{"id":6241,"date":"2025-08-13T09:57:22","date_gmt":"2025-08-13T07:57:22","guid":{"rendered":"https:\/\/mapeadventures.ch\/?p=6241"},"modified":"2025-09-08T18:08:12","modified_gmt":"2025-09-08T16:08:12","slug":"heidschnuckenweg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mapeadventures.ch\/?p=6241","title":{"rendered":"Heidschnuckenweg"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Sonntag, 17. August 2025<\/strong><\/p>\n<p>Unser Abenteuer startet. Mit dem Zug fahren wir ab Sempach Station nach Buchholz in der Nordheide. Wir sind gespannt, wie das mit dem Fahrplan der DB klappt. Ankunftszeit gem\u00e4ss Fahrplan ist um 18:04 Uhr. Das Hotel ist reserviert.&nbsp;<br>Und wie geahnt: <strong>ES KLAPPTE NICHT!<br><\/strong>Nach einer langen und langweiligen Geschichte stehen wir kurz nach 16 Uhr wieder in unserer Wohnung. Vom Badischen Bahnhof \u00fcber den Bahnhof SBB, Z\u00fcrich und Luzern gelangten wir in unsere verlassene Wohnung zur\u00fcck.&nbsp;<br>Zum Gl\u00fcck l\u00e4dt uns unsere Tochter bei sich zuhause zum Nachtessen ein. Da gibt es viel zu erz\u00e4hlen. Aber vorher reserviere ich noch Pl\u00e4tze bei der Deutschen Bahn f\u00fcr die morgige Reise nach Buchholz Nordheide. Und nat\u00fcrlich melde ich uns beim Hotel und beim Taxiunternehmen ab. Zudem melde ich unser Problem auch dem lokalen Tourismusb\u00fcro, das uns das Wanderprogramm erstellt hat. Ein feines Znacht, ein paar Gl\u00e4schen Wein, ein Espresso Coretto Grappa, das Plaudern und Schimpfen \u00fcber die DB beruhigen uns und versetzen uns in einen schl\u00e4frigen Zustand. Und der l\u00e4sst uns danach ruhig schlafen.<br><br><\/p>\n<p><strong>Montag, 18. August 2025<\/strong><\/p>\n<p>Schon vor f\u00fcnf Uhr sind wir wach. Nachdem die Pflanzen auf der Terrasse und beim Gartensitzplatz getr\u00e4nkt sind, nimmt es mich wunder, was der elektronische DB-Fahrplan zu unserem heutigen Reiseprogramm meint. Und gar nicht verwundert nehme ich zur Kenntnis, dass der Zug, in dem ich gestern Pl\u00e4tze reservierte, heute auch nicht f\u00e4hrt. Was ist da zu machen? Im DB-Fahrplan schaue ich nach, ob es Z\u00fcge gibt, die mindestens bis Freiburg fahren. Die Fr\u00fchz\u00fcge scheinen da im Vorteil zu sein. Der ICE 372 nach Berlin mit Abfahrt um 7:30 Uhr in Olten erf\u00fcllt diese Bedingung. Pl\u00e4tze lassen sich keine reservieren. Also heisst es f\u00fcr uns, um 6:30 Uhr den Regioexpress nach Olten zu nehmen, und da in den ICE einzusteigen. Wir w\u00e4hlen einen Platz im Restaurant-Wagen, da ein grosser Ansturm als Folge der gestrigen und der f\u00fcr heute prognostizierten Sperrungen der Strecke Basel-Freiburg zu erwarten ist. Mit Sicherheit sind bereits im Voraus viele Pl\u00e4tze reserviert worden. Diese Vermutung bewahrheitet sich, und wir k\u00f6nnen unsern Platz bis zum Umstieg in Kassel-Wilhelmsh\u00f6he behalten. Auch andere Bahnfahrer, die gestern in Basel strandeten, w\u00e4hlten erfolgreich diese Strategie.<\/p>\n<p>Mit geringer Versp\u00e4tung erreichen wir unser Ziel Buchholz in der Nordheide. Mit einem lokalen Bus fahren wir in die N\u00e4he unserer reservierten Unterkunft, herrlich weit draussen in der Landschaft gelegen. Hier k\u00f6nnen wir ein ruhig gelegenes Zimmer beziehen und im Biergarten ein sehr gutes Nachtessen geniessen. Und hier studieren wir auch die Unterlagen f\u00fcr die morgige Wanderung. Die heute geplante von Hamburg-Fischbek nach Buchholz lassen wir fallen und sind gespannt auf morgen.<br><br><\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p><strong>Dienstag, 19. August 2025<\/strong><\/p>\n<p>Heute k\u00f6nnen wir richtig einsteigen. Nach einem reichhaltigen Zmorge und dem R\u00e4umen des Zimmers machen wir uns auf den Weg. Durch w\u00e4hrschafte Einfamlienhausquartiere mit vielen rotbraunen Sichtbacksteinbauten gelangen wir nach rund zwei km auf den Heidschnuckenweg, einen Naturweg mit kiesig-sandigem Untergrund. Es geht durch schattenspendende W\u00e4lder mit F\u00f6hren, wenigen Birken und anderen Laubb\u00e4umen z\u00fcgig vorw\u00e4rts. Aber von der Besenheide, der rosa bl\u00fchenden Pflanze ist nichts zu sehen. Der Weg f\u00fchrt durch naturnahen Wald, durch ein Trockental, H\u00f6llenschlucht genannt, und dann pl\u00f6tzlich lichtet sich der Wald. Vor uns liegt der Brunsberg, ein flacher H\u00fcgel, dessen \u201eGipfel\u201c 129 m \u00fcber Meer liegt, und der praktisch rundherum rosarot leuchtet. Von ihm geniessen wir einen tollen Rundblick auf die umliegende Heidelandschaft.<\/p>\n<p>Der Weg f\u00fchrt als N\u00e4chstes auf den Pferdekopf, an dessen Basis ein T\u00fcmpel liegt, in dem wir Fr\u00f6sche beobachten k\u00f6nnen. Einige Zeit danach erblicken wir einen Buntspecht, der aufs Hefstigste hoch oben in einer F\u00f6hre auf einen Ast einh\u00e4mmert. Leider finden wir auf unserer Wanderung auf dem zwei bzw. drei tote Blindschleichen, die zerst\u00fcckelt sind. Neben der einen liegt noch ein sehr kleines Exemplar, das ev. sogar aus dem Mutterleib stammte, da Blindschleichen ihre Jungen lebend geb\u00e4ren. <br>Nach einem langen und erm\u00fcdenden Marsch gelangen wir nach Handeloh, wo wir eigentlich warten m\u00fcssten, da der Heideshuttle erst nach vier Uhr f\u00e4hrt. Beide Wirtschaften sind geschlossen. Als wir gerade bei der Busstation stehen f\u00e4hrt der offizielle Linienbus zu, und wi &nbsp;k\u00f6nnen einsteigen. So gelangen wir schneller als erhofft nach Undeloh, wo unsere Unterkunft gebucht ist. Nach dem Duschen und einem k\u00fchlen Getr\u00e4nk f\u00fchlen wir uns wieder frisch und begeben uns f\u00fcr einen Aperitif und das anschliessende Nachtessen ins Dorfzentrum, wo wir f\u00fcndig werden und uns bestens verpflegen k\u00f6nnen (Kichererbsencurry und Heidschnuckengulasch mit Pilzen, Kartoffeln, Rotkraut und Preiselbeerenkompott).<\/p>\n<p>Nun ist Nachtruhe angesagt.<\/p>\nngg_shortcode_1_placeholder\n<p><strong>Mittwoch, 20. August 2025<\/strong><\/p>\n<p>Unser erster Besuch nach dem \u00fcblichen Morgenritual gilt der St. Magdalenen-Kirche aus dem 12. Jahrhundert in Undeloh. Hier z\u00fcndet Margrit eine Kerze an, und wir bewundern den guten Zustand des uralten Geb\u00e4udes, das im Laufe der Zeit doch einige Ver\u00e4nderungen durchmachte.<\/p>\n<p>Darauf machen wir uns auf den Weg Richtung Handeloh. Schon bald erreichen wir die Weseler Heide. Hier fallen uns die sogenannten Bienenz\u00e4une auf. Das sind zwei \u00fcberdache W\u00e4nde, zwischen denen eine Menge K\u00e4sten mit Bienenv\u00f6lkern eingeschoben und befestigt werden. In der Bl\u00fctezeit der Heide im August und September sammeln diese Bienen fleissig den Nektar der bl\u00fchenden Pflanzen und produzieren den begehrten Heidehonig.<\/p>\n<p>Auch heute begegnen wir einer Blindschleiche auf dem Pfad, und sie lebt. Sorgf\u00e4ltig bef\u00f6rdere ich sie in den f\u00fcr sie ungef\u00e4hrlichen Bereich neben dem Pfad.<\/p>\n<p>Unseren Mittagshalt machen wir in Wesel beim Hexenhaus aus dem 18. Jahrhundert. Es diente damals als Backhaus. Heute wird in ihm standesamtlich geheiratet.<\/p>\n<p>Auf dem Weiterweg passieren wir den Parkplatz der FKK-Wanderer. Hier steht ihnen ein 10 km langer Rundweg zur Verf\u00fcgung. Wir werden darauf aufmersam, weil sich ein Mann gerade auf den Weg macht. Allerdings geht er nicht barfuss.<\/p>\n<p>Nun beginnt f\u00fcr uns ein \u201eLeidensweg\u201c. Irgendwann verpassen wir eine Abzweigung und machen darauf einen l\u00e4ngeren Umweg. Aber mit Hilfe des Handys gelangen wir doch noch ans Ziel zur&nbsp; Bahnstation Handeloh. Leider verpassen wir ganz knapp den Bus zur\u00fcck nach Undeloh. Die Wartezeit vertreiben mir uns mit einem Bier bzw. einer Coca Cola und Schreiben. So vergeht die Zeit einigermassen schnell. Schon bald wird der Bus eintreffen.<\/p>\n<p>Unterdessen sind wir frisch geduscht und im Ausgangsgewand am Scheunenabend dabei. Dieser Anlass wird vom Touristikb\u00fcro und der Gemeine organisiert. In einer Remise etwas ausserhalb des Dorfes sind Tische aufgestellt worden. Frauen aus der Gemeinde haben verschiedene Salate zubereitet, in einem zugestellten Verkaufswagen werden grillierte W\u00fcrste und Fleisch, in einem andern Getr\u00e4nke verkauft. Da kann man die Esswaren und Getr\u00e4nke zu g\u00fcnstigen Preisen erstehen, \u00fcbrigens alles in abwaschbarem Geschirr und mit solidem Besteck, und an den Tischen verzehren. Wir treffen am gew\u00e4hlten Tisch auf ein Paar aus Kiel und kommen ins Gespr\u00e4ch mit ihm. So verleben wir einen spannenden Abend.<\/p>\n<p><strong>Donnerstag, 21. August 2025<\/strong><\/p>\n<p>Die Fernwanderug geht weiter. Nach Aussage unserer Gastwirtin folgt heute die sch\u00f6nste Etappe. Kurz vor neun starten wir, nachdem wir unsere Sachen gepackt und unser Gep\u00e4ck zur Rezeption gebracht haben.<\/p>\n<p>Draussen erwartet uns ein klar blauer Himmel und eine schon recht angenehme Temperatur. Z\u00fcgig marschieren wir zum Einstieg in den Heidschnukkenweg. Ob wir wohl heute eine zu sehen bekommen? Durch ein kurzes Waldst\u00fcck gelangen wir schnell in die offene Heide.<\/p>\n<p>Pr\u00e4chtig bl\u00fchende Besenheide breitet sich vor uns aus. Die Luft vibriert vom Summen der Bienen. Wir begegnen vorerst nur ganz wenigen Wanderern, meistens sind es solche, die ihren Hund spazieren f\u00fchren. Was uns auff\u00e4llt ist die Sauberkeit der Wege und der vielen Rastpl\u00e4tze. Da liegt ganz selten Abfall herum, keine Zigarettenpackungen, keine Petflaschen, keine Bonbonpapierchen\u2026 Wir bekamen ja mit den Unterlagen des Touristikb\u00fcros einen Schietb\u00fcdel (Dreckbeutel) und eine Holzzange mitgeliefert, damit wir uns bei der Sauberhaltung der Heide beteiligen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nach rund 11 km erreichen wir das Dorf Wilsede, ein Ort, der vom Tourismus lebt. Da gibt es ein paar traditionelle Geb\u00e4ude, einen Souvenirladen, Kaffee- und Teestuben, da fahren Pferdekutschen voller Passagiere durch den Ort, es gibt ein kleines Museum und einen grossen Parkplatz. Die Attraktion ist aber der h\u00f6chste Berg des Norddeutschen Tieflandes, der 169 m hohe Wilsederberg, den man einfach mal bestiegen haben muss. Auch wir \u201ekraxelten\u201c da hoch. Von oben soll man bei klarem Wetter die Kircht\u00fcrme der Stadt Hamburg sehen. Sogar mit dem Fernglas schaffen wir es nicht. Aber wir k\u00f6nnen von einem Paar eine Ruhebank erben und uns hier unser Picknick schmecken lassen.<\/p>\n<p>Nun ist es nicht mehr weit zu unserem heutigen Etappenziel Niederhaverbeck. Auf dem Weg dorthin rettet Margrit einer kleinen Schlange von vielleicht 20 cm L\u00e4nge, wahrscheinlich einer Kreuzotter, das Leben. Diese ist auf dem Pfad unterwegs, der neben Fussg\u00e4ngern auch Radfahrern zur Verf\u00fcgung steht, und Margrit stellt sich sch\u00fctzend \u00fcber das Tierchen, so dass es sicher in die ungef\u00e4hrliche Zone neben dem Weg schleichen kann.<\/p>\n<p>Im Hotel werden wir \u00e4usserst freundlich empfangen. Unser Gep\u00e4ck ist auch schon da und das Zimmer bereit.<\/p>\nngg_shortcode_2_placeholder\n\n\n\n<p><strong>Freitag, 22. August 2025<\/strong><\/p>\n<p>Nach einer ruhigen Nacht, einem reichhaltigen Fr\u00fchst\u00fcck und mit gut gef\u00fclltem Picknickbeutel begeben wir uns heute mit der Fleecejacke bekleidet &nbsp;auf den Weg. Er f\u00fchrt geradewegs durch die bl\u00fchende Heide. Und doch ist etwas anders als das an den vorherigen Tagen war. Der Himmel ist bedeckt, ein k\u00fchler Wind weht und zwischendurch spr\u00fcht es leicht aus den Wolken. Und\u2026 das Summen der Bienen fehlt. Die streiken heute bei diesem Wetter.<\/p>\n<p>Schon bald werden wir durch eine Hinweistafel darauf aufmerksam gemacht, dass die runden H\u00fcgel im umgebenden Gel\u00e4nde Grabh\u00fcgel aus der Jungsteinzeit und der \u00e4lteren Bronzezeit sind und zwischen 2000 und 1300 vor Christus errichtet wurden.<\/p>\n<p>Der Weg f\u00fchrt anschliessend als schmaler Pfad durch einen Wald mit teilweise riesig hohen F\u00f6hren. Selten kreuzen uns Radfahrer. Auf diesem Weg erreichen wir den Sylvestersee, der seinen Namen von einem britischen Offizier hat. Der See entstand durch die Verdichtung des Bodens durch schwere Milit\u00e4rmaschinen w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs. Bis 1994 wurden hier milit\u00e4rische \u00dcbungen durchgef\u00fchrt. Der Verein Naturschutzpark e.V. \u00fcbernahm die Rekultivierung des zerst\u00f6rten Gel\u00e4ndes. Mit viel Aufwand wurde so eine weitr\u00e4umige Heidelandschaft mit eingestreuten Mooren, Waldinseln und Magerrasen geschaffen.<\/p>\n<p>Danach gelangen wir zum Sch\u00e4ferhof, wo ein Rundwanderweg durch das Pietzmoor f\u00fchrt. Und da treffen wir zum ersten Mal auf lebende Heidschnucken in unserer N\u00e4he. Eine grosse Herde wird von zwei H\u00fctehunden durch Befehle des begleitenden Hirten in eine bestimmte Richtung getrieben, ein faszinierendes Schauspiel. &nbsp;Das Jahrtausende alte Pietzmoor soll durch Renaturierung wieder hergestellt werden. Seit Jahren wurde es durch die Gewinnung von Torf und durch Entw\u00e4sserung allm\u00e4hlich zerst\u00f6rt. Nun wurden grosse Fl\u00e4chen mit Hilfe von neu geschaffenen D\u00e4mmen wieder unter Wasser gesetzt, und es gilt: Jeder abgestorbene Baum ist ein Schritt zur\u00fcck zur Natur.<\/p>\n<p>Nach dem Rundgang belohnen wir uns mit einem Kaffee und einem St\u00fcck K\u00e4sekuchen (Quarktorte) im Restaurant Sch\u00e4ferhof und fahren anschliessend mit dem Heidebus nach Bispingen zu unserer Unterkunft f\u00fcr die n\u00e4chsten zwei N\u00e4chte. Das Nachtessen nehmen wir in einem Restaurant im Zentrum Bispingens ein. Da werden wir \u00fcberrascht durch Servierroboter, die die bestellten Teller aus der K\u00fcche zum richtigen Tisch bringen. Allerdings ist da das Servierpersonal zust\u00e4ndig, dass die Speisen bei der richtigen Person landen.<\/p>\nngg_shortcode_3_placeholder\n<p><strong>Samstag, 23. August 2025<\/strong><\/p>\n<p>Heute fahren wir mit dem gratis Heidebus von Bispingen nach Oberhaverbeck. Wir beschliessen, beim Bahnhof Bispingen in der Linie 4 einzusteigen, weil der Bus der Linie 2 erst sp\u00e4ter f\u00e4hrt. Wir finden den Weg zum Einstiegsort problemlos und sind etwa eine Viertelstunde zu fr\u00fch dort. Da das Tourismusb\u00fcro in der N\u00e4he ist, beschliessen wir, den dort besch\u00e4ftigten Frauen, mit denen wir Kontakt hatten vor unserer Abreise, spontan einen Danesbesuch abzustatten. Die beide waren anwesend und sch\u00e4tzten unseren unseren unerwarteten Besuch und unsere lobenden Worte sehr.<\/p>\n<p>Mit dem Bus erreichen wir problemlos den Startort. Probleme macht uns dann allerdings die Suche nach dem Einstieg in die heutige Wanderung. Wenn man genau lesen w\u00fcrde, w\u00e4re auch das l\u00f6sbar. Nach einigem Hin und Her schaffen wir das und machen uns auf den Weg. Wer glaubt, dass sich die durchwanderten Landschaften immer wiederholten, der ist auf dem Holzweg. Jeder Weg hat seine speziellen Eigenschaften und Sehensw\u00fcrdigkeiten. Heute wechseln sich graue Wolken, kurze Regenschauer, blauer Himmel, Sonnenschein und mehr oder weniger starker Wind ab. Die Bienen scheinen solches Wetter nicht zu sch\u00e4tzen und bleiben offenbar lieber im Stock. Daf\u00fcr zeigt sich heute eine respektable Schlange, allerdings nur kurz. Sehr schnell verkriecht si sich in den Heidestr\u00e4uchen. Auch eine Eidechse zeigt sich. Und von einem Baumstamm beobachtet ein Eichh\u00f6rnchen aufmerksam unser Tun. Das Picknick nehmen wir auf einer Bank an der Sonne am Ufer des Brunausees ein. Ganz unterschiedlich ist das Aufkommen von Wandernden und Radfahrern. Auf gewissen Abschnitten begegnen wir \u00fcber lange Strecken niemandem, dann erscheint pl\u00f6tzlich ein ganzer Pulk Radfahrer oder ein einzelner Wanderer. Mit den einen oder andern kommen wir ins Gespr\u00e4ch, wieder andere schauen bei der Begegnung lieber weg oder knurren sogar irgendwas vor sich hin.<\/p>\n<p>Unsere heutigen Stationen sind Bockelmanns Schafstall, die Behriger Heide und Behringen, der Brunausee, die Borsteler Schweiz, der Luhpadd und das Ziel Bispingen, das wir gegen 16 Uhr erreichen. Ein Bier bzw. ein gespritzter Weisser auf unserer Zimmerterrasse und anschliessend eine erfrischende Dusche m\u00f6beln uns wieder auf und machen uns gluschtig aufs Abendessen.<\/p>\nngg_shortcode_4_placeholder\n\n\n\n<p><strong>Sonntag, 24. August 2025<\/strong><\/p>\n<p>\u201eAm Sonntag sollst du ruh\u2019n\u201c, heisst es im Volksmund. Wir haben aber anderes vor. Die l\u00e4ngste Wanderstrecke seit Beginn steht uns bevor. Mit Schwung starten wir nach dem Fr\u00fchst\u00fcck. Von gestern wissen wir, wo der Einstieg zu finden ist, n\u00e4mlich wenige hundert Meter unterhalb unserer Unterkunft. Ab da ist der Weg sehr gut markiert.<\/p>\n<p>Einer Bahnlinie entlang in s\u00fcdwestlicher Richtung gelangen wir auf einem Waldpfad zum &nbsp;&nbsp;Abenteuerspielplatz Luhegrund. Da ist nicht viel los. Zwar ist Sonntag, aber offensichtlich noch etwas zu fr\u00fch f\u00fcr Famlien mit kleineren Kindern. Als n\u00e4chstes kommen wir zur Luhequelle. In Teichen sammelt sich das Wasser aus den h\u00f6her gelegenen Erdschichten, versickert dort und tritt kurz vor Bispingen als Bach wieder an die Oberfl\u00e4che. Von Heide ist bisher nicht viel zu sehen. Wir wandern durch W\u00e4lder, die aber auch ihren Reiz haben. In der Gegend des Kreuzbergs f\u00fchrt ein Abschnitt wieder durch Heide.<\/p>\n<p>Kinderstimmen, kreischende Laute erreichen uns durch den Wald. Und pl\u00f6tzlich ist es Befinden wir uns wieder in offenem Gel\u00e4nde. Vor uns liegen unz\u00e4hlige Parkpl\u00e4tze, zum gr\u00f6ssten Teil leer. Und mitten durch diesen riesigen Autoabstellplatz f\u00fchrt der Heidschnuckenpfad. Der Parkplatz geh\u00f6rt zum Heidepark, einem riesigen &nbsp;&nbsp;Vergn\u00fcgungspark mit Achterbahn, Freifallturm und weiteren Attraktionen. Wir lassen uns nicht erweichen und setzen unsern Marsch fort. Interessant sind die kurz danach folgenden Fischteiche, wo eine grosse Anzahl Fischarten gehalten und gefischt werden. Mehrere Info-Tafeln orientieren dar\u00fcber.<\/p>\n<p>Bevor wir den Stadtpark von Soltau erreichen, stossen wir noch auf die grundlose Kuhle, eine Vetiefung im Walde, wo in fr\u00fcheren Zeiten ein Schloss versunken sein soll. Auf einer Hinweistafel k\u00f6nnen wir die Geschichte lesen. Und dann haben wir Soltau erreicht, finden ohne grosses Suchen unsere Unterkunft. Etwas ausruhen von der langen Wanderung, eine warme Dusche, danach sind wir fit f\u00fcr den Ap\u00e9ritiv und das sp\u00e4tere Nachtessen in Lokalen in der Fussg\u00e4ngerzone Soltaus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_5_placeholder\n\n\n\n<p><strong>Montag, 25. August 2025<\/strong><\/p>\n<p>Um neun Uhr sollten wir vom Taxidienst abgeholt werden, um nach Wiezendorf gefahren zu werden. Aber das Taxi kommt nicht. Also ruft Margrit die Kurierfirma an. Da hat wohl die Kommunikation nicht geklappt. Jedenfalls erscheint dann nach einigem Warten ein Auto mit einem \u00e4usserst freundlichen Chauffeur, der uns an den Bestimmungsort bringt. Unterwegs macht er uns auf regionale Besonderheiten aufmerksam, so u.a. auf den NATO-\u00dcbungsplatz in der N\u00e4he und auf einen riesigen Camping mit Mietunterk\u00fcnften, Standpl\u00e4tzen f\u00fcr Wohnmobile und Zeltareale mit dem Namen S\u00fcdsee-Camp.<\/p>\n<p>In Wietzendorf angekommen, nehmen wir den Weg zur\u00fcck nach Soltau unter die F\u00fcsse. Leider entspricht dieser ganz und gar nicht unseren Erwartungen. Die Heide fehlt fast vollst\u00e4ndig, viele Abschnitte sind asphaltiert, oder wir m\u00fcssen auf den Banketten von Strassen mit Hartbel\u00e4gen gehen. Ein paar Fotos von sehenswerten Objekten lassen sich knipsen. Aber wir erreichen etwas frustriert nach langem Marsch unsere Unterkunft. Dort angekommen, geniessen wir ein Bier bzw. ein Glas Wein, bevor wir uns unter die Dusche begeben. Danach geht es zum Nachtessen in ein griechisches Restaurant, wo wir gute Speisen serviert bekommen. Ansonsten ist heute Abend in Soltau nicht viel los. Die meisten Restaurants haben hier montags geschlossen.<\/p>\nngg_shortcode_6_placeholder\n<p><strong>Dienstag, 26. August 2025<\/strong><\/p>\n<p>Heute Morgen klappt es mit dem Taxi. Schon um 08:55 Uhr f\u00e4hrt unser Chauffeur von gestern vor und entschuldigt sich gleich f\u00fcr sei sp\u00e4tes Erscheinen. Er f\u00e4hrt uns, mit vielen Erl\u00e4uterungen zu den passierten Orten, nach Wietzendorf, wo wir mit unserem heutigen Marsch starten. Den Einstieg finden wir ohne Probleme. Das Wetter ist wunderbar, und im Dorf statten wir der Kirche Sankt Jakobi mit einem h\u00f6lzernen Kirchturm noch einen Besuch ab, bevor wir uns aufs Land hinaus begeben.<\/p>\n<p>In der N\u00e4he des H\u00e4teler Bergs imponiert uns ein Windpark, der den Jahresverbrauch an elektrischem Strom einer Stadt mit 40 000 Haushalten produziert.<\/p>\n<p>Beim siebenarmigen Wegweiser, wo wir Mittagshalt machen, begegnen wir einer achtk\u00f6pfigen deutschen E-Bikegruppe, die sich von uns fotografieren lassen wollen. Und nun wird geredet \u00fcber Atomkraftwerke, \u00fcber die b\u00f6sen Bayern, die ihren billigen Strom von den Windr\u00e4dern im Norden beziehen, von der desolaten Lage, in der sich die Deutsche Bahn befindet, von den weltbekannten machtgierigen Politikern, die sich treffen, miteinander plaudern und nichts bewirken, und von der Angst, wie sich die miserable Weltlage auf unsere Enkelkinder auswirken wird. Zum Gl\u00fcck gibt es die Heide, wo man das Dasein noch geniessen kann. Und das tut auch eine Sandwespe, die wir w\u00e4hrend unseres Picknicks immer wieder beobachten. Zuerst krabbelt sie auf dem Sand herum, dann beginnt sie an einem Ort ein Loch in den Sand zu graben. Die Sandk\u00f6rner transportiert sie ein St\u00fcck weit weg vom gegrabenen Loch. Und das geht so weiter, bis sie mit ihrem ganzen langen K\u00f6rper beim Einsteigen ganz verschwindet. Nun enden unsere Beobachtungen, da wir aufbrechen.<\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes treffen wir am Wietzer Berg wieder ein gutes St\u00fcck Heide, das uns rosenrot entgegen leuchtet. Hier befindet sich ein Denkmal f\u00fcr den hier bekannten Heidedichter Hermann L\u00f6ns.<\/p>\n<p>Eine gute halbe Stunde sp\u00e4ter sind wir am Ziel, k\u00f6nnen ins Hotel einchecken, duschen, und nun sitzen wir im Schatten eines Baumes im Gartenrestaurant und geniessen die Ruhe.<\/p>\nngg_shortcode_7_placeholder\n<p><strong><span style=\"font-size: revert;\">Mittwoch, 27. August 2025<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Heute sind wir im Naturpark S\u00fcdheide unterwegs. Um neun Uhr holt uns ein Taxi beim Hotel ab. Zusammen mit einem j\u00fcngeren Paar aus Wiesbaden werden wir nach Gerdehaus gef\u00fchrt. Unsere Mitfahrer bekamen vom Fahrdienstunternehmen den Tipp, nicht zu unserem Ausgangspunkt zur\u00fcckzukehren, sondern zum Parkplatz Wacholderwald zu wandern. Diese Route soll interessanter sein. So beschliessen wir diese Routen\u00e4nderung und machen mit dem Chauffeur ab, dass er uns dort abholen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Unser Weg f\u00fchrt uns als erstes zum Hausselberg. Schon der deutsche Astronom und Physiker Karl-Friedrich Gau\u00df nutzte 1828 den Hau\u00dfelberg als Messpunkt der vom K\u00f6nigshaus Hannover angeordneten Landvermessung. Auf dem \u201eBergr\u00fccken\u201c befindet sich ein nachgebildeter &#8222;Gau\u00dfstein&#8220;, der an dieses Ereignis erinnert. Auf einer Orientierungstafel ist das Vorgehen, wie Gau\u00df diese Aufgabe bew\u00e4ltigte, textlich und bildlich festgehalten. Zudem ist hier die Heide besonders gut erhalten.<\/p>\n<p>Auf dem einen heutigen Abschnitt kommt uns ein riesiges Forstgef\u00e4hrt entgegen, das Baumst\u00e4mme transportiert. Am Wegrand liegen grosse Mengen von Baumst\u00e4mmen aufgeschichtet. Pl\u00f6tzlich tauchen kurz nacheinander zwei Pferdekutschen auf, die eine mit fr\u00f6hlich singenden Passagieren. Aber die Pferde wollen gewohnheitsm\u00e4ssig Pause machen und gehen erst nach l\u00e4ngerem Zureden der Kutscherin weiter.<\/p>\n<p>Mittagspause machen wir auf einem alten, liegenden Baumstamm. Da der Boden sehr sandig ist, k\u00f6nnen wir auch hier wie schon gestern einer Sandwespe bei ihrer T\u00e4tigkeit zusehen. Sie gr\u00e4bt und gr\u00e4bt, bis sie vollst\u00e4ndig im gebauten Loch verschwindet. Aber was nach dem Graben geschieht, das sehen wir nicht, da wir weiter gehen.<\/p>\n<p>In der Oberoherheide wurde fr\u00fcher Kieselgur abgebaut, ein feines Pulver, das aus den R\u00fcckst\u00e4nden von Kieselalgen besteht, die hier in der Zeit lebten, als die L\u00fcneburger Heide noch von einem Meer bedeckt war. Da haben sich in der Umgebung die Birken und vor allem die Wacholderb\u00fcsche gut entwickelt. Wir wandern auf sandigen Pfaden und geniessen die vielf\u00e4ltige Landschaft. Zum Abschluss der heutigen Wanderung begeben wir uns auf den Fa\u00dfberg, um dort das \u201eGipfelkreuz\u201c zu fotografieren. Mit unseren Gipfelkreuzen in der Schweiz hat es gemeinsam, dass hier auch ein K\u00e4stchen mit einem Gipfelbuch existiert. Aber von steilen Bergwegen und einer Bergspitze ist weit und breit nichts zu sehen. Der Fa\u00dfberg ist ja auch nur gerade 94 m hoch. \u00dcbrigens gibt es in der N\u00e4he auch eine Ortschaft, die so heisst.<\/p>\n<p>Unser Taxidienst holt uns nach Anruf hier beim Wanderparkplatz ab und bringt uns in unser Hotel zur\u00fcck. Nach dem Duschen schauen wir noch in die benachbarte <span style=\"font-size: revert;\">St. Laurentius-Kirche hinein und gehen dann in Hoffmann\u2019s Kaffeestuuv zu Kuchen und Kaffee.<\/span><\/p>\nngg_shortcode_8_placeholder\n\n\n\n<p><strong>Donnerstag, 28. August 2025<\/strong><\/p>\n<p>Heute steht uns nur eine kurze Wanderung bevor, von M\u00fcden nach Weesen. Trotzdem hoffen wir auf ein paar Highlights.<\/p>\n<p>Hermannsburg ist einen Zwischenhalt wert. Hier besuchen und besichtigen wir die Grosse Kreuzkirche, die kleinere Peter und Paul-Kirche sowie den Weltkugelbrunnen. Die beiden Kirchen sind lutherisch orientiert, wobei die gr\u00f6ssere einem selbst\u00e4ndigen Verbund von Lutherischen Kirchen angeh\u00f6rt, die kleinere der beiden dem Verbund der Lutherischen Landeskirchen. Zu Ehren des Hermannsburger Missionars Harms wurde zu seinem 200-j\u00e4hrigen Geburtstag der Weltkugelbrunnen erstellt. Eine 2,5 t schwere Granit-Weltkugel bewegt sich in einer exakt angepassten Schale auf einem d\u00fcnnen Wasserfilm.<\/p>\n<p>Beim Weiterwandern werden wir von einem leichten Regen \u00fcberrascht, der l\u00e4ngere Zeit anh\u00e4lt. Da es relativ warm ist, trocknen die Tropfen gerade wieder ab, so dass wir auf das Anziehen des Regenschutzes verzichten. Und da wir gr\u00f6sstenteils im Wald unterwegs sind, werden wir wenig beeintr\u00e4chtigt durch den Niederschlag.<\/p>\n<p>Unser Picknick nehmen wir unter B\u00e4umen bei einem Parkplatz ein. Und da h\u00f6rt es auf zu regnen. Von da an haben wir nur noch eine halbe Stunde zum Hotel in Weesen. Da fotografieren wir noch die Erinnerungstafel, die zu Ehren der St. Galler Gemeinde Weesen neben dem Findling mit dem eingrafierten Namen aufgestellt wurde. In der Rezeption erz\u00e4hlt uns ein Einheimischer noch, dass die beiden Feuerwehren von Weesen miteinander befreundet sind und Kontakte pflegen.<\/p>\n<p>Nach der Dusche gehen wir noch in das andere Hotel an Ort. Wer sitzt da an einem Bier in der Gartenwirtschaft? Das sind unsere Wanderbekannten von gestern. Wir setzen uns zu ihnen und sind schon bald im Austausch \u00fcber unsere Erlebnisse, tauschen Tipps aus und vergleichen die Lebensumst\u00e4nde in unseren Heimatl\u00e4ndern. Wir werden uns morgen wieder treffen, da wir dann im selben Hotel \u00fcbernachten.<\/p>\n<p>Danach gehen wir in unser Zimmer zur\u00fcck. Ich schreibe an diesem Bericht und lese die Fotos zur Ver\u00f6ffentlichung aus. Schon bald steht das Nachtessen an.<\/p>\nngg_shortcode_9_placeholder\n\n\n\n<p><strong>Freitag, 29. August 2025<\/strong><\/p>\n<p>Im Nebel (Hermann Hesse)<\/p>\n<p>Seltsam, im Nebel zu wandern!<br>Einsam ist jeder Busch und Stein,<br>Kein Baum sieht den andern,<br>Jeder ist allein.<\/p>\n<p>Voll von Freunden war mir die Welt,<br>Als noch mein Leben licht war;<br>Nun, da der Nebel f\u00e4llt,<br>Ist keiner mehr sichtbar.<\/p>\n<p>Wahrlich, keiner ist weise,<br>Der nicht das Dunkel kennt,<br>Das unentrinnbar und leise<br>Von allen ihn trennt.<\/p>\n<p>Seltsam, im Nebel zu wandern!<br>Leben ist Einsamsein.<br>Kein Mensch kennt den andern,<br>Jeder ist allein.<\/p>\n<p>So kommt es mir heute Morgen vor beim Hinauslaufen in die Heide. Es ist bedeckt und grau, ein Herbsttag, aber warm. Nach verschiedenen Diskussionen und Recherchen haben wir beschlossen, dass heute unser letzter Wandertag ist.<\/p>\n<p>Wir geniessen nochmals das Wandern durch die Heide bei speziellen Bedingungen. Wir sind schon nach wenigen Metern weit und breit allein unterwegs. Schon bald kommen wir an einen riesigen Krater in der Landschaft in dessen Zentrum ein See liegt. Der Krater hat weder vulkanischen Ursprung noch ist hier eine gewaltige Bombe explodiert. Er ist einfach das Ergebnis langj\u00e4hrigen Kies- und Sandabbaus, gibt aber ein imposantes Bild ab.<\/p>\n<p>Wir erreichen den als Feuerl\u00f6schteich angelegten Angelbecksteich bei leichtem Regen. Hier steht ein Gedenkstein, der an den grossen Waldbrand vom August 1975 erinnert, der hier rund 7000 ha Wald vernichtete und einen Grosseinsatz von Feuerwehrleuten und L\u00f6schmaterialien erforderte. Der k\u00fcnstlich angelegte Teich wirkt sehr sch\u00f6n in die umgebende Landschaft integriert. Das zeigt sich auch daran, dass hier nun pl\u00f6tzlich sehr viele Leute auf den rund herum angelegten Pfaden spazieren und die aufgestellten Informationstsfeln zu verschiedenen die Heide und den Teich betreffenden Themen studieren. Hier nehmen wir auf einer Bank \u00fcber dem Wasser unser Picknick ein. Zudem hat jetzt der Regen aufgeh\u00f6rt. Hier treffen wir auch das Paar wieder, mit dem wir gestern schon Kontakt beim und nach dem Wandern hatten. Die beiden entschliessen sich, eine Abk\u00fcrzung nach Oldendorf zu nehmen und den Abschnitt, den wir heute noch gehen wollen, morgen zu machen.<\/p>\n<p>Nun nehmen wir die sechs letzten Kilometer bis zu unserem Ziel unter die F\u00fcsse. Zu sehen gibt es hier nicht mehr viel, wenn man von den mehreren jungen Kr\u00f6ten, die uns immer wieder vor den F\u00fcssen wegh\u00fcpfen, absieht. Wir erreichen unsere Unterkunft in Oldendorf kurz nach den beiden und machen mit ihnen ab, dass wir f\u00fcr den vom Hotel organisierten Barbecue-Abend gemeinsam einen Tisch reservieren.<\/p>\n<p>Um sechs beginnt der Grillplausch. Dabei lernen wir die beiden, Beate und Wolfgang, etwas n\u00e4her kennen. Wir sehen uns morgen dann sicher beim Fr\u00fchst\u00fcck wieder.<\/p>\nngg_shortcode_10_placeholder\n\n\n\n<p><strong>Samstag, 30. August 2025<\/strong><\/p>\n<p>Gestern war endg\u00fcltig unser letzter Wandertag. Wir schlafen schlecht und stehen schon fr\u00fch auf. Nun wird gepackt, alles bereit gemacht, damit wir sofort nach dem Fr\u00fchst\u00fcck, das ab acht Uhr bereit ist, weggehen k\u00f6nnen. Die Tagesrucks\u00e4cke sind gepackt, den Koffer und den grossen Rucksack trage ich in die Rezeption hinunter und stelle sie bereit f\u00fcr den Kurierdienst. Mit unseren neuen Bekannten, die dann erst morgen nach Celle kommen werden, tauschen wir w\u00e4hrend des Fr\u00fchst\u00fccks Erfahrungen und die Adressen aus. Die Zeit vergeht so schnell. Es heisst, adieu sagen. Um 08:52 Uhr f\u00e4hrt unser Bus wenig weit von unserem Hotel entfernt.<\/p>\n<p>Schon bald sitzen wir drin, und rasant geht es Celle zu. Beim Schlosspark ist Endstation. Wir steigen aus und lassen uns vom unmittelbar danebenstehenden Palast beeindrucken. Unmittelbar davor steht \u201eM\u00fcllers City Express\u201c, ein Touristenb\u00e4hnchen, mit dem man eine dreiviertest\u00fcndige Stadtrundfahrt machen kann. Wir beraten kurz, und schon sitzen wir in einem Abteil des Zuges, bezahlen unser Ticket beim \u201eLokomotivf\u00fchrer\u201c und ab geht die Post. Wir werden mit historischen, bautechnischen und anderen Erkl\u00e4rungen durch die Altstadt, neuere Viertel mit Bauhaus-Architektur und die P\u00e4rke unterhalten. Dadurch bekommen wir unserer Meinung nach eine gute \u00dcbersicht. Danach spazieren wir noch etwas durch die Gassen, genehmigen uns einen Cappuccino und sp\u00e4ter einen Aperitiv. Im Park essen wir unser vom Hotel \u201egesponsertes\u201c Picknick. Danach beziehen wir unser Nachtquartier und richten uns ein. Jetzt geht es schon bald wieder zur\u00fcck in die Altstadt. Da gibt es noch viel zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt sind wir wieder in der Altstadt von Celle. Sie ist nicht allzuweit weg von unserem Hotel. In diesen Gassen und auf diesen Pl\u00e4tzen zu flanieren ist sehr kurzweilig. Wir besuchen verschiedene spezielle Geb\u00e4ude, schauen sie uns genauer an und fotografieren. Vielfach sind die Namen der Erbauer oder Besitzer irgendwo am Geb\u00e4ude festgehalten. Im Gegensatz zu den weiter n\u00f6rdlich gelegenen H\u00e4usern sind hier der Grossteil der Wohnh\u00e4user Fachwerkgeb\u00e4ude. Zudem k\u00f6nnen wir an ihnen auch fromme Spr\u00fcche oder Lebensweisheiten lesen. Das \u00e4lteste dokumentierte Haus geht auf das Jahr 1526 zur\u00fcck. Jahrzahlen an den H\u00e4usern reichen ins 16. und 17. Jahrhundert zur\u00fcck. In einem als Wohnhaus getarnten Bau ist eine Synagoge untergebracht, die die Nazizeit unversehrt \u00fcberstand. Interessant scheint mir, dass viele dieser H\u00e4user nach oben breiter werden, indem jedes nachfolgende Stockwerk \u00fcber das untere herausragt. Die Stadtkirche St. Marien wurde 1308 eingeweiht und mehrmals ver\u00e4ndert. Sie ist lutherisch und deshalb sind die vielen Heiligendarstellungen und -Skulpturen erhalten geblieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Als wir genug gesehen und besucht haben, setzen wir uns in ein Strassenrestaurant, bestellen uns einen Aperitif und anschliessend einen Flammkuchen. Danach geht\u2019s in unser Hotel zur\u00fcck.<br><br><\/p>\nngg_shortcode_11_placeholder\n\n\n\n<p><strong>Sonntag, 31. August 2025<\/strong><\/p>\n<p>Kaum zu glauben, aber heute ist unser letzter Reisetag. Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck bestellen wir uns an der Rezeption ein Taxi auf neun Uhr. Nun machen wir uns reisefertig. Unser Taxi erscheint p\u00fcnktlich. Auf der Fahrt zum Bahnhof kommen wir mit dem Chauffeur ins Gespr\u00e4ch. Als es dann um die Deutsche Bahn ging, macht er folgende Aussage: \u201eFr\u00fcher ging man zum Wandern ach Patagonien, um Abenteuer zu erleben, heute f\u00e4hrt man daf\u00fcr mit der DB.\u201c<\/p>\n<p>Entgegen dieser Aussage erscheint unser ICE p\u00fcnktlich am Bahnhof. Wir erreichen auch die Umstiegsstation Kassel-Wilhelmsh\u00f6he zur angegebenen Zeit und sogar der Anschlusszug von Berlin nach Basel SBB ist zur Zeit da. Alles l\u00e4uft perfekt.<\/p>\n<p>Entgegen dieser Aussage erscheint unser ICE p\u00fcnktlich am Bahnhof. Wir erreichen auch die Umstiegsstation Kassel-Wilhelmsh\u00f6he zur angegebenen Zeit und sogar der Anschlusszug von Berlin nach Basel SBB ist zur Zeit da. Alles l\u00e4uft perfekt.<\/p>\n<p>Nun sind wir wieder daheim. Ohne Probleme haben wir die Heimfahrt fahrplangem\u00e4ss erlebt. Jetzt heisst es, sich wieder in den Alltag zur\u00fcckversetzen. Wir sind gl\u00fccklich und froh nach diesem grossartigen Erlebnis, elf Tage einfach vorw\u00e4rts wandern zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sonntag, 17. August 2025 Unser Abenteuer startet. Mit dem Zug fahren wir ab Sempach Station nach Buchholz in der Nordheide. Wir sind gespannt, wie das mit dem Fahrplan der DB klappt. Ankunftszeit gem\u00e4ss Fahrplan ist um 18:04 Uhr. 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