{"id":540,"date":"2014-04-15T17:45:13","date_gmt":"2014-04-15T15:45:13","guid":{"rendered":"http:\/\/mapeadventures.luckyweb.ch\/?p=540"},"modified":"2024-03-02T09:59:18","modified_gmt":"2024-03-02T07:59:18","slug":"von-prag-nach-cuxhaven-der-elbe-entlang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mapeadventures.ch\/?p=540","title":{"rendered":"Von Prag nach Cuxhaven"},"content":{"rendered":"<p><b>4. Juli 2011:&nbsp;<\/b><b>Neuenkirch \u2013 Baden \u2013 (City-Night-Line nach Prag)<br \/>\n<\/b><\/p>\n<p>ngg_shortcode_0_placeholder<b><br \/>\n<\/b>Wir stehen etwa um 06.00 Uhr auf. Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck und dem Haushalt ferient\u00fcchtig Machen sind wir abfahrbereit. Wir satteln unsere Velos. Walti, unser Wohnungsnachbar, verabschiedet uns und macht noch Fotos. Um 9.30 Uhr geht\u2019s los. Wir fahren \u00fcber Nottwil \u2013 Sursee auf den Surenweg. Bei der Badi Staffelbach machen wir unseren obligatorischen Kaffeehalt. Nachher geht\u2019s weiter, zuerst in Richtung Aarau und dann in Richtung Suhr. An der Aare, an einem lauschigen Pl\u00e4tzli, machen wir Mittagshalt. Es ist sehr ruhig und idyllisch, aber leider stinkt es. Sp\u00e4ter \u00fcberqueren wir die Aare mehrmals und kommen, auf oft sehr staubigen Strassen nach Brugg. Hier m\u00fcssen wir wieder \u00fcber die Aare, um die Einm\u00fcndung der Reuss zu umfahren. So erreichen wir \u00fcber Turgi und Untersiggental um 15.30 Uhr Baden. Wir suchen am Bahnhof eine M\u00f6glichkeit, unsere Velos einzustellen. Der Bahnhof wird neu gebaut, darum gibt es keinen Platz f\u00fcr unsere R\u00e4der. Wir wollen noch nicht in eine Beiz sitzen. Darum gehen wir auf die Suche nach einem schattigen Pl\u00e4tzli, denn es ist sehr heiss. Mit dem Lift fahren wir an die Limmat hinunter. Unter Platanen finden wir eine freie Bank. Peter geht nochmals in die Stadt hinauf, um Getr\u00e4nke und ein Br\u00f6tli zu kaufen. Wir geniessen den ruhige Fluss der Limmat. Sp\u00e4ter fahren wir in die Stadt hoch und geniessen in der Altstadt einen Apero. In der N\u00e4he des Bahnhofs, in einem Gartenrestaurant, essen wir zum Znacht einen Salat. Zeitig machen wir uns auf den Weg zum Perron. Bis Basel hat es sehr wenige Leute im Zug. In Basel steigen dann aber noch einige zu.<br \/>\nVelofahrt: 73 km \/ unterwegs: 4 h 30 min<\/p>\n<p><b>5. Juli: Im&nbsp;<\/b><b>Nachtzug Baden &#8211; Prag und Stadtbesichtigung<br \/>\n<\/b><\/p>\n<p>ngg_shortcode_1_placeholder<b><br \/>\n<\/b>Wie das so ist mit Schlafen im Zug: Bis Fulda (00.30 Uhr) waren wir meistens wach und ab 05.00 Uhr waren wir bereits wieder munter. Vor dem Aussteigen lernen wir im Veloabteil zwei \u00e4ltere Schweizer kennen, die mit antiken Milit\u00e4rvelos der Elbe entlang fahren m\u00f6chten. Sie helfen uns beim Aussteigen, weil wir eine Station vor dem Hauptbahnhof den Zug verlassen, da unsere Pension in diesem Stadtteil liegt. So klappt alles wunderbar, nur das Finden unserer Pension Karnet entpuppt sich als etwas schwieriger. Anstelle von 1,8 km fahren wir rund 4 km. Unsere Pension liegt an einem Hang und unsere Zimmer im 3. Stock.<br \/>\nNach dem Duschen fahren wir mit der U-Bahn zum Wenzelsplatz. Da beginnt unser Spaziergang zum Hradschin und wieder zur\u00fcck. Wir geniessen die Stadt. Hat das viele Touristenhier! Besonders auf der Karlsbr\u00fccke ist fast kein Durchkommen. Wir geniessen unterwegs&nbsp; ein Panin0, N\u00fcsse, Bier, Orangensaft und im Weinberg am Hradschin ein Glas Wein. Nach dem Gang durchs Judenviertel suchen wir uns in der N\u00e4he des Wenzelsplatzes ein Restaurant. Peter isst Gulasch mit Kn\u00f6del und ich einen griechischen Salat. Dazu trinken wir Bier und Wein und zum Abschluss einen Kaffee. Auf dem R\u00fcckweg zur Pension geniesst Peter noch eine Glace. Wir sind m\u00fcde vom langen Tag und gehen fr\u00fch schlafen.<\/p>\n<p><b>6. Juli: Prag \u2013 Roudnice<br \/>\n<\/b><\/p>\n<p>ngg_shortcode_2_placeholder<b><br \/>\n<\/b>Wir haben beide sehr gut geschlafen. Leider haben wir das Fr\u00fchst\u00fcck erst auf acht Uhr bestellt. Wir essen im Garten. Es ist sehr fein. Der Gastgeber, Herr Teindl, geht auf alle unsere W\u00fcnsche ein. Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck, dem Packen und dem Bezahlen erkl\u00e4rt er uns den Weg bis an die deutsche Grenze. Er gibt uns gute Ratschl\u00e4ge mit auf den Weg. Er meint, wir sollen den Weg der Moldau entlang fahren, auch wenn unser Radf\u00fchrer diesen als gef\u00e4hrlich einstuft. Seine Meinung ist: Ben\u00fctzt nicht &nbsp;\u201eVeloautobahnen\u201c, sondern \u201ebiologische\u201c Radwege!<br \/>\nKurz nach neun geht\u2019s los. Wir finden den Einstieg gut und entscheiden uns, Herrn Teindls Vorschlag zu befolgen. Bei km 15, so etwa um 9.45 Uhr, geschieht es dann. Ich, Margrit, bin mit meinen Augen nicht auf dem Weg, sondern auf der Moldau und sehe einen im Boden eingelassenen grossen Stein nicht. Ich st\u00fcrze ungl\u00fccklich auf das Gesicht. Dabei schlage ich mir die Nase, die Ober- und Unterlippe und das Kinn auf. Auch im Mund muss ich eine Wunde haben. Zudem blutet es am linken Handgelenk und \u00fcber der linken Achillessehne. Es schmerzt uns\u00e4glich. Peter tr\u00f6stet und w\u00e4scht mich. Ich nehme Arnika und eine Schmerztablette. &nbsp;Aber ich will weiter, zuerst fahrend, dann, als der Weg immer schm\u00e4ler wird, schiebend. Am Ende des \u201egef\u00e4hrlichen\u201c Weges ist ein Restaurant. Im Spiegel auf dem WC kann ich mich anschauen. Ich sehe ganz und gar nicht sch\u00f6n aus. Ich lasse kaltes Wasser in den Mund fliessen, es macht h\u00f6llisch weh! Aber so wird der Mund wenigstens sauber. Zum Gl\u00fcck habe ich keinen Zahn herausgeschlagen. Peter trinkt etwas, dann geht\u2019s weiter. Es geht flott vorw\u00e4rts. Zum Teil sind die Radwege ganz toll, zum Teil sind sie aber f\u00fcrchterlich. Weil ich Angst vor einem weiteren Sturz habe, schiebe ich hie und da. Aber das Velofahren macht mir sonst keine M\u00fche, nur dass mir immer wieder Blut aus dem Mund fliesst und ich im Mund Schmerzen habe. Bei Melnik fliesst die Moldau in die Elbe. Wegen des Sturzes schauen wir aber Melnik nur von der Elbe aus an. Wir beschliessen, in Roudnice zu \u00fcbernachten.<br \/>\nNach einigem Suchen finden wir das Hotel Koruna. Wir bekommen ein Zimmer mit Fr\u00fchst\u00fcck f\u00fcr 53 Euros. Nach dem Duschen und der Pflege der Wunden gehen wir in die Stadt. Wir kaufen Joghurt und Actimel, damit ich nicht verhungere, denn vermutlich kann ich nicht beissen. Vor dem Schloss gehen wir in einer&nbsp; Strassenbeiz zum Apero. Peter trinkt Bier und ich einen Weisswein mit R\u00f6hrli, anders geht es nicht. In Roudnice hat es ein rosafarbenes Augustinerkloster. Zum Nachtessen sitzen wir auf einer Terrasse mit einem sch\u00f6nen Blick auf die Elbe, \u00fcber die Stadt und in die Berge. Ich versuche einen Salat zu essen, aber das geht nicht, also bleibe ich beim Trinken.<br \/>\n82 km \/ 5 h 30 min<\/p>\n<p><strong>7. Juli: Roudnice \u2013 Bad Schandau<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>ngg_shortcode_3_placeholder<br \/>\nNicht nur Peter, auch ich habe recht gut geschlafen. Um 7.00 Uhr gibt es Fr\u00fchst\u00fcck. Mein Gesicht sieht besser aus als gestern, ist aber st\u00e4rker geschwollen. Wir machen uns fr\u00fch auf den Weg. Leider m\u00fcssen wir feststellen, dass die Radwege in Tschechien nun wirklich nicht gut sind. Da es in der letzten Nacht geregnet hat, sind diese \u201eBio-Wege\u201c aufgeweicht und zum Teil sehr schlecht befahrbar. Wir wollen diesen matschigen Wegen ausweichen, und nehmen einen besseren Weg. Der f\u00fchrt aber ins Dickicht, in die Brennnesseln und ins Nichts. Bis Litomerice ist es f\u00fcrchterlich zu fahren. Wir werden aber durch den Gesang der Lerchen f\u00fcr diese Unannehmlich-keiten entsch\u00e4digt. Die Stadt ist sehr sch\u00f6n. Nachher werden die Wege immer besser. Zum Teil sind sie neu.<br \/>\nWir treffen unterwegs immer wieder auf ein Ehepaar aus Dresden. Auch sie schimpfen \u00fcber die Radwege. Um die Mittagszeit gehen wir in eine sch\u00f6ne Gartenbeiz zum Kaffee trinken. Unsere Aprikosen, die wir am Strassenrand f\u00fcr 35 Kronen gekauft haben, essen wir vorher an der Elbe. Peter kann es sich nicht verkneifen und bestellt sich einen Palatschinken mit Eis. Er sieht wunderbar aus, mit Heidelbeeren, N\u00fcssen, Rahm und Eiskugeln. Bevor wir die Br\u00fccke in Decin \u00fcberqueren, gehen wir nochmals etwas Kaltes trinken, denn es ist sehr heiss und die Hintern tun uns weh. Von da an sind die Radwege ausgezeichnet. Nach zehn km \u00fcberqueren wir die tschechisch-deutsche Grenze. Nach weiteren zw\u00f6lf km sind wir in Krippen. Da soll uns die F\u00e4hre ans andere Ufer bringen, aber, oh Wunder, sie f\u00e4hrt gerade nach Bad Schandau!!&nbsp; So werden uns die letzten 2-3 km des Tages geschenkt. In Bad Schandau gehen wir auf Hotelsuche. Wir werden sehr schnell in der Pension Zum Roten Haus f\u00fcndig. Hier bekommen wir ein Zimmer f\u00fcr 72 Euros mit Fr\u00fchst\u00fcck. Nach dem Duschen machen wir uns auf den Weg durch den Kurort. Wir sind ein wenig entt\u00e4uscht, dass es nicht mehr Strassenkaffees hat. Zum Nachtessen gehen wir zum Chinesen in einen \u201eBiergarten\u201c. Peter isst gebratene Ente mit acht K\u00f6stlichkeiten (Pilze, Tomaten, R\u00fcebli, Peperoni, Lauch\u2026).<br \/>\n90 km \/ 5 h 30 min<\/p>\n<p><strong>8. Juli: Bad Schandau \u2013 Dresden \u2013 Meissen \u2013 Strehla<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>ngg_shortcode_4_placeholder<strong><br \/>\n<\/strong>Wir wurden in der Nacht von einem Gewitter geweckt. Leider gibt es erst um acht Uhr Fr\u00fchst\u00fcck. Also starten wir heute etwas sp\u00e4ter. Aber es erwarten uns ja heute bessere Radwege. Wir kommen sehr gut vorw\u00e4rts. Es geht auf und ab. Wir fahren an der ber\u00fchmten Bastei vorbei. Immer wieder beginnt es zu regnen. Bei der Stadt Wehlen verfehlen wir den Radweg und landen in der Landschaft zwischen Bahnlinie und Elbe. Peter geht&nbsp;den Feldwegen entlang weiter, und ich schiebe mein Velo w\u00fctend zur\u00fcck. Er muss sein Rad mit allem Gep\u00e4ck \u00fcber einen Graben tragen, kommt mir dann auf dem richtigen Weg entgegen und&nbsp;muss&nbsp;feststellen, dass ich Recht hatte, als ich beim Abzweigen in den falschen Weg reklamierte. Nun geht es wieder gut voran. Leider haben wir oft Gegenwind. Zum \u00c4rger mit dem Umweg kommt noch, dass mein Velocomputer ausf\u00e4llt.<br \/>\nCa. um 13 Uhr treffen wir in Dresden ein. Wir setzen uns auf die Br\u00fchlsche Terrasse zum Picknick. Nachher geht es auf einen kleinen Rundgang durch die Stadt. Unsere Ziele sind Frauenkirche, Augususstrasse, etc. Dresden kennen wir schon von einer vorherigen Radreise.<br \/>\nWeiter geht es auf der rechten&nbsp;Elbeseite Richtung Meissen. Dort, im Angesicht des Kirchenh\u00fcgels, geniessen wir eine Cola&nbsp; Zero. Beim Schloss Seusslitz nehmen wir die F\u00e4hre auf die andere Seite. Mit viel Gegenwind fahren wir nach&nbsp; Riesa und dann nach Strehla. Wir beziehen unser&nbsp; Zimmer im G\u00e4stehaus am Nixstein. Das Zimmer ist sehr sch\u00f6n, und die Wirtin ist ausgesprochen freundlich. Wir bezahlen 60 Euro mit Fr\u00fchst\u00fcckbuffet. Nach dem Duschen machen wir uns auf den Weg zum Restaurant Nixstein. Hier haben wir auf unserer Dresden-Velotour 2008 schon mal sehr fein gegessen und geniessen auch heute ein delikates Abendessen.<br \/>\n107 km \/&nbsp; 7 h<\/p>\n<p><strong>9. Juli: Strehla \u2013 Torgau \u2013 Wittenberg<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>ngg_shortcode_5_placeholder<strong><br \/>\n<\/strong>Nach dem feinen Nachtessen habe ich sehr gut geschlafen. Peter hatte etwas M\u00fche, ihm ist wohl das riesige Schnitzel aufgelegen. Das Fr\u00fchst\u00fcck mit Blick auf die Elbe mundete uns beiden. Z\u00fcgig geht es los, immer Richtung Torgau. Wir haben wieder sehr oft starken Gegenwind, zwischendurch Seitenwind und leider ganz wenig R\u00fcckenwind. Vor Torgau kaufen wir noch Fr\u00fcchte und Milch ein.<br \/>\nDann fahren wir ins Zentrum. Die Stadt Torgau ist sehr sch\u00f6n und spannend. Hier reichten sich 1945 die amerikanischen&nbsp; und die russischen Truppen die H\u00e4nde. Die Deutschen hatten zwar alle Br\u00fccken zerst\u00f6rt, aber die Soldaten kletterten \u00fcber die Br\u00fcckenruinen. Vorher hatten die Deutschen die Stadt ger\u00e4umt und nur einige Gefangene zur\u00fcckgelassen. Die Amerikaner und die Russen tauschten hier Gefangene aus. Viele deutsche Gefangene wurden nach Russland deportiert und kehrten viel sp\u00e4ter oder gar nie mehr zur\u00fcck. Zu DDR-Zeiten muss in Torgau ein Stasi-Gef\u00e4ngnis gewesen sein. Zu diesem Thema findet im Schloss im Moment eine Ausstellung statt. Im Schlossgraben leben \u00fcbrigens zwei Braunb\u00e4ren. Unten an der Elbe, beim amerikanisch-sowjetischen Denkmal, essen wir unsere Fr\u00fcchte. Nachher geht\u2019s weiter.<br \/>\nDer Wind bleibt uns treu. Der Veloweg f\u00fchrt uns durch kleine, oft \u201eausgestorbene\u201c D\u00f6rfer, an oft bereits abgeernteten Feldern vorbei zu den Lausiger Teichen. Hier g\u00f6nnt sich Peter ein Bad. Bei Pretzsch setzen wir mit der F\u00e4hre an das andere Ufer nach Mauken \u00fcber. Weiter geht es nach Elster. Hier suchen wir ein Zimmer. Aber wir finden nichts. Frau Hiob von der Pension Hiob hilft uns weiter. Wir beschliessen, nach Wittenberg zu fahren. Mit Frau Hiobs Handy reservieren wir uns ein Zimmer im Gasthaus zur Elbe (empfohlen von Herrn Teindl in Prag). Also machen wir uns auf, die letzten 12 km f\u00fcr heute noch zu fahren. Wir finden unser Gasthaus, stehen aber noch auf der anderen Strassenseite, und die Ampel zeigt Rot. Da beginnt es heftig zu regnen. In ganz kurzer Zeit sind wir pflotschnass. Endlich haben wir Gr\u00fcn. Auf der andern Seite werden wir schon erwartet.&nbsp; Schnell das Gep\u00e4ck vom Velo und ab ins Trockene, ab ins Zimmer, unter eine warme Dusche und trockene Kleider anziehen. Das Gewitter ist sehr schnell vor\u00fcber. Wir versorgen unsere Velos und setzen uns in die Gartenbeiz. Wir haben beschlossen, hier zu essen und nachher in die Stadt zu gehen. &nbsp;Das Zentrum ist ganz nah. Wir schauen uns die Stadtkirche und die Schlosskirche an. An der Stadtkirche hat ja Luther sein Manifest an die Kirchent\u00fcr geschlagen. Nat\u00fcrlich steht da auch ein Denkmal von ihm. Beim Italiener gibt es f\u00fcr Peter noch einen feinen Eisbecher, ich trinke ein Weissweinschorle. Nachher geht\u2019s zum Schlafen.<br \/>\n112 km \/&nbsp; 6 h 15 min<\/p>\n<p><strong>10. Juli: Wittenberg \u2013 Dessau \u2013 Ronney vor Barby<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>ngg_shortcode_6_placeholder<br \/>\nNach erholsamem Schlag gibt es um 07.30 Uhr ein einfaches, gutes Fr\u00fchst\u00fcck. Nachher k\u00f6nnen wir unser Gep\u00e4ck noch im Zimmer lassen. Wir gehen f\u00fcr eine Stunde in die Stadt, wir wollen sie noch bei Tag anschauen. Es ist Sonntagmorgen und die Stadt ist leer gefegt. Gestern Nacht spielten in einem Innenhof noch die Hurens\u00f6hne und es war sehr laut, jetzt ist es ganz still. Auf dem Turm der Schlosskirche steht ein Spruch. Der lautet: Eine feste Burg ist unser Gott, eine gute Wehr und Waffen (Kirchenlied von Luther, angelehnt an den Psalm 46). Nach dem Stadtrundgang gehen wir zur\u00fcck in unser Gasthaus, bepacken unsere Velos, und ab geht\u2019s in Richtung W\u00f6rlitz. Wir w\u00e4hlen den Weg \u00fcber die Felder. Nat\u00fcrlich h\u00f6ren wir wieder die Lerche, sehen die Goldammer und den Girlitz. Vor Dessau, in einer Beiz, im Biosph\u00e4renreservat, genehmigen wir uns einen Drink. Nachher geht\u2019s weiter durch den Wald und nach Dessau.<br \/>\nWir fahren zum Rathausplatz, kein Mensch da. Nachher fahren wir zum Bauhaus an die Gropiusstrasse. Wir sind etwas entt\u00e4uscht. Wir haben mehr erwartet von Gropius, Klee und Bauhaus. Wir fahren aus der Stadt hinaus auf den Radweg. Eigentlich m\u00f6chten wir etwas essen, aber wir finden keine Bank. Also weiter, nach einem km auf die F\u00e4hre und weiter immer der Strasse entlang. Irgendeinmal, so etwa 20 km vor unserem Ziel, finden wir einen Rastplatz. Nach dem Essen beschliessen wir, nicht auf dem schlechten Veloweg, sondern auf der Strasse zu fahren. Es hat wenig Verkehr und es ist weniger anstrengend. Bei Steckby kommen wir an einer Radfahrerkirche vorbei. Nat\u00fcrlich machen wir hier einen kurzen Halt. Nachher geht es in den Wald, neun km auf einer Strasse, die sehr holprig ist. Das tut unserem R\u00fccken und dem Hintern gar nicht gut. Als wir den schlechten Weg hinter uns gelassen haben, geht es auf der Landstrasse weiter. Jetzt kommen wir wieder z\u00fcgig voran. Wir erreichen unser heutiges Ziel bereits um 16 Uhr. Der Himmel sieht nach einem Gewitter aus. Der Wind vertreibt aber das Gewitter. Wir \u00fcbernachten in der Pension zum F\u00e4hrmann in Ronney. Es ist ein sehr sch\u00f6nes Haus und sehr ruhig gelegen, da unser Zimmer auf die Elbe geht. Wir bezahlen 50 Euros mit Fr\u00fchst\u00fcck. Nach dem Duschen sitzen wir im Gartenrestaurant vom F\u00e4hrhaus und geniessen ein Bier und ein Schorle. Das Nachtessen ist auf 18.30 Uhr bestellt. Darum gehen wir noch etwas an die Elbe und schauen hin\u00fcber nach Barby.<br \/>\n72 km \/ 4 h 30 min<\/p>\n<p><strong>11. Juli: Ronney \u2013 Magdeburg \u2013 Rog\u00e4tz<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>ngg_shortcode_7_placeholder<strong><br \/>\n<\/strong>Wir haben beide sehr gut geschlafen. In der Nacht hat es geregnet. Wir geniessen das feine Fr\u00fchst\u00fcck, bepacken unsere Velos und ab geht\u2019s durch den Wald. In Dornburg treffen wir auf ein Schloss. Es geh\u00f6rt der Familie Anhalt-Zerbst. Hier wurde Katharina geboren, die sp\u00e4tere Zarin Katharine die Grosse. Die zweite \u00dcberraschung des Tages sind die zwei Kraniche, die wir in einer Wiese beobachten k\u00f6nnen. Sp\u00e4ter sehen wir noch Kiebitze, zwei Kornweihen und zwei Neunt\u00f6ter.<br \/>\nDer Weg ist heute recht gut befahrbar und nicht zu holprig, aber oft etwas schmal. Dazu ben\u00f6tigen wir unsere volle Konzentration. Wir fahren durch W\u00e4lder, auf dem Deich und an riesigen Getreidefeldern vorbei. Um die Mittagszeit sind wir in Magdeburg. Bei einem Einkaufszentrum in der Stadt stellen wir die Velos ab, gehen etwas einkaufen und setzten uns auf eine Bank zum Essen. Dann machen wir eine Runde mit dem Velo in der Stadtmitte. Wir besichtigen den Dom und das tolle Hundertwasserhaus. Nachher geht es weiter \u00fcber die Br\u00fccke, durch den Park, der Elbe entlang und \u00fcber Land bis zur Doppelschleuse Hohenwarthe. Hier treffen wie auf den Elbe-Havelkanal der \u00fcber die Elbe f\u00fchrt. Wir fahren eine kurze Zeit dem Kanal entlang, dann geht es an Feldern vorbei und durch D\u00f6rfer. Um nach Rog\u00e4tz zu gelangen, benutzen wir die F\u00e4hre. In diesem Dorf finden wir sehr schnell eine private \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeit bei der Familie Braune, Zimmer mit Fr\u00fchst\u00fcck f\u00fcr 42 Euros. Peter kann sogar im Gartenbad schwimmen gehen. Hier haben wir keine eigene Dusche. Also schnell unter die Dusche, bevor die n\u00e4chsten kommen. Nachher gehen wir ins Dorf und suchen uns eine Kneipe zum Essen. Im Restaurant Feldschl\u00f6sschen setzen wir uns in die Gartenbeiz.&nbsp; Nach dem Essen gehen wir noch kurz an die Elbe und dann zum Schlafen.<br \/>\n80 km \/ 5 h<\/p>\n<p><strong>12. Juli: Rog\u00e4tz \u2013 Tangerm\u00fcnde \u2013 Havelberg<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>ngg_shortcode_8_placeholder<strong><br \/>\n<\/strong>Heute Morgen werden wir von den V\u00f6geln und den H\u00e4hnen geweckt, so wie es auf dem Land sein soll. Nach dem tollen Fr\u00fchst\u00fcck machen wir uns auf den Weg. Es ist noch nicht acht Uhr. Wir kommen sehr schnell vorw\u00e4rts. Der Wind ist uns hold. Wir fahren durch eine wundervolle Auenlandschaft, die magdeburgische B\u00f6rde. Vor 10.30 Uhr sind wir in Tangerm\u00fcnde. Das ist eine Kaiser- und Hansestadt. Viele H\u00e4user sind aus Backstein gebaut. Wir schieben unsere Velos durch das Stadttor in die Altstadt. Es hat viel T\u00fcrme und auf fast auf jedem Turm hat es mindestens einen Storch: Eine sehenswerte, h\u00fcbsche alte Stadt.<br \/>\nAm Stadtausgang kaufen wir beim Lidl ein. Nachher geht\u2019s weiter, auf die Suche nach einem gem\u00fctlichen Essensplatz. Es braucht wie immer einige Zeit, bis wir einen finden. Nachher geht\u2019s weiter \u00fcber Arneburg, das wir auf einer Berg- und Talfahrt erreichen. Hier gehen wir einen Kaffee und Wasser trinken. Beim Gang aufs WC merke ich, dass ich meinen ganzen Schmuck bei der Familie Braune vergessen habe. Ich telefoniere und mache mit Frau Braune ab, dass ich mich dann schriftlich aus der Schweiz melde und sie mir dann den Schmuck schicke. Nachher geht\u2019s rassig weiter. Der Himmel sieht nicht so toll aus. Peter glaubt es donnern zu h\u00f6ren. Wir fahren \u00fcber Land und durch kleine D\u00f6rfer meistens auf einem guten Veloweg oder auf wenig befahrenen Landstrassen. Bei B\u00fcttnershof setzen wir mit der F\u00e4hre nach Sandau \u00fcber. Unser Tagesziel ist Havelberg. Da finden wir sofort eine Unterkunft ohne Fr\u00fchst\u00fcck f\u00fcr 40 Euros. Nach dem Duschen gehen wir \u00fcber die Br\u00fccke in die Altstadt. Zuerst geniessen wir einen Apero, nachher geht\u2019s auf einen Rundgang. Wir steigen zum Dom hoch, da hat man einen sch\u00f6nen Ausblick auf die Havel. Havelberg ist sehr sehenswert. Wir gehen zum Griechen zum Nachtessen und dann zeitig zum Schlafen.<br \/>\n82 km \/ 5 h<\/p>\n<p><strong>13. Juli: Havelberg \u2013 Wittenberge \u2013 Hitzacker<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>ngg_shortcode_9_placeholder<strong><br \/>\n<\/strong>In unserer kleinen Wohnung haben wir gut geschlafen. Zum Fr\u00fchst\u00fcck fahren wir zur Tankstelle, wo unsere Logis-Vermieterin arbeitet. Wir trinken Kaffee und Milch. Peter isst ein Panino. Nachher geht\u2019s los. Wir haben meistens einen tollen R\u00fcckenwind. Wir fahren zwischen der Havel und der Elbe. Wir sehen riesige Schw\u00e4rme von Graug\u00e4nsen. Nach dem Zusammenfluss der Havel und der Elbe m\u00fcssen wir Umwege machen wegen gesperrter Strassen. Wir fahren meistens auf der Landstrasse. Kurz vor Wittenberge, bei einer Umleitung, die \u00fcber eine Pontonbr\u00fccke f\u00fchrt, treffen wir eine Familie, die in der N\u00e4he von Havelberg wohnt. Sie gibt uns den Tipp, bis nach Hitzacker zu fahren und dort im Schiller zu \u00fcbernachten.<br \/>\nWittenberge finden wir nicht so toll. Wir empfinden es als eine alte DDR-Stadt, die sich nicht entwickelt hat. Wir fahren weiterhin oft mit R\u00fcckenwind. Wenn die Strasse auf dem Damm schlecht ist, fahren wir auf der parallel dazu verlaufenden Landstrasse. Um 11.30 Uhr teilen wir uns unsere restlichen Fr\u00fcchte, eigentlich wollten wir in Wittenberge einkaufen, fanden aber keinen Laden. In Lenzen sehen wir im Bootshafen eine kleine Kneipe auf dem Wasser. Da gibt\u2019s ger\u00e4ucherte Forelle mit Pommes f\u00fcr 9 Euro 50. Da kann Peter nat\u00fcrlich nicht widerstehen. Ich trinke eine Milch. Nachher geht\u2019s rasant weiter, denn der Himmel wird wieder mal dunkel. In D\u00f6mitz treffen wir die beiden Schweizer mit den Milit\u00e4rvelos. Wir tauschen unsere Erfahrungen aus. Nach weiteren 24,5 km, nicht sehr schnell &#8211; Der Wind hat gewechselt und einigen Regentropfen fallen vom Himmel &#8211; kommen wir zur F\u00e4hre, die uns nach Hitzacker bringt. Von der F\u00e4hre aus telefoniert Peter ins G\u00e4sehaus Schillers und reserviert uns ein Zimmer. Kurz vor dem Anlegen beginnt es zu regnen. Wir bekommen im Schillers die Suite f\u00fcr 68 Euros mit Fr\u00fchst\u00fcck. Nach dem Duschen gehen wir ins malerische St\u00e4dtchen. Es ist Sch\u00fctzenfest (Kilbi). Aber es ist nicht so viel los. Zum Nachtessen gehen wir auf den Festplatz. Es regnet nicht mehr und wir k\u00f6nnen draussen essen. Nachher geht\u2019s zur\u00fcck in unsere Unterkunft zum Schlafen. Wir h\u00f6ren sp\u00e4ter noch das festliche Treiben am Sch\u00fctzenfest.<br \/>\n110 km \/ 6 h<\/p>\n<p><strong>14. Juli: Hitzacker \u2013 Boizenburg \u2013 Lauenburg \u2013 Geesthacht<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>ngg_shortcode_10_placeholder<strong><br \/>\n<\/strong>Wir haben in unserer Suite sehr gut geschlafen. Wir machen alles f\u00fcr die Abfahrt bereit, denn das Fr\u00fchst\u00fcck gibt es erst um acht Uhr. In Schillers Caf\u00e9 im arabisch-indischen Stil wird das Fr\u00fchst\u00fcck serviert. Es ist sehr vielf\u00e4ltig und fein. Der Besitzer und Wirt ist Fan vom Restaurant Schiller in Luzern und m\u00f6chte sein Haus \u00e4hnlich einrichten.<br \/>\nDas Wetter ist besser als gestern Abend. Die ganze Nacht hat es immer wieder geregnet. Wir starten, zuerst runter zur F\u00e4hre. Da m\u00fcssen wir etwas warten. Schliesslich sind mehr als 10 Personen und Velos auf der F\u00e4hre. Heute meint es der Wind nicht so gut mit uns. Wir haben saum\u00e4ssigen Seiten- oder Gegenwind. In Boizenburg gehen wir, weil der Wind gar garstig ist, in einem Restaurant etwas essen. Dann geht\u2019s weiter, \u00fcber den Elbberg, nach Lauenburg. Hier \u00fcberqueren wir die Elbe. Wir sehen ein Einkaufszentrum und decken uns mit neuem Proviant ein. Linkselbisch fahren wir weiter. Wir kommen recht gut voran, trotz Seitenwind. Wir sind auf der Suche nach einer Unterkunft, finden aber nichts. Bei R\u00f6nne \u00fcberqueren wir die Elbe und fahren nach Geesthacht. Hier finden wir ein Zimmer am F\u00e4hrstieg. Nach dem Duschen gehen wir ins Restaurant zum Essen. Wir gehen heute fr\u00fch schlafen, denn mit dem vielen Gegenwind war es ein strenger Tag.<br \/>\n76 km \/ 5 h<\/p>\n<p><strong>15. Juli: Geesthacht &#8211; Hamburg \u2013 Cranz<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>ngg_shortcode_11_placeholder<strong><br \/>\n<\/strong>Beim Erwachen ist draussen alles grau in grau. Es hat in der Nacht geregnet. Wir packen und gehen zum Fr\u00fchst\u00fcck. Wir geniessen es ausgiebig. Als wir los fahren, regnet es nicht, aber es ist recht kalt. Wir kommen gut voran. Die Einfahrt in Hamburg ist nicht so toll, die Durchfahrt noch weniger. Einige Strassen sind wegen Bauarbeiten nicht passierbar. Kurz vor dem Bahnhof kaufen wir beim T\u00fcrken noch eine Melone. Nach dem Bahnhof gehen wir in die Fussg\u00e4ngerzone. Da beginnt es grauenhaft zu schiffen. Wir stehen beim Saturn unter. Nach einiger Zeit l\u00e4sst der Regen etwas nach und wir k\u00f6nnen weiter. Wir fahren zum Rathaus und wollen von da runter zur Elbe. Aus unerkl\u00e4rlichen Gr\u00fcnden haben wir aber M\u00fche, den Weg zu finden. Wir wollen \u00fcber die Elbe nach Finkenwerder und bekommen die Information, dass das bei der Teufelsbr\u00fccke geht. Wir finden aber schon vorher, beim Fischmarkt, eine Schiffshaltestelle, an der ein Boot nach Finkenwerder geht. Wir kaufen Fahrkarten und schon bald kommt ein Schiff. Es beginnt wieder, heftiger zu regnen und auch zu st\u00fcrmen. Wir sind froh, dass wir auf dem Schiff sind, draussen ist es grau und st\u00fcrmisch. Als wir in Finkenwerder ankommen, regnet und windet es weiterhin. Wir beschliessen aber. trotzdem loszufahren. Der weitere Weg ist schlecht gekennzeichnet. Wir m\u00fcssen uns durchfragen, um auf den Radweg zu kommen. Trotz Regen und Sturm beschliessen wir bei der Umfahrung der Airbus Flugzeugwerke, den Regenschutz auszuziehen, denn er behindert uns bei diesem Wind zu stark. Weil eine Br\u00fccke \u00fcber einen Este-Kanal gesperrt ist, m\u00fcssen wir einen Umweg fahren. \u00dcber eine hundsmiserable Holperstrasse kommen wir auf eine n\u00e4chste Br\u00fccke bei Cranz und werden zum Deich zur\u00fcckgef\u00fchrt. Da sehen wir das Hotel Zur Post. Wir beschliessen, bei diesem Wetter nicht mehr weiter zu fahren. F\u00fcr 50 Euros bekommen wir eine Einzimmerwohnung mit Garten und Kanalblick, aber ohne Fr\u00fchst\u00fcck. Weil es noch nicht so sp\u00e4t ist, haben unsere nassen Sachen gen\u00fcgend Zeit, bis morgen zu trocknen. Wir hoffen auf besseres Wetter. Als der Regen etwas nachl\u00e4sst, machen wir noch einen kleinen Spaziergang an den Cranzer Hauptdeich. Wir sehen auch, wo es morgen weitergeht. Wir essen in der Post sehr gut mit einem tollen Blick auf den Kanal. Gut, dass wir nicht mehr weitergefahren sind.<br \/>\n56 km \/ 4 h<\/p>\n<p><strong>16. Juli: Cranz \u2013 Stade \u2013 Otterndorf \u2013 Cuxhaven<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>ngg_shortcode_12_placeholder<strong><br \/>\n<\/strong>Nach einer sehr guten Nacht in unserem sch\u00f6nen Zimmer in den Klappbetten sind wir um sechs Uhr aufgestanden. Da es ja hier kein Fr\u00fchst\u00fcck gibt, fahren wir bereits vor sieben los. Siehe da, nicht nur das Wetter, auch der Wind meint es mit uns gut. Da zudem die Strasse sehr gut ist, kommen wir toll vorw\u00e4rts. Um zehn Uhr sind wir bereits in Stade. Vorher haben wir an einer Tankstelle bereits Kaffee getrunken. In der Altstadt von Stade geniesst Peter ein Handwerker-Fr\u00fchst\u00fcck, ich Orangensaft und Kaffee, Milch haben sie keine. Nachher geht\u2019s weiter auf und neben dem Damm. Die Landschaft wird immer eint\u00f6niger. Bei Krautsand k\u00f6nnen wir den geraden Weg nehmen, weil das Sperrwerk bei Wischhafen offen ist. Ab diesem Sperrwerk verkehrt eine Autof\u00e4hre nach Gl\u00fcckstadt. Wir kommen schneller vorw\u00e4rts als an allen andern Tagen. Nach Freiburg kommen wir auf eine pi\u00e8ce de r\u00e9sistance. Wir fahren einem Deich entlang, immer die gleiche Landschaft, keine H\u00fcgel. Nach der H\u00e4lfte, zehn km, wechseln wir die Seite. Jetzt sehen wir wenigstens zus\u00e4tzlich die Elbe, und die Flora sieht auch etwas anders. In Otterndorf planen wir zu \u00fcbernachten. Da wir aber so fr\u00fch dran sind, beschliessen wir hier nur Kaffee zu trinken und Kuchen zu essen (Peter). Also weiter in Richtung Cuxhaven. Der Wind bl\u00e4st ja immer noch aus der richtigen Richtung. Um 16.00 Uhr treffen wir an unserem Ziel ein. \u00dcber eine Stunde suchen wir ein Zimmer. Zuerst finden wir keines, entweder ist alles besetzt oder es \u00f6ffnet erst um 18.00 Uhr. So beschliessen wir, uns ein teureres Hotel zu leisten. Wir schlafen zwei N\u00e4chte im Hotel Stadt Cuxhaven.<\/p>\n<p>Nach dem Duschen gehen wir zum Hafen. Es ist Rummel und sehr viel los in der Stadt. Wir gehen aufs Riesenrad, trinken da und dort etwas und bleiben bei einer B\u00fchne h\u00e4ngen. Hier wird Musik aus den 70er Jahren gespielt. Sp\u00e4ter wechseln wir den Platz noch, wir \u201egeniessen\u201c Skipistendisco. Nicht so fr\u00fch wie sonst gehen wir schlafen.<br \/>\n118 km \/ 6 h 30 min<\/p>\n<p><strong>17. Juli: Cuxhaven \u2013 Helgoland \u2013 Cuxhaven<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>ngg_shortcode_13_placeholder<strong><br \/>\n<\/strong>Wir schlafen sehr gut und auch etwas l\u00e4nger. Das Fr\u00fchst\u00fccksbuffet ist reichhaltig. Draussen regnet es Bindf\u00e4den. Wir ziehen uns wetterfest an und laufen zum Bahnhof. Hier m\u00fcssen wir erfahren, dass das Personal der Metronom Eisebahngesellschaft, die die Bahnlinie bis Hamburg betreibt, seit l\u00e4ngerer Zeit streikt. Ein Mann ber\u00e4t uns. Wir l\u00f6sen eine Fahrkarte, mit der wir \u00fcber Bremerhaven und Buxtehude mit der DB nach Hamburg kommen. Nachher gehen wir im Regen zum Frachthafen. Wir l\u00f6sen eine Fahrkarte nach Helgoland und k\u00f6nnen gleich an Bord gehen. Wir hoffen, dass es auf der einzigen Hochseeinsel Deutschlands besser Wetter ist. Wir finden einen Platz am Fenster im Oberdeck. Um 10.30 Uhr f\u00e4hrt das Schiff los. Die See ist nicht so ganz ruhig, Peter wird es aber nicht schlecht. Das Wetter wird auch immer besser und je n\u00e4her wir Helgoland kommen, umso blauer wird der Himmel. Wir \u00fcberholen ganz viele Lastschiffe und auch ein Kreuzfahrschiff. Kurz vor ein Uhr kommen wir in Helgoland an. Die Insel ist sehr viel kleiner, als wir uns das gedacht haben. Ihre L\u00e4nge betr\u00e4gt nur 1,5 Km. Wir werden \u00fcber kleine Boote ausgeschifft, weil die Schiffe nicht im Hafen anlegen d\u00fcrfen. An Land machen wir uns auf den Weg, die Insel zu durchqueren, auf zur Klippenwanderung. Wir k\u00f6nnen verschiedene V\u00f6gel beobachten. Besonders gefallen uns die Basst\u00f6lpel, die Silberm\u00f6wen, die Trottellummen und die Dreizehenm\u00f6wen. Nachher bummeln wir noch durch die Souvenirl\u00e4den, gehen eins trinken und lassen uns auf das Schiff hinaus fahren. Die R\u00fcckfahrt verl\u00e4uft sehr ruhig. Die Wellen sind fast verschwunden. Die Fahrg\u00e4ste sind m\u00fcde, viele schlafen, auch ich.<br \/>\nZur\u00fcck im Hotel wechseln wir die Kleider und die Schuhe, machen uns frisch und gehen zum Nachtessen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>18.\/19. Juli: Am und im Wattenmeer und dann Cuxhaven \u2013 Hamburg \u2013 Nachtzug nach Basel<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>ngg_shortcode_14_placeholder<strong><br \/>\n<\/strong>Das Wetter scheint heute besser zu sein als gestern. Nach dem Duschen beginnen wir zu packen und gehen dann zum Fr\u00fchst\u00fcck. Wir k\u00f6nnen unser Gep\u00e4ck noch im Hotel lassen. Mit dem Velo fahren wir ans Wattenmeer, an D\u00f6se vorbei nach Duhnen. Hier ist es sehr mond\u00e4n. Wir stellen unsere Velos an ein Gel\u00e4nder und schliessen sie fest. Wir versuchen an den Strand zu kommen. Aber dazu br\u00e4uchten wir eine Kurkarte. Wir haben aber keine. Also sollten wir eine Tageskarte l\u00f6sen. Das wollen wir aber nicht. Mein Einwand, dass wir nur eine Wattenmeerwanderung machen m\u00f6chten, gilt nicht als Argument. Die junge Frau meint, dass k\u00f6nnte ja jeder sagen. Wir gehen weiter und versuchen es bei einem jungen Mann. Ich zeige ihm unsere Hotelrechnung. Er hat ein Einsehen und l\u00e4sst uns an den Strand. Die Hotelrechnung ist f\u00fcr ihn die Best\u00e4tigung, dass wir keine Tagestouristen sind. Also runter an den Strand, die Schuhe ausgezogen und rein ins Wasser. Brr.. ist das kalt. Der Boden ist recht schl\u00fcpfrig und oft sehr weich. Zwischen den Zehen dr\u00fcckt es den Schlick hoch, ein eigenartiges Gef\u00fchl. Wir sehen viele Wurmhaufen und auch einige Muscheln. Es ist seltsam, hier zu laufen, wenn man denkt, in einigen Stunden ist hier tiefes Meer. Wir laufen recht weit hinaus. Wir sehen auch Pferde, die mit ihren Reitern durch das Watt galoppieren. Nach einiger Zeit kehren wir um. Unsere F\u00fcsse werden immer k\u00e4lter. Wir haben Gl\u00fcck. Bevor wir an Land kommen, hat es einige tiefere Wasserlachen, darin k\u00f6nnen wir unsere F\u00fcsse waschen. Wir laufen durch den Sand auf die D\u00fcne, setzen uns auf eine Bank und entsanden unsere F\u00fcsse. So, nun ist aber Kaffee trinken angesagt. Wir laufen zu unseren R\u00e4dern zur\u00fcck und beschliessen, noch etwas weiter dem Strand nachzufahren. Wir fahren bis nach Salenburg. Das ist weniger mond\u00e4n. Leider beginnt es zu regnen und zu st\u00fcrmen. Doch bald h\u00f6rt es wieder auf. Am Ende des Dorfes finden wir eine Bank zum Mittagessen. Wir trocknen sie ab und geniessen Kirschen aus dem alten Land, Zuckeraprikosen aus der T\u00fcrkei und Bananen. Doch bevor wir mit Essen fertig sind, beginnt es wieder heftig zu regnen. Wir stellen uns im Wald unter. Nach einiger Zeit l\u00e4sst der Regen wieder nach. Wir trocknen unsere S\u00e4ttel und fahren ins Dorf zur\u00fcck. Im letzten Kaffee an der Strandpromenade gehen wir einen Kaffee trinken. Hier k\u00f6nnen wir ein wenig trocknen. Wir fahren weiter bis zur Aussichtplattform bei der Duhner Heide. Wir steigen hinauf, werfen ins Fernrohr einen Euro und sehen ins Watt hinaus. Leider sehen wir, wie erhofft, keine besonderen V\u00f6gel. Beim Weiterfahren entdecken wir dann aber noch Austernfischer. Wir fahren zur\u00fcck nach Cuxhaven. Bevor wir im Zentrum sind, beginnt es schon wieder zu regnen. Bei einem Bush\u00e4uschen stehen wir unter. Nach dem Regenguss fahren wir weiter. Wir wollen in die Lotsenstrasse in ein Fahrradgesch\u00e4ft. Peter braucht einen neuen Reifen. Wir finden den entsprechenden Reifen und Peter l\u00e4sst ihn gleich montieren. Draussen regnet es wieder. Bis das Velo bereit ist, gehen wir zum Italiener nebenan zum Espresso. Das Wetter macht, was es will. Sonne, dann wieder Regen und auch sehr viel Wind. Nach einer halben Stunde k\u00f6nnen wir Peters Velo holen. Kaum sind wir aber auf der Strasse, regnet es wieder und ein heftiger Windstoss l\u00e4sst die St\u00fchle und Tische beim Italiener kreuz und quer fallen. Mich wirft es fast vom Velo. Uns h\u00e4ngt es langsam aus. Es ist nun das vierte Mal, dass wir heute nass werden. Der Blick zum Himmel sagt uns, dass das Wetter heute nicht mehr besser wir. Wir fahren zum Hotel, holen unser Gep\u00e4ck und fahren zum Bahnhof. Wir steigen in den n\u00e4chsten Zug, der uns auf den angek\u00fcndigten Umwegen nach Hamburg bringt. So erreichen wir Hamburg zwei Stunden fr\u00fcher als geplant. Das Wetter hier ist viel besser. Wir nehmen es gem\u00fctlich und setzen uns ins Restaurant Capri vis-\u00e0-vis des Bahnhofs. Hier haben wir bei der letzten Velotour mit Endziel Hamburg \u00fcbernachtet. Damit wir in der Nacht nicht \u201everhungern\u201c, isst Peter eine Pizza und ich einen Salat. Fr\u00fchzeitig gehen wir auf den Bahnhof. Die Zeit, bis unser Zug kommt, vergeht langsam. Als er einf\u00e4hrt, stellen wir fest, dass er von Kopenhagen kommt und bereits sehr voll ist. Es ist sehr m\u00fchsam einzusteigen. Es ist nicht ein gewohnter City Nightline, sondern ein gew\u00f6hnlicher Zug mit Sechserabteilen. Unsere Pl\u00e4tze sind besetzt, weil andere zusammensitzen wollen. Also m\u00fcssen wir andere wegschicken, damit wir auch zu einem Platz kommen, wenn auch in einem andern Abteil. An Schlaf ist da gar nicht zu denken. In Fulda bleibt der Zug zwei Stunden stehen. In Frankfurt haben wir eine Stunde Versp\u00e4tung. Die Begr\u00fcndung lautet, wir h\u00e4tten in Fulda auf den Anschlusszug aus Russland warten m\u00fcssen. Nun ja, wir erreichen Basel doch noch, steigen um und \u201elanden\u201c so zu Hause.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>4. Juli 2011:&nbsp;Neuenkirch \u2013 Baden \u2013 (City-Night-Line nach Prag) Wir stehen etwa um 06.00 Uhr auf. Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck und dem Haushalt ferient\u00fcchtig Machen sind wir abfahrbereit. Wir satteln unsere Velos. Walti, unser Wohnungsnachbar, verabschiedet uns und macht noch Fotos. Um 9.30 Uhr geht\u2019s los. Wir fahren \u00fcber Nottwil \u2013 Sursee auf den Surenweg. 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