\u00fcr die Strapazen. Das k\u00fchle Bierchen und ein feiner Fisch vom Grill sind die weiteren H\u00f6hepunkte.<\/p>\n\n\n\n<p>Samstag, 18. Mai:<strong> Vale da Telha \u2013 Aljezur<br><\/strong>Wir haben beide gut geschlafen. Das Fr\u00fchst\u00fcck ist o.k., der Eierkocher funktioniert offenbar anders als ich mir das gewohnt bin. Jedenfalls ist das Ei sehr weich und l\u00e4sst sich aufs Brot streichen.<br>Da die heutige Etappe recht kurz ist, beschliessen wir, sie zu verl\u00e4ngern. Auf einer Asphaltstrasse, teilweise sogar mit Trottoir, erreichen wir die Ponta Atala, eine ins Meer hinaus ragende Felsnase. Da es immer noch recht windig ist, k\u00f6nnen wir hier das Schauspiel der sich am Strand \u00fcberschlagenden, weiss sch\u00e4umenden Wellen geniessen.<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_5_placeholder\n\n\n\n<p>Der n\u00e4chste Abschnitt unserer heutigen Wanderung ist eindr\u00fccklich und sagenhaft sch\u00f6n. Hoch auf einer Steilk\u00fcste, durch artenreiche Vegetation gehen wir zu Fuss durch Sand und auf Felsen ca. zwei Kilometer weit zum Punkt Meda da Pina. Leider f\u00fchrt der R\u00fcckweg nach Vale da Telha wieder \u00fcber eine Asphaltstrasse, was sehr eint\u00f6nig ist und uns einige M\u00fche bereitet. So gelangen wir zum Lago Silencioso, der wirklich still wirkt. Kein Wasservogel&nbsp; und auch kein Mensch zeigt sich. <br>Der nachfolgende Abschnitt bis Aljezur ist dann wieder sehr abwechslungsreich. Allerdings erkennen wir keine neuen Arten. So gelangen wir problemlos und gem\u00e4chlich ins St\u00e4dtchen Aljezur und geniessen dort in einer alten M\u00fchle, die als Restaurant dient, ein k\u00fchlendes Getr\u00e4nk. Und da lassen wir uns f\u00fcr den Abend auch gleich einen Tisch reservieren, denn heute findet da drin ein besonderer Event statt, ein Pachangaabend. Wir sind gespannt, was das wird.<br>Bevor wir aber zum Nachtessen gehen, m\u00fcssen wir noch etwas Proviant f\u00fcr morgen einkaufen. Da begegnen wir zwei jungen Frauen aus M\u00fcnster, Westfalen, die gerade von Norden her in Aljezur eintreffen. Sie m\u00f6chten wissen, wie es weiter geht, und zwar f\u00fcr ihre letzte Etappe. <br>Unser Nachtessen ist ebenfalls ein Hit. Das Lokal ist ein Vegi-Restaurant. Als Starter kriegen wir dreifarbiges Hummus mit Karotten- und Stangensellerie-Stiften sowie Vollkornbrot. Margrit kriegt als Hauptmahlzeit einen Regenbogen-Salat und ich das Tagesmen\u00fc, bestehend aus einem Getreide-Stew, Bohnengem\u00fcse und Broccolisalat. Es schmeckt uns beiden, da die Sachen lecker gew\u00fcrzt sind. Zudem wird s\u00fcdamerikanische Tanzmusik, Pachanga und Salsa gespielt, und eine h\u00fcbsche schwarze Frau animiert die G\u00e4ste zum Mittanzen, was auch Publikum und Tanzende von der Strasse anlockt.<\/p>\n<p>Sonntag, 19. Mai: <b>Aljezur \u2013 Odeceixe<\/b><br>Rund 19 Kilometer sind heute zu Fuss zu bew\u00e4ltigen: ein wahrer Sonntagsspaziergang. Da das Fr\u00fchst\u00fcck erst um halb neun bereit ist, marschieren wir sp\u00e4t ab. Aljezur ist noch nicht wach. Wir nutzen die Gelegenheit, hier noch einige Fotos und Videoaufnahmen zu machen.<br>Der Weg f\u00fchrt zuerst hinunter auf den Talboden und \u00fcber den Ribeira de Aljezur auf die linke Talseite. An einem Tierheim vorbei mit Hundezwingern, darin eingesperrt in allen Tonlagen kl\u00e4ffende K\u00f6ter, gelangen wir wieder auf eine Hochebene. Da geht es wenig spektakul\u00e4r weiter, zum Teil durch brach liegende Fl\u00e4chen, zum Teil durch landwirtschaftlich genutzte Felder, an Weihern vorbei, durch Eukaliptus- und Kiefernw\u00e4ldchen, an verlassenen und zerfallenden Geh\u00f6ften vorbei, durch die Ortschaft Rogil, ziemlich eben, bei zunehmender W\u00e4rme und Luftfeuchtigkeit. Und doch erleben wir einige H\u00f6hepunkte. Am Aljezurfluss beobachten wir Sporng\u00e4nse, die an und f\u00fcr sich in Afrika beheimatet sind. Ausserhalb Rugils entdeckt Margrit ein Blauelsterpaar, das allerdings sehr scheu ist und sich schlecht beobachten l\u00e4sst. Zwei weitere Exemplare entdecken wir sp\u00e4ter. Ein Eichelh\u00e4her fliegt davon, als wir ihm zu nahe kommen. Vor Odeceixe h\u00f6ren wir Rufe der Bienenfresser, aber vorerst wollen sie sich nicht zeigen. Und pl\u00f6tzlich ruft einer von einer Stromleitung herunter. Weitere Exemplare entdecken wir sp\u00e4ter noch.<\/p>\nngg_shortcode_6_placeholder\n<p>Die Windm\u00fchle von Odeceixe, die hoch \u00fcber dem St\u00e4dtchen steht, fasziniert uns. Sie soll noch funktionieren. Allerdings ist sie bei unserer Ankunft nicht in Betrieb. Aber die Aussicht auf das St\u00e4dtchen, das sich an den Abhang schmiegt und durch enge Gassen und Steintreppen erschlossen ist, sowie auf das Tal des Seixe-Flusses ist ph\u00e4nomenal.<br>Unsere Unterkunft finden wir problemlos, und werden von einer kleingewachsenen Frau \u00e4usserst freundlich empfangen. Das Zimmer k\u00f6nnen wir ausw\u00e4hlen. Unser Koffer ist auch schon da, und weil er so schwer ist, w\u00e4hlen wir das Zimmer im Parterre neben der Reception.<br>Duschen, etwas ausruhen und dann ein Gang ins St\u00e4dtchen mit Nachtessen runden den Tag ab.<\/p>\n<p>Montag, 20. Mai: <b>Odeceixe<\/b> \u2013 <b>Zambujeira do Mar<\/b><br>Beim Morgenessen beschliessen wir, f\u00fcr die ersten vier Kilometer unserer Wanderung ein Taxi zu nehmen, da gem\u00e4ss Routenbeschrieb diese Wegstrecke auf Asphalt zur\u00fcckzulegen ist. Unsere Gastgeberin organisiert uns dieses telefonisch, und so beginnt unsere Wanderung erst am Strand von Odeceixe mit dem Aufstieg auf die Klippen. Doch bereits hier gibt es einiges zu beobachten. Ein Schwarzkehlchen zeigt sich und weitere, im Augenblick nicht identifizierbare Vogelarten fliegen weg. Bei den Schafen, oben auf der Weide ist eine Gruppe Dohlen im Gras zu beobachten.<br>Neben landschaftlich spannenden Elementen gibt es wieder eine sagenhafte Vielfalt an Pflanzen, die gelb, rot, rosa, blau, violett in verschiedensten T\u00f6nen bl\u00fchen.<\/p>\nngg_shortcode_7_placeholder\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Uns f\u00e4llt im Verlauf der Wanderung am Rand der hier vorherrschenden Steilk\u00fcste auf, dass sich auf den unzug\u00e4nglichen Klippen Nester befinden, auf denen St\u00f6rche ihre Eier bebr\u00fcten oder bereits geschl\u00fcpfte Junge f\u00fcttern. Immer wieder werden wir von \u00fcber den Klippen kreisenden St\u00f6rchen abgelenkt. Zudem machen sich im Buschwerk und in der Luft Zistens\u00e4nger, Schwarzkehlchen, Hausrotschwanz und weitere, nicht bestimmte Kleinv\u00f6gel bemerkbar. Sogar ein R\u00f6telfalke fliegt unter uns durch. Unterschiedliche M\u00f6wen ziehen ihre Bahnen \u00fcber dem Wasser und lassen sich oft auch in den Wellen nieder. \u00dcber l\u00e4ngere Zeit beobachten wir dunkel gef\u00e4rbte, metallisch gl\u00e4nzende Tauben, die aus einer H\u00f6hle kommen, das gegen\u00fcberliegende Ufer anfliegen, dort offenbar Futter oder Nistmaterial sammeln und dann zur H\u00f6hle zur\u00fcckfliegen. K\u00f6nnte es sich hierbei um Felsentauben handeln? Auf Abbildungen sind sie nicht so dunkelfarbig.<br>Einmalig ist die Landschaft mit diesen zerkl\u00fcfteten Felsformationen, den kleinen Sand- und Kieselstr\u00e4nden in der Tiefe, den sich \u00fcberschlagenden und weiss sch\u00e4umenden Wellen, den hoch aufspritzenden Wasserfont\u00e4nen an den Kliffen, den verschiedenen Farbeffekten: ein grossartiges Schauspiel. Dort wo B\u00e4che und Fl\u00fcsse ins Meer m\u00fcnden, m\u00fcssen wir uns richtiggehend durchs Pflanzendickicht k\u00e4mpfen, wo der nackte Fels an die Oberfl\u00e4che tritt, ist die Vegetation sehr sp\u00e4rlich. Vor lauter Staunen und Beobachten verpassen wir dann tats\u00e4chlich die Wegmarkierungen und befinden uns pl\u00f6tzlich in der \u00abWildnis\u00bb, obschon in unserer Brosch\u00fcre ausdr\u00fccklich verlangt wird, dass man die markierten Wege nicht verlassen soll. Gl\u00fccklicherweise finden wir dann relativ schnell auf den markierten Weg zur\u00fcck.<br>So erreichen wir nach \u00fcber siebenst\u00fcndigem Spaziergang unser Ziel, das Dorf Zambujeira do Mar und unsere Unterkunft. Duschen, Kleider wechseln und ein anschliessender Rundgang im Dorf sind die n\u00e4chsten Programmpunkte. Beim Aperitif treffen wir ein Ehepaar aus dem Aargau, das mit dem Wohnmobil unterwegs ist.<br>Nach dem Nachtessen (Seeteufelspiess mit Crevetten und Gem\u00fcse, Pommes Frites und Reis, gemischter Salat und ein Glas Weisswein) ist schon bald Nachtruhe angesagt. Die Sonne ist bereits im Atlantik schlafen gegangen, die D\u00e4mmerung und eine leichte Rotf\u00e4rbung der Wolken k\u00fcnden die Nacht an.<\/p>\n<p>Dienstag, 21. Mai: <b>Zambujeira do Mar &#8211; Almograve<br><\/b>Der Tag beginnt heute mit einer Besonderheit. Wir m\u00fcssen\/d\u00fcrfen uns unser Fr\u00fchst\u00fcck selber zubereiten. Im Zimmer ist ein Wasserkocher vorhanden. Butter, K\u00e4se, Schinken, Milch, Saft und Joghurt sind im K\u00fchlschrank, Geschirr, Besteck und andere Zutaten auf einem Tablet und die frischen Br\u00f6tchen werden uns um zwanzig nach acht an die Zimmert\u00fcre geh\u00e4ngt. Wir decken unseren Fr\u00fchst\u00fcckstisch im Innenhof und geniessen da unsere Mahlzeit. <br>Danach starten wir unsere heutige Etappe. Der erste Abschnitt f\u00fchrt einer Strasse entlang, auf einem Trottoir, bei starker Bew\u00f6lkung, zum Fischerhafen. Ab hier marschieren wir mit wenigen Ausnahmen auf einem Weg \u00fcber den Klippen. Und da tun sich wieder prachtvolle Szenerien auf. Da und dort gibt es was zu beobachten. Leider zeigen sich keine neuen Arten.<\/p>\nngg_shortcode_8_placeholder\n<p>Beim Leuchtturm Cabo Sardao machen wir Mittagshalt. Unterdessen ist der Himmel blau geworden und wir haben die Sonnenbrillen aufgesetzt. Auf einer Holzplattform, von der aus man hinunter in eine steilwandige Bucht schauen kann, belegen wir eine Holzbank, um da unser Picknick zu geniessen. Uns f\u00e4llt auf, dass sich eine grosse Gruppe Vogelbeobachter am Rande der Bucht oben auf den Klippen aufh\u00e4lt und angestrengt mit Feldstechern, Fernrohren und gewaltigen Zooms auf den Kameras in die Bucht hineinschaut. Da sind wieder die Storchennester auf den Klippen, die ihre Aufmerksamkeit erregen. Und pl\u00f6tzlich fliegen auch zwei R\u00f6telfalken \u00fcber uns hinweg, die nun genauestens beobachtet werden. <br>Der Weitermarsch am Nachmittag ist streng, f\u00fchrt uns der Weg doch zu einem grossen Anteil entlang von Sandwegen, die sehr tiefgr\u00fcndig sind. Und das braucht Kraft. Wir \u00fcberstehen auch diese Phase bestens und stossen mit Sand gef\u00fcllten Schuhen zwei drei Kilometer vor Almograve auf eine Strasse mit gestampftem Belag. Wir entleeren unsere Schuhe und Socken und geniessen den letzten, weniger anstrengenden Abschnitt unserer Tagesetappe. Leider sind die beiden Strandcaf\u00e9s am Meer vorne noch geschlossen. So gelangen wir durstig und problemlos zu unserer Unterkunft. Ein Bier bzw. ein Glas Wein gibt es erst nach dem Duschen in einer Bar im Dorf. Und da der Wirt grossz\u00fcgigerweise noch etwas Salziges dazu serviert, der Preis daf\u00fcr sehr g\u00fcnstig ist und der Chef des anschliessend besuchten Restaurants nicht den besten Eindruck hinterl\u00e4sst, gehen wir dahin zur\u00fcck zum Essen. Wir bereuen es nicht. Die Bedienung ist gut, der Seebarsch vom Grill exzellent, der weisse Hauswein ist k\u00fchl und schmeckt uns, und der Preis? Daf\u00fcr bekommt man in der Schweiz kaum einen halben Liter Wein.<br>Und nun geniessen wir die Ruhe und st\u00e4rken uns f\u00fcr den morgigen Tag, der mit rund 16 km, wovon einige im Sand, nicht ganz ohne sein wird.<\/p>\n<p>Mittwoch, 22. Mai: <b>Almograve \u2013 Vila Nova de Milfontes<br><\/b>Heute Morgen erleben wir gerade mehrere Novums. Es hat Nebel draussen. Nach dem Morgenessen starten wir und verlassen Almograve zuerst ein paar hundert Meter weit auf einer Asphaltstrasse, bevor wir auf ein Naturstr\u00e4sschen einbiegen. Und da bewegen sich zwei Schlangen eng umschlungen auf dem Weg. Allerdings f\u00fchlen sie sich offenbar durch uns gest\u00f6rt. Bevor wir unsere Apparate zur Festhaltung dieses Geschehens zur Hand haben, haben sich die beiden Tiere entschlungen und das eine ist bereits zur H\u00e4lfte in den Pflanzen am Wegrand verschwunden. Daf\u00fcr singt bei der n\u00e4chsten Hecke eine Nachtigall wundersch\u00f6n und l\u00e4sst sich durch unsere Anwesenheit nicht st\u00f6ren. Leider k\u00f6nnen wir sie aber im Dickicht nicht sehen.<br>Ab jetzt f\u00fchrt der Weg \u00fcber mehrere Kilometer durch feinen Sand. Das Gehen ist anstrengend. Die Schuhe f\u00fcllen sich allm\u00e4hlich damit. Entsprechend kommen wir langsam voran.<\/p>\nngg_shortcode_9_placeholder\n<p><br>Die n\u00e4chste \u00dcberraschung ist das Pflanzendickicht, durch das der Weg f\u00fchrt. Wurzeln am Boden, \u00c4ste und umgest\u00fcrzte B\u00e4ume \u00fcber den Weg erschweren das Weiterkommen. Daf\u00fcr tun sich aber immer wieder wundersch\u00f6ne K\u00fcstenabschnitte auf und animieren uns zum Fotografieren. Als sich endlich unser Ziel, Vila Nova de Milfontes, blicken l\u00e4sst, freuen wir uns, dass wir\u2019s bald geschafft haben. Aber das ist ein Irrtum. Denn es sind immer noch sechs Kilometer zur\u00fcckzulegen. Zuerst geht\u2019s noch ein Weilchen der K\u00fcste entlang in die Trichterm\u00fcndung des Rio Mira, dann durch W\u00e4lder und Weiden zur Strasse hoch, die \u00fcber den Fluss f\u00fchrt, der Strasse entlang \u00fcber die Br\u00fccke zu einem Kreisel und von dort ins St\u00e4dtchen. Das Auffinden unserer Unterkunft ist ebenfalls nicht problemlos. Aber mit Fragen von Passanten erreichen wir sie doch noch. Und Margrit kann unterwegs noch wunderbar aus der N\u00e4he ein Schwarzkehlchen-M\u00e4nnchen fotografieren.<br>In der Unterkunft werden wir mit hausgemachtem Vanille-Keks und Zitronensaft verw\u00f6hnt. Unser Zimmer sieht gut aus. Im Garten hinter dem Haus kann ich die Schuhe innen und aussen von Sand befreien. Die Dusche funktioniert, so dass wir schon bald eine kurze Erkundungstour machen und in einem Strassencaf\u00e9 eine k\u00fchle Weisswein-Sangria geniessen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Donnerstag, 23. Mai: <b>Vila Nova \u2013 Porto Covo<br><\/b>Heute Morgen werden wir beim Fr\u00fchst\u00fcck bedient. Zwei Frauen und ein Herr fragen uns immer wieder, was wir begehren und bringen uns das Verlangte. Danach machen wir uns m\u00f6glichst bald auf den Weg, denn eine strenge Etappe steht uns bevor. Das erste St\u00fcck Weg f\u00fchrt auf einer Naturstrasse sehr gerade und direkt zur Ponta dos Barcas, einem Fischerhafen. Von da weg geht es auf sandigen Pfaden entlang verschiedener Buchten durch die D\u00fcnen. Der Sand ist tief, das Gehen entsprechend anstrengend. Die Schuhe f\u00fcllen sich allm\u00e4hlich mit Sand und engen die Zehen ein. Aber die Natur hier entsch\u00e4digt uns bei weitem f\u00fcr die erlittenen Strapazen. Wir sind weit und breit die einzigen Wanderer, die unterwegs sind. Nahe der Praia do Malh\u00e3o begegnen uns die ersten Wandernden in der Gegenrichtung. Gelegentlicher Austausch mit diesen gibt uns Anhaltspunkte, wie weit wir bereits gekommen sind und was uns noch bevorsteht.<\/p>\nngg_shortcode_10_placeholder\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei der Praia Malh\u00e3o, wo sich riesige, aber zu dieser Jahreszeit noch leer stehende Parkpl\u00e4tze f\u00fcr Autos befinden, wurden vor ein paar Jahren Holzstege mit Aussichtsplattformen und Informationstafeln in den D\u00fcnen erstellt. Allerdings sind diese in einem schlechten Zustand. Eine Erneuerung w\u00e4re angebracht. Da finden wir eine Bank zum Picknicken. Hier leeren wir aber zuerst unsere Schuhe. Unglaublich, wieviel Sand neben und unter unseren F\u00fcssen Platz fand.<br>Nun kommt der unmarkierte Abschnitt unserer Etappe. Es gibt zwei M\u00f6glichkeiten, diesen zu bew\u00e4ltigen. Man kann dem Stand entlang gehen, was bei Ebbe problemlos sein soll. Oder man geht den D\u00fcnen entlang. Wir w\u00e4hlen den D\u00fcnenweg. Da sind immer mehrere Wege sichtbar, die dazu dienen, die Str\u00e4nde zu erreichen. Und Sand hat es hier auch wieder in un\u00fcbersehbaren Mengen. Und da bemerken wir pl\u00f6tzlich, dass wir uns von den D\u00fcnen zu weit entfernt haben, sehen aber von einer Kuppe aus den richtigen Weg. Also beschliessen wir, querfeldein Richtung D\u00fcnen zu marschieren. Dabei gelangen wir allerdings auf ein Privatgrundst\u00fcck, wo pl\u00f6tzlich ein bellender Hund auftaucht. Margrit will umkehren, ich bestehe darauf, diesen Hund zu missachten, da wir sonst durch ein undurchdringliches Dickicht gehen m\u00fcssten. So gelangen wir zur\u00fcck auf den Weg entlang den D\u00fcnen und wechseln da schon bald einmal an den Strand, der nur gerade von drei Personen besetzt ist. Dem tosenden Atlantik entlang setzen wir unseren Weg fort. <br>Als Wasserratte muss ich da aber unbedingt ein Bad nehmen. So machen wir bei den n\u00e4chsten, in den Sand hineinragenden Felsen Halt. Ich ziehe mich aus und begebe mich in die Wellen. Ein wunderbares Gef\u00fchl! Allerdings ist das Wasser kalt, so dass ich es nicht allzulange aushalte. Margrit filmt. Als ich aus dem Wasser steige, stellt Margrit fest, dass sie noch ein Foto h\u00e4tte knipsen k\u00f6nnen. Also gibt es eine Zweitauflage meines Badeerlebnisses. Bis ich dann trocken und wieder in die Kleider gestiegen bin, dauert es etwas. Aber daf\u00fcr sind die Schuhe wieder sandfrei und auch frei von stacheligen Grasfr\u00fcchten.<br>Nun ist der Weg wieder markiert, und wir gelangen problemlos nach Porto Covo. Unterwegs beobachten wir noch ziemlich viele Dohlen, ein Hausrotschwanzp\u00e4rchen, ein Schwarzkehlchen und M\u00f6wen. Unser Hotel, das am Siedlungsrand liegt, finden wir leicht dank hilfreichen Tips von Einheimischen. Und hier ist es nun nach einfachen Zimmern in den vorherigen Unterk\u00fcnften luxuri\u00f6s: grosses Zimmer, Pool, Gartensitzplatz, breite Betten. <br>In einem einfachen, gut besuchten Restaurant geniessen wir das Nachtessen: Oliven mit K\u00e4se und Brot, eine 3\/8-Flasche Weisswein aus dem Alentejo, grillierten Tintenfisch mit Kartoffeln und Gem\u00fcse und gemischten Salat. Und danach ist Schreiben und Schlafen angesagt.<\/p>\n<p>Freitag, 24. Mai: <b>Porto Covo \u2013 Cercal do Alentejo<br><\/b>Da wir heute schon fr\u00fch, n\u00e4mlich ab halb acht, fr\u00fchst\u00fccken k\u00f6nnen, sind wir auch rechtzeitig bereit und k\u00f6nnen dem Markt noch einen Besuch abstatten, um das heutige Picknick einzukaufen. Beim Stand mit Fr\u00fcchte und Gem\u00fcse kaufen wir Aprikosen, Birnen und einen Pfirsich mit ganz heller Haut. Angetan hat es mir aber der Fischmarkt mit einem Angebot, das das Herz eines jeden Fischliebhabers h\u00f6her schlagen l\u00e4sst. Was da alles in der Auslage liegt! Leider k\u00f6nnen wir keine Fische mitnehmen!<br>Im Hotel zur\u00fcck, verpacken wir die Eink\u00e4ufe in unseren Rucks\u00e4cken, kontrollieren nochmals, ob alles mitgekommen ist, und dann machen wir uns auf den Weg. Nun ist er wieder bestens markiert und f\u00fchrt uns von der K\u00fcste weg. Das macht sich vor allem in der begleitenden Flora bemerkbar. Links und rechts des Weges breiten sich Blumenwiesen, Schafweiden, Ackerland und Heuwiesen aus. Wir kommen an Bauernh\u00f6fen vorbei, unter anderem auch an einer antiken portugiesischen Windm\u00fchle, die leider am Zerfallen ist.<\/p>\nngg_shortcode_11_placeholder\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Schon bald steigt der Pfad an und teilweise bizarr geformte Korcheichen s\u00e4umen ihn. Dieser nimmt schon fast die Form eines ausgetrockneten Bachbettes an. Da tritt Margrit beinahe auf eine am Wegrand liegende Schlange. Sie ist d\u00fcnn, vielleicht etwas mehr als einen halben Meter lang. Drohend hebt sie ihren Kopf und gibt leise zischende Ger\u00e4usche von sich. Mit Fotoapparat und Videokamera wird das Ding festgehalten.<br>Der Weg steigt weiter an, an Korkeichen, Kiefern und Eukaliptusb\u00e4umen vorbei. Wir beschliessen, unser Picknick einzunehmen, wenn wir den Kulminationspunkt unserer Etappe erreicht haben. Mit M\u00fche finden wir ein Pl\u00e4tzchen mit zwei Steinen, worauf wir uns setzen k\u00f6nnen. Dort geniessen wir Aprikosen, Pfirsich und Birne. Sie schmecken vorz\u00fcglich. Beim Weitergehen sehen wir dann, dass nur wenige hundert Meter von diesem Ort eine Bank zur Verf\u00fcgung gestanden h\u00e4tte.<br>Der allm\u00e4hliche Abstieg nach Cercal f\u00fchrt durch eint\u00f6nigen Eukaliptuswald, sp\u00e4ter durch einen artenreichen Wald mit ganz verschiedenen B\u00e4umen und Pflanzen, darunter Mimosen \u00e4hnliche B\u00e4ume in grosser Zahl. Und darauf geht es an Bauernh\u00f6fen mit unterschiedlichen Produkten vorbei. Dabei begegnet uns noch eine &#8222;Riesenheuschrecke&#8220;, die fotografisch festgehalten wird.<br>\u00dcber eine Br\u00fccke gelangen wir an unseren Zielort, wo uns eine Passantin auf Portugiesisch den Weg zu unserer Unterkunft erkl\u00e4rt. Und schon bald sind wir da, k\u00f6nnen uns frischmachen und mit Bier und Wein den Durst in einem nahen Caf\u00e9 l\u00f6schen. Anschliessend suchen wir noch das Restaurant auf, wo wir heute Abend essen werden. Es sieht vielversprechend aus.<\/p>\n<p>Samstag, 25. Mai: <b>Cercal do Alentejo \u2013 Vale Seco<\/b><br>Es ist sp\u00e4ter Nachmittag. Wir sitzen frisch geduscht und blasenversorgt in unserem Zimmer in Cercal, nicht weil wir heute nicht weitergewandert sind, sondern weil wir nach unserer Ankunft in Vale Seco abgeholt wurden und per Minivan nach Cercal, in unser Hotel zur\u00fcckgefahren wurden.<\/p>\nngg_shortcode_12_placeholder\n<p><br>Der Morgen begann etwas ungew\u00f6hnlich, da das Hotel kein Fr\u00fchst\u00fcck bereitstellt. So mussten wir ein paar Meter zu einem Caf\u00e9 gehen und konnten dort unseren Voucher einl\u00f6sen. Die Auswahl war nicht so gross. Mit einem frisch gepressten Orangensaft, K\u00e4se- und getoasteten Brotscheiben und einem Milchkaffee wurden wir bedient. Zur\u00fcck im Hotel, machten wir uns wanderfertig und zogen los. Noch im Dorf wurden wir durch einen wunderbar singenden Vogel auf einer Freiluft-Eletroleitung \u00fcberrascht. Er hatte ein schwarzes K\u00e4ppchen und war sonst unscheinbar grau. Weder M\u00f6nchs- noch Samtkopfgrasm\u00fccke kommen f\u00fcr uns in Frage. Des Weiteren begegneten wir Schwarzkehlchen, Grauammern, einer Blauelster, Zistens\u00e4ngern, Amseln, Distelfinken, einer riesigen Anzahl Hausspatzen und h\u00f6rten auch mehrmals den Kuckuck rufen. Zudem entdeckten wir auf dem Weg eine tote Blindschleiche und einen \u00fcberfahrenen Fuchs. Wir wanderten durch Wiesen, wo gerade geheut wurde, durch Getreidefelder, die bereits abgeerntet waren oder gerade gem\u00e4ht wurden, durch Korkeichenw\u00e4lder mit vielen toten und absterbenden B\u00e4umen, durch Eukaliptus- und wenige Kiefernw\u00e4lder. Zwei stehende Gew\u00e4sser trafen wir an, den Stausee de Campilhas und einen Weiher mit vielen Wasserfr\u00f6schen, die beim N\u00e4herkommen &#8211; plitsch &#8211; ins Wasser sprangen. Es ging hinauf, dann wieder hinunter, und das wiederholte sich. Menschen, insbesondere Wanderer, trafen wir wenige. Mit einem schwedischen Ehepaar, das in umgekehrter Richtung unterwegs war, redeten wir etwas l\u00e4nger. Zudem stieg die Temperatur von H\u00fcgel zu H\u00fcgel. Einigen Pflanzen, die wir auf dem Fischerpfad beobachteten, kamen auch hier wieder vor. Jedenfalls hatten wir immer wieder etwas zu beobachten und sch\u00e4tzten es sehr, als nach rund 14 km ein angeschriebenes Haus auftauchte und wir uns da mit Wasser, Espresso und einer Glace auf einem Stuhl etwas ausruhen konnten. <br>Um ca. 15 Uhr kamen wir an unserem Ziel an, in Vale Seco. Da bestaunten wir noch eine riesige Beige Korkeichenrinde. Leider war niemand da, der uns erkl\u00e4ren konnte, was mit diesen Korkst\u00fccken passiert. Im Caf\u00e9 warteten wir auf unseren Chauffeur, der dann eine junge Frau war, die perfekt Deutsch sprach. Sie wuchs als Tochter eines Deutschen und einer Portugiesin hier auf und arbeitet in einer Tourismusagentur.<br>Morgen steht uns die letzte Etappe unsere Wanderreise bevor.<br>Zum Nachtessen gibt es da noch etwas zu erz\u00e4hlen. Wir gehen auf Rat des Receptionistin unserer Unterkunt in ein Restaurant mit regionalem Angebot. Das Lokal ist mit nur wenigen Tischen ausgestattet, gedeckt mit umgekehrten Tellern, je einem Kelchglas mit eingesteckter Serviette, Gabel und Messer. Kaum sitzen wir, bekommen wir schon einen Korb mit halbierten Brotscheiben, auf einem Teller ein in Scheiben geschnittenes K\u00e4slein, auf einem zweiten Teller ein D\u00f6slein mit Sardinenpaste und eines mit gesalzener Butter. Bedient werden wir von einer umtriebigen, \u00e4lteren, kleinen Frau mit einer M\u00fctze, die die Haare vollst\u00e4ndig abdeckt. Von unserem Tisch aus haben wir freie Sicht in die K\u00fcche. Dort erscheinen nun noch zwei weitere Frauen und beginnen zu wirken. Unterdessen hat sich das Lokal bis auf zwei Tische gef\u00fcllt. Mit der Men\u00fc-Karte kommt nun die erstgenannte Frau bei jedem Tisch vorbei, fragt nach den W\u00fcnschen der G\u00e4ste und gibt Ratschl\u00e4ge. Margrit bekommt viele mitleidige Blicke und Bemerkungen, als sie nur einen gemischten Salat bestellt. Mir r\u00e4t sie, weil ich Fisch essen m\u00f6chte, zu Filets. Dazu gibt es ein &#8222;Halbeli&#8220; Weisswein und ein Flasche Mineral nature. Nachdem alle G\u00e4ste bestellt haben, \u00fcbernimmt unsere Serviererin das Szepter in der K\u00fcche, die drei Frauen sind im Element, wir geniessen unsere Appetit-H\u00e4ppchen, und schon bald werden die ersten Speisen aufgetragen. Zuerst bekommt Margrit ihren Salat, bestehend aus Lattich, Tomaten und Zwiebeln mit denselben Mitleidsbezeugungen wie beim Bestellen, dann wird mir eine Platte mit vier panierten Fischfilets aufgetragen, danach folgt eine Platte Reis mit Kr\u00e4utern und etwas sp\u00e4ter folgt noch eine Platte mit Pommes Frites. Wir essen und trinken, geniessen diese einfache, aber schmackhafte Mahlzeit und werden noch gefragt, ob wir genug bekommen h\u00e4tten. Offenbar w\u00e4re noch ein Nachservice geplant. F\u00fcr mich bestelle ich darauf noch eine Espresso. Als wir danach die Rechnung bestellen, da staunen wir nur noch: 16 Euro kostet uns dieses Vergn\u00fcgen.<br>Den Gute-Nacht-Drink und das Dessert nehmen wir in einer Pasteleria, wo gerade das Fussballmatch Sporting Lissabon gegen Porto im Fernseher \u00fcbertragen wir. Es handelt sich nach unserer Meinung um den Cupfinal. Und da k\u00f6nnen wir beobachten, was wirkliches \u00abFanen\u00bb ist. Der Final wird mit Penalty-Schiessen entschieden. Bei jedem Goal f\u00fcr Sporting liegen sich die Fans, mehr junge M\u00e4nner, weniger Frauen, mit ohrenbet\u00e4ubendem Geschrei in den Armen, bei Gegentoren bleiben sie ruhig. Schliesslich siegt Lissabon, die Fans verschwinden nach lautstarkem Beifall sehr schnell. Und dann h\u00f6ren wir sie, wie sie mit ihren Autos mit aufheulenden Motoren und vielstimmigem H\u00f6rnerklang durch die Strassen Cercals brausen.<\/p>\n<p>Sonntag, 26. M\u00e4rz:<b> Vale Seco &#8211; Santiago do Cacem<\/b><br>Heute steht uns der letzte Wandertag bevor. Das Morgenessen ist wieder im Caf\u00e9. Anschliessend packen wir unsere Sachen und machen uns bereit f\u00fcr die letzte Etappe der Rota Vicentina. In der Hotellounge erwarten wir unsere Chauffeuse nach Vale Seco. P\u00fcnktlich ist sie da. Aber es ist nicht mehr die von gestern. Z\u00fcgig f\u00e4hrt sie uns an unseren Ausgangsort. Im dortigen Caf\u00e9 kaufen wir noch eine Flasche Wasser, platzieren sie in meinem Rucksack, setzen unsere Sonnenbrillen und die H\u00fcte auf. Und los geht\u2019s. Nach wenigen Metern macht sich schon das erste Schwarzkehlchen bemerkbar und setzt sich in gutem Licht auf einen Ast. Im n\u00e4chsten Dickicht l\u00e4sst eine Nachtigall ihren Gesang erklingen. In gutem Tempo marschieren wir Richtung Endziel. Vor allem Korkeichenw\u00e4lder, hie und da eine Weide, Brach- und Ackerfl\u00e4chen, Heuwiesen und Eukaliptusplantagen s\u00e4umen den Weg. Ein l\u00e4ngeres Wegst\u00fcck gehen wir durch ein Tal, an dessen H\u00e4ngen recht bizarre Korkeichen wachsen. Es wird heiss, und unser Wasservorrat schwindet. Die ersten Wanderer von Santiago do Cacem her begegnen uns. Zum Picknicken machen wir bei einem verlassenen Bauernhof Halt. Irgendwann kommen wir zu den Ruinen eines verfallenen Klosters aus dem 14. Jahrhundert. Nahe dabei h\u00f6ren wir Gl\u00f6ckchen und f\u00fchlen uns auf eine unserer Alpweiden versetzt. Da sind wirklich ganz spezielle Ziegen in einem f\u00fcrchterlich unordentliche Gehege eingesperrt, und keine Menschenseele ist sichtbar.<\/p>\nngg_shortcode_13_placeholder\n<p><br>Unser Marsch geht weiter, immer in der Hoffnung, die im Wanderbeschrieb prophezeiten Schlangen-, Bussard- und Zwergadler am Himmel zu sehen. Aber diesen Gefallen machen sie uns nicht.<br>Keiner von ihnen l\u00e4sst sich blicken. In der br\u00fctenden Hitze machen sich auch die Singv\u00f6gel nicht gross bemerkbar.<br>Endlich sehen wir in der Ferne die Kirche und die Burg von Santiago. Wir haben mit rund 250 Meter \u00fcber Meer den h\u00f6chsten Punkt unserer Route erreicht. Eine pr\u00e4chtige Rundsxicht er\u00f6ffnet sich uns. Leider ist heute die Luft etwas feucht, so dass die weit entfernten Orte nicht mehr so klar sichtbar sind. <br>Nun beginnt der lange Anmarsch zum Burg- und Kirchenh\u00fcgel von Santiago. Wir sind jetzt auf einer guten H\u00f6he, aber zwischen uns und dem Ziel liegen weitere H\u00fcgel und T\u00e4ler. Dazu steigt jetzt dank der intensiven Sonneneistrahlung die Temperatur. Und das Ziel liegt doch vermeintlich so nah. Und trotzdem dauert es dann noch mehr als eine Stunde, bis wir es erreichen. Abstiege und erneute Aufstiege machen uns das Wandern in der Hitze schwer. Aber der letzte Aufstieg verl\u00e4uft dann weitgehend im Schatten. Allerdings m\u00fcssen wir mitten durch die Teilnehmer einer Familienfeier gehen, wo k\u00fchle Getr\u00e4nke und leckere Speisen auf Festtischen aufgestellt sind. Aber endlich sind wir nach einem steilen Treppenaufstieg bei der Kirche. Diese ist geschlossen. Nur gerade zwei Katzen streunen hier herum. Nach einiger Zeit gesellt sich noch ein Ehepaar dazu, Nichtwanderer, und mit dem kommen wir ins Gespr\u00e4ch. Die beiden sind Portugiesen aus der Umgebung von Porto und machen einen Sonntagsausflug. Die Frau arbeitet in der N\u00e4he, spricht gut Deutsch und m\u00f6chte von uns wissen, wie wir Portugal erleben. Ihr Mann ist arbeitslos. Sie sind beide froh, dass Portugal die \u00f6konomisch Krise in Griff bekommen hat und dass die Bev\u00f6lkerung dabei ruhig geblieben ist. <br>Danach machen wir uns auf, unsere heutige Unterkunft zu suchen. Die Mithilfe einiger einheimischer Passanten f\u00fchrt uns zum richtigen Ort. <br>Nach der Dusche geht\u2019s auf zum Nachtanken der auf der Wanderung verlorenen Fl\u00fcssigkeit in einem nahen Strassencaf\u00e9, wo viel Betrieb ist, und wir von jungen Portugiesen noch einiges mitbekommen \u00fcber portugiesische Gepflogenheiten.<br>Danach besorgen wir uns die Tickets f\u00fcr die morgige Busfahrt nach Lissabon, denn die Busstation befindet sich gerade in der N\u00e4he. Zum Nachtessen besuchen wir dasselbe Restaurant und essen&#8230; nat\u00fcrlich Fisch.<\/p>\n<p>Montag, 27. Mai: <b>Busfahrt nach Lissabon, erste Eindr\u00fccke<\/b><br>Mit einiger Versp\u00e4tung f\u00e4hrt unser Bus. Die Fahrt zeigt uns eindr\u00fccklich, dass die Gegend zwischen Cercal und Lissabon sehr trocken ist. Aber viele Fl\u00fcsse aus dem h\u00f6her gelegenen Landesinnern fliessen zum Atlantik und bringen etwas Wasser her. Der Boden scheint sehr sandig zu sein. Trotzdem wachsen an vielen Orten Korkeichen und Eukaliptusb\u00e4ume. Wo bew\u00e4ssert werden kann, beobachten wir auch Acker- und Gem\u00fcsebau. Jedoch sind einige Gew\u00e4chsh\u00e4user ausser Betrieb, die Plastikfolien sind zerrissen und die Gest\u00e4nge zerst\u00f6rt.<\/p>\nngg_shortcode_14_placeholder\n<p><br>Kurz nach Mittag sind wir in Lissabon, und per Taxi gelangen wir zum Hotel, wo wir sehr freundlich empfangen und zu unserem Zimmer gef\u00fchrt werden. Der Receptionist warnt uns vor Taschendieben, stellt uns einen Stadtplan zur Verf\u00fcgung und zeigt uns darauf, wo und wie wir am besten unsere Ziele, die Margrit ihm nennt, erreichen. Nachdem wir uns im Zimmer eingerichtet haben, machen wir uns zu Fuss auf den Weg Richtung Rossio und auf den H\u00fcgel mit dem Castelo de Sao Jorge. Unterwegs genehmigen wir uns aber noch ein Bierchen, ein Glas Weisswein und etwas zwischen die Z\u00e4hne. Nach dem recht anstrengenden Aufstieg geniessen wir dort oben die Aussicht, den Schatten der B\u00e4ume und den k\u00fchlenden Wind. Und zudem schiessen wir einige Fotos mit der Kamera und den Handys. Danach steigen wir zur Pra\u00e7a do Com\u00e9rcio hinunter und bewundern die Ausdehnung dieses Platzes sowie die Geb\u00e4ude auf den bebauten drei Seiten, insbesondere den Arco da Rua Augusta. Ebenso erregt die Reiterfigur, Dom Jos\u00e9 I., in der Mitte des Platzes unsere Aufmerksamkeit. Auf dem Platz und auf dem Gel\u00e4nde zum Tejo hin wimmelt es nur so von Leuten aus allen m\u00f6glichen Nationen. <br>Auf verschlungenen Wegen schlendern wir zur\u00fcck zu unserem Hotel im Bairro Alto. Hier angekommen reden wir noch etwas mit der Receptionistin, die sehr gut deutsch spricht und aus Russland stammt. Sie fragen wir wegen unseres Nachtessens und erhalten von ihr einen Tipp, mit dem Hinweis, zwei Angestellten einen Gruss von ihr auszurichten.<br>Nach einer Ruhepause begeben wir uns ins empfohlene Lokal, bestellen unser Men\u00fc: Thunfisch, Salat und Ros\u00e9wein. Als wir dann dem einen Angestellten die Gr\u00fcsse \u00fcberbringen k\u00f6nnen, ist der \u00fcbergl\u00fccklich und freut sich sehr. Nach einem Barbesuch kehren wir ins Hotel zur\u00fcck, wo allerdings bereits wieder eine andere Person an der Reception ist. Nun ist Schlafen angesagt.<\/p>\n<p>Dienstag, 28. Mai: <b>Lissabon<\/b><br>Nachdem wir uns f\u00fcr den heutigen Tag fit gemacht haben, starten wir unsere Tour. In der Reception holen wir uns noch ein paar Anregungen. Zu Fuss gehen wir hinunter zur Metrostation Cais do Sodr\u00e9, wo wir zuerst in einem Caf\u00e9 ein kleines Fr\u00fchst\u00fcck einnehmen und uns 24 h-Karten f\u00fcr die \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel kaufen.<\/p>\nngg_shortcode_15_placeholder\n<p><br>Mit dem Tram Nr. 2, ein richtig antikes Gef\u00e4hrt mit h\u00f6lzernen W\u00e4nden, B\u00e4nken und Stangen zum Festhalten fahren wir nach Bel\u00e9m. Eine gewaltige Menschenmenge ist hier unterwegs, richtiggehend Overtourism. Auf einen Besuch des Jeronimos-Klosters verzichten wir, die Schlange der anstehenden Menschen ist immens. Auch von aussen ist der Bau eindr\u00fccklich, besticht er doch durch seine Ausdehnung, die weissen Kalksteine und durch die reichen Verzierungen. Gem\u00fctlich spazieren wir zum Denkmal der Entdecker, schauen uns dieses Monument genauer an, speziell auch die riesige Mosaikwindrose auf dem Vorplatz und gehen dann weiter zum Turm von Belem, dem Eingang zum Hafen. Auf dem R\u00fcckweg entschliessen wir uns, mit dem Lift auf das Dach des Entdeckerdenkmals zu fahren, um von dort den Ausblick auf die Umgebung zu geniessen. Das lohnt sich wirklich. Vor allem sieht man von hier oben die Windrose sehr gut. Danach spazieren wir durch die Pra\u00e7a do Imp\u00e9rio und lassen uns vom Springbrunnen beeindrucken.<br>Mit einem Bus fahren wir ein St\u00fcck weit Richtung Stadtzentrum und suchen den Weg zur Estrela-Kirche. Unterwegs kaufen wir uns in einem Mini Mercado, von denen es hier sehr viele gibt, ein paar Fr\u00fcchte und zwei Flaschen Wasser, um im Park bei der Kirche zu picknicken. In einem Caf\u00e9 nebenan geniessen wir eine Bica (ein Espresso) und ein Past\u00e9is de Belem (ein Vanillet\u00f6rtchen). Danach besichtigen wir die Kirche.<br>Mit einem n\u00e4chsten Tram fahren wir zur Pra\u00e7a da Figueira, um noch einmal durch den Augusta-Bogen auf den riesigen Com\u00e9rcio-Platz und an den Tejo zu gelangen. Allerdings lassen wir uns auf dem Weg dazu zu einer Sangria verf\u00fchren. Und weil es so schattig ist, ein k\u00fchler Wind weht und ein paar Strassenh\u00e4ndler und -k\u00fcnstler etwas darbieten, bleiben wir etwas l\u00e4nger sitzen.<br>Danach geht es zu Fuss weiter. Wir gelangen zur Standseilbahn bei Cais de Sodr\u00e9 und fahren damit hoch zum Bairro Alto, wo wir schon sehr nahe bei unserem Hotel sind. Und da ruhen wir uns etwas aus, bevor es dann zum Nachtessen geht.<\/p>\n<p><br>Mittwoch, 29. Mai: <strong>Lissabon, Heimreise<br><\/strong>Leider ist heute der letzte Tag unserer Portugalreise angebrochen. Da wir erst gegen Abend fliegen, k\u00f6nnen wir das Gep\u00e4ck im Hotel zur\u00fccklassen. Wir nutzen noch unsere 24 h-Karte f\u00fcr den \u00f6V und fahren mit der Standseilbahn hinunter nach Cais de Sodr\u00e8. Mit der Metro, wo ein riesiges Gedr\u00e4nge herrscht, geht die Fahrt weiter mit Umsteigen nach der Pra\u00e7a Marqu\u00e8s de Pombal. Ab hier spazieren wir en Parque Eduardo VII hoch. Hier werden Vorbereitungen getroffen f\u00fcr das grosse Buchfest, das n\u00e4chstens stattfinden wird. Mit grossem Aufwand stellen Verlage und Gesellschaften Pavillons und noch geschlossene Essbuden auf, legen Teppiche aus und schaffen Sitzgelegenheiten. Vom oberen Ende des Parkes haben wir eine wunderbare Aussicht auf die Stadt.<\/p>\nngg_shortcode_16_placeholder\n<p><br>Auf dem R\u00fcckweg zum Pombal-Platz fr\u00fchst\u00fccken wir in einem einfachen Caf\u00e9. Es gibt Kaffee, frisch gepresster Orangensaft und ein K\u00fcchlein.<br>Auf der Avenida da Liberdade spazieren wir gem\u00fctlich zur Esta\u00e7ao do Rossio und betrachten die Geb\u00e4ude, schauen in die Seitengassen hinein und stossen per Zufall auf den Ascensor da Gloria, die Standseilbahn, an der das Hotel Sui\u00e7o Atlantico steht, wo wir bei unserem letzten Aufenthalt in Lissabon im Oktober 1996 n\u00e4chtigten. Ein weiteres Geb\u00e4ude, das unsere Beachtung findet, ist der Bahnhof Rossio. Auf der Rua Augusta, die zum gleichnamigen Triumphbogen und auf die Pra\u00e7a do Com\u00e9rcio f\u00fchrt und Fussg\u00e4ngerzone ist, genehmigen wir uns eine Spezialit\u00e4t, ein warmes Geb\u00e4ck mit Bacalhau und K\u00e4se drin und dazu ein Gl\u00e4schen Porto. Zum Abschluss unserer Portugalreise geniessen wir nochmals den Blick hinaus auf den Tejo.<br>Auf dem R\u00fcckweg zum Hotel machen wir einen Halt im Mercado da Ribeira. Hier finden wir ein reiches Sortiment an frischen Lebensmitteln vor. F\u00fcr mich ist es immer wieder faszinierend, was an Fischen und anderem Meeresgetier zum Essen zum Verkauf steht. Im \u00abTime Out\u00bb-Bereich dieser Markthalle befinden sich verschiedene Essensst\u00e4nde, wo Gerichte aus aller Welt und die Getr\u00e4nke dazu angeboten werden. Da legen wir unseren letzten Halt ein und geniessen noch eine feine Sangria und etwas Kleines zu essen. Danach steigen wir zu unserem Hotel im Bairro Alto hinauf, wo unser Gep\u00e4ck wartet. Per Taxi lassen wir uns zum Airport bringen.<br>Der Flug zur\u00fcck verl\u00e4uft unspektakul\u00e4r. Unsere Reise endet um halb elf, als wir mit dem Zug unseren Wohnort erreichen.<b><\/b><\/p>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfangs MaiUnsere Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Die Fl\u00fcge sind gebucht, die Unterk\u00fcnfte ebenfalls, das Kartenmaterial liegt bereit. \u00dcberlegungen zum mitzunehmenden Material sind gemacht und einige Dinge liegen bereit. Schon bald geht&#8217;s los. In wenigen Tagen kannst du lesen, was wir auf unserer Wanderreise im S\u00fcden Portugals erleben. Montag, 13. Mai: Flug nach FaroIm Verlaufe des<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-4172","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/mapeadventures.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4172","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/mapeadventures.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/mapeadventures.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mapeadventures.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mapeadventures.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4172"}],"version-history":[{"count":81,"href":"https:\/\/mapeadventures.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4172\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4654,"href":"https:\/\/mapeadventures.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4172\/revisions\/4654"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/mapeadventures.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4172"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/mapeadventures.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4172"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/mapeadventures.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4172"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}