{"id":7052,"date":"2026-10-19T19:00:51","date_gmt":"2026-10-19T17:00:51","guid":{"rendered":"https:\/\/mapeadventures.ch\/?p=7052"},"modified":"2026-11-05T05:21:25","modified_gmt":"2026-11-05T03:21:25","slug":"indien-reise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mapeadventures.ch\/?p=7052","title":{"rendered":"Indien-Reise"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Donnerstag, 22. Oktober 2026<\/strong><\/p>\n<p>Schon fr\u00fch sind wir wach und auch etwas nerv\u00f6s. Unsere Abreise steht bevor. Nachdem wir uns bereit gemacht, die Wohnung fertig aufger\u00e4umt und alle elektrischen Ger\u00e4te ausgeschaltet haben, machen wir uns auf den Weg zur Bahnstation. Um 06:20 Uhr f\u00e4hrt der Zug nach Olten. Im COOP holen wir uns je eine Schale und ein Gipfeli, da die Umsteigezeit das zul\u00e4sst und wir ohne Fr\u00fchst\u00fcck gestartet sind. Der IC bringt uns zum Flughafen, wo wir einchecken, unser Gep\u00e4ck aufgeben k\u00f6nnen und die ersten Reiseteilnehmer unserer Gruppe treffen. In der Byebye Bar vervollst\u00e4ndigt sich die Gruppe, wir stossen miteinander auf eine gute Reise an und begeben uns darauf zur Pass- und zur Sicherheitskontrolle. Problemlos k\u00f6nnen wir passieren. Nun beginnt das Warten beim Gate.<\/p>\n<p>Der Flug ist lang und ohne grosse Turbulenzen. Circa um 20 Uhr MEZ (23:30 Uhr Ortszeit) landet unsere Maschine, ein Airbus A 330-300 sanft und bei Dunkelheit in Delhi. Die nachfolgenden Prozeduren bei Zoll und Polizei sind langwierig und dauern insgesamt rund zwei Stunden. Nachdem wir unsere Koffer in Empfang genommen und den Ausgang gefunden haben, werden wir von Margrits Cousine und Sumer, dem indischen Reiseleiter empfangen und begr\u00fcsst. Mit einem riesigen Car werden wir 12 G\u00e4ste zum Hotel gefahren und k\u00f6nnen dort unsere Zimmer beziehen. Davor aber werden wir mit einem Blumenkranz und einem herzlichen NAVASTE (indisches Grusswort) begr\u00fcsst. Unterdessen ist es drei Uhr geworden, echt Zeit zum Schlafen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Freitag, 23. Oktober 2026<\/strong><\/p>\n<p>Nach einer kurzen Nacht und einem reichhaltigen Fr\u00fchst\u00fcck fahren wir um 09:30 Uhr mit dem Touristenbus los. Erstes Ziel ist die grosse Moschee von Old Delhi, Jama Masjid, aus dem 16. Jahrhundert, eine rote Sandsteinmoschee im Mogulstil aus dem 17. Jh. mit Platz f\u00fcr 25 000 Personen und 40 m hohen Minaretten.<\/p>\n<p>N\u00e4chstes Ziel ist der Gew\u00fcrzmarkt. Den erreichen wir mit einer Rickscha. Die Fahrt ist ein absoluter H\u00f6hepnkt. Unser Fahrer, ein kleiner, drahtiger Inder muss sich recht ins Zeug legen, um uns hinzubringen. Erstens sind wir beide keine Leichtgewichte, und zweitens ist der Verkehr horrend. Fussg\u00e4nger, Tuk-Tuns, Roller, schwerere Motorr\u00e4der und Autos dr\u00e4ngen sich durch die engen Strassen und Gassen. Daneben sind auch Lastentr\u00e4ger zu Fuss und mit Handkarren unterwegs, ein Chaos und ein durchdringendes Gehupe, von lauten Fl\u00fcchen begleitet, bilden den Hintergrund des Geschehens. Kaum sind wir aus der Rickscha ausgestiegen, bedr\u00e4ngen uns fliegende H\u00e4ndler mit tausenden verschiedenen Artikeln, die sie uns verkaufen m\u00f6chten. Und die geben nicht so schnell auf. Sie bieten Aktionspreise an. Zu diesen gesellen sich grosse und kleine Bettelnde, die sich mit Trommeln, Akrobatik oder mit bemitleidenswerter Mimik und mit Babys in den Armen um ein wenig Geld bem\u00fchen. Das ist die bedr\u00fcckende Kehrseite des bunten und lauten Treibens in diesen Gassen. Und auch der Dreck und die herumliegenden Abf\u00e4lle geben uns zu denken. Mit der Rickscha werden wir zum Ausgangspunkt zur\u00fcckgebracht. Von da aus f\u00e4hrt uns unser Bus zum Radjiv Ghandi-Memorial. Hier erz\u00e4hlt uns Sumer, unser indischer F\u00fchrer, die bewundernsw\u00fcrdige Geschichte des indischen Staatsvaters.<\/p>\n<p>Nun f\u00fchrt uns Sumer zu einem Restaurant, wo wir eine Mittagspause einlegen. Hier probieren wir ein paar Gerichte aus der indischen K\u00fcche: Pilzragout, Spinatgem\u00fcse, Tomatensuppe und verschiedene Fladenbrote (Nan).<\/p>\n<p>Nach der Rast werden wir zum Sikhtempel gefahren. Das riesige Areal d\u00fcrfen wir nur barfuss betreten. Der Rundgang f\u00fchrt in den Speisesaal, wo sch\u00e4tzungsweise \u00fcber 100 Personen am Boden sitzend am Essen sind. Personal ist mit grossen K\u00fcbeln und Brotbeh\u00e4ltern unterwegs um nachzusch\u00f6pfen. Gegessen wird aus grossen Metallplatten mit mehreren Vertiefungen, in die das Essen eingef\u00fcllt wird. Der nachfolgende Gang durch die K\u00fcche, auch das barfuss, zeigt die Dimensionen auf. Aus einem riesigen Kippgef\u00e4ss wird eine Suppe in Eimer abgef\u00fcllt, aus denen im Speisesaal gesch\u00f6pft wird. In einem speziellen automatischen Backofen mit Rollen und F\u00f6rderb\u00e4ndern werden Fladenbrote aus Teigb\u00e4llchen zu flachen, runden Scheiben gepresst, dann gebacken und in einen Beh\u00e4lter ausgeworfen.<\/p>\n<p>Der Rundgang f\u00fchrt nun durch ein Fusswaschbecken in den Tempel, wo drei M\u00e4nner musizieren und singen und das Heilige Buch mit T\u00fcchern bedeckt aufbewahrt wird. Wenn man aus dem Tempel herauskommt, breitet sich ein riesiger Wasserpool aus, in dem offenbar rituelle B\u00e4der stattfinden. Wir gehen um ihn herum und gelangen zur Treppe, die zum Hauteingang des Tempels hinauff\u00fchrt. Wir begeben uns zur Garderobe, wo wir unsere Schuhe wieder anziehen, eine uns unverst\u00e4ndliche Gemeinschaft hinterlassend.<\/p>\n<p>Danach begeben wir uns zu Fuss und mit dem Car in ein Rooftop Restaurant nahe bei der grossen Moschee und lassen dort mit pr\u00e4chtger Kulisse den Tag ausklingen. Den Weg zur\u00fcck zum Hotel bew\u00e4ltigen wir mit Tuk-tuks und mit der topmodernen Metro.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Samstag, 24. Oktober 2026<\/b><\/p>\n<p>Heute Morgen ist fr\u00fch Tagwache. Um sieben sitzen wir am Fr\u00fchst\u00fcckstisch, denn eine Stunde sp\u00e4ter ist die Abfahrt programmiert.<\/p>\n<p>Mit wenig Versp\u00e4tung f\u00fchrt uns der Bus zum UNESCO-Weltkulturerbe Qutb Minar. Der Komplex aus Moscheen, Minaretten und anderen Bauwerken ist ein Zeugnis der architektonischen und k\u00fcnstlerischen Leistungen islamischer Herrscher, nachdem diese im 12. Jahrhundert ihre Macht auf dem indischen Subkontinent etabliert hatten. Der Turm ist 72.5 m hoch und hat an der Basis einen Durchmesser von 14.3 m. Wir bestaunen ihn und fotografieren viel.<\/p>\n<p>Nun steht uns eine l\u00e4ngere Fahrt nach Mandawa bevor. Unterwegs schaltet unser Guide Suni zwei Zwischenhalte ein. Der erste findet in einem Restaurant mit eigener Bierbrauerei statt. Ein k\u00fchles, mildes Bier in einem dunklen Lokal schmeckt lecker und motiviert zur Weiterfahrt. Den versp\u00e4teten Mittagshalt verbringen wir unter einem hohen, in Gelb und Orange gehaltenen Baldachin bei einem indischen Buffet, wo wir uns selbt bedienen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Kurz nach Sonnenuntergang erreichen wir den von Suner gebuchten Resort mit grossz\u00fcgig ausgestatteten Bungalows. Ein k\u00fchlendes Bad im Pool und eine anschliessende einmalige Puppentheater-Auff\u00fcrung sind weitere H\u00f6hepunkte.<\/p>\n<p>Der Abend klingt bei angenehmen Temperaturen im Freien mit einem Glas Wein und angeregten Gespr\u00e4chen aus.<\/p>\n<p><b><br>Sonntag, 25. Oktober 2026<\/b><\/p>\n<p>Um acht ist Abfahrt von unserer Unterkunft ins Zentum von Mandawa. Diese Stadt liegt an der alten Seidenstrasse und war eine wichtige Umladestation und reiche Handelsstadt. Bedingt durch die Modernisierung des Handelsverkehrs verlor sie ihre Bedeutung, und die wohlhabenden H\u00e4ndler zogen weg, in die Hafenst\u00e4dte, wo sie bessere Bedingungen vorfanden. Ihre Karawansereien, Gesch\u00e4ftskontore und Wohnh\u00e4user wurden nicht mehr unterhalten und begannen zu zerfallen. Wenige Familien unterhielten Beziehungen mit ihrer Heimat, modifizierten ihre Besitze und trugen auf diese Weise dazu bei, dass ihre Anlagen noch einigermassen erhalten blieben. So k\u00f6nnen wir wenigstens ansatzweise die Pracht ihrer H\u00e4user bewundern. Aber es ist sehr schade, wie hier unwiederbringliche Kulturg\u00fcter zerfallen.<\/p>\n<p>Unsere Weiterreise per Bus f\u00fchrt uns nach Jaipur, das wir ungef\u00e4hr um drei Uhr erreichen. Schlechte Strassen und der Langsamverkehr verhindern ein z\u00fcgiges Vorw\u00e4rtskommen. Hier beziehen wir die Hotelzimmer und geniessen anschliessend ein typisch indisches Essen ab Buffet.<\/p>\n<p>Am Abend fahren wir in die Altstadt Jaipurs und machen einen l\u00e4ngeren Spaziergang in den Strassen und Gassen dieser Stadt. Und da treffen wir viel von dem an, was das Leben in indischen St\u00e4dten zu bieten hat: Verkehrschaos bis zum Geht-nicht-mehr, unz\u00e4hlige Verkaufsst\u00e4nde mit einem un\u00fcbersehbaren Angebot von Artikeln des t\u00e4glichen Lebens, Reparaturwerkst\u00e4tten f\u00fcr alles M\u00f6gliche, eine Menschenmenge mit \u00e4rmsten und wohlhabenden Menschen\u2026 Einfach Chaos, L\u00e4rm, Schmutz, K\u00fche, Hunde, Gelassenheit bis Faralismus\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Montag, 26. Oktober 2026<\/b><\/p>\n<p>Am heutigen Tag ist die Vier-Millionen-Stadt Jaipur und ihre Umgebung Ziel unserer Erkundungen. Schon um acht Uhr fahren wir im Car weg Richtung Fort Amber. Im Stadtteil Devisinhpura machen wir einen Halt, um einerseits ein Bauwerk zu betrachten, das Amphitheater m\u00e4ssig in den Boden hinein gebaut ist und laut unserem Guide Sumi eine hervorragende Akkustik bietet, andererseits um einen Blick auf die weiter oben liegende Festung Amber zu geniessen.<\/p>\n<p>Danach geht\u2019s weiter zu den Schloss- und Festungsbauten auf dem Grat des Gebirgszugs. Das Fort Amber gilt als typisches Beispiel f\u00fcr hinduistische Baukunst. Mit seinen gro\u00dfen Stadtmauern und einer ganzen Reihe von Toren und gepflasterten Wegen \u00fcberblickt die Festung den&nbsp;Maota-See, die Hauptwasserquelle des Ortes.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Dienstag, 27. Oktober 2026<\/b><\/p>\n<p>Heute soll es einen gem\u00fctlichen Tag geben. Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck und dem Koffer-Packen fahren wir etwa um neun Uhr ab. Ziel ist das St\u00e4dtchen Pushkar. Wir fahren vorwiegend auf der Autobahn Dehli-Mumbay. Aber darauf kann man auch vielen anderen Gef\u00e4hrten begegnen. Gefahren wird ohne strenge Regeln. Es herrscht Linksverkehr vor, aber nicht alle Verkehrsteilnehmer halten sich daran. Gl\u00fccklicherweise ist vielfach ein breiter Streifen Niemandsland neben den Fahrspuren. Lastwagen und Busse fahren vielfach ganz rechts neben dem Mittelstreifen. \u00dcberholt wird links und rechts und durch die Mitte. Die Hupen sind st\u00e4ndig zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Etwa um eins erreichen wir Pushkar und unsere Unterkunft, wo wir dann auch etwas essen k\u00f6nnen. Im Verlaufe des Nachmittags werden wir mit dem Bus ins Zentrum gefahren und gehen zu Fuss durch die auf beiden Seiten der Strasse stehenden Marktst\u00e4nde zum einzigen Brahmatempel in Indien. In einem Lederwarengesch\u00e4ft in Tempeln\u00e4he deponieren wir unsere Schuhe und unsere Rucks\u00e4cke und begeben uns in Socken oder barfuss in den Tempelbereich. Eine grosse Menge Gl\u00e4ubige steht da ebenfalls an, und sie bringen Blumen und andere kleine Opfergaben mit, die im Tempel deponiert werden.<\/p>\n<p>Danach laufen wir zu einem kleinen See, dessen Wasser heilig ist, und wo sich Gl\u00e4ubige am Ufer mit diesem Wasser \u00fcbergiessen und darin eintauchen. Damit waschen sie sich von ihren S\u00fcnden rein. Zudem k\u00f6nnen wir zwei Frauen beobachten, die mit der Reinigung der Fugen eines Plattenbodens besch\u00e4ftigt sind und sich aus dem See das dazu notwendige Wasser in Eimern holen und auf dem Kopf tragend zum Arbeitsort bringen.<\/p>\n<p>Unser n\u00e4chstes Abenteuer ist eine Kamelwagenfahrt in die umgebende Sandw\u00fcste, um dort den Sonnenuntergang zu beobachten. Die Fahrt ist f\u00fcr uns beide recht beschwerlich, muss man da doch auf eine ebene Fl\u00e4che sitzen. Dabei ist die Fahrt recht holprig und wirkt unliebsam auf Muskeln, Knochen und Gelenke. Die Sonne zeigt sich r\u00f6ter werdend am Horizont und verschwindet dann vorzeitig im Dunst. Und wir fahren zur\u00fcck ich unserer Unterkunft.<\/p>\n<p>Da derzeit in Pushkar ein Hindufest stattfindet, m\u00fcssen wir unser Abendessen ohne Bier oder Wein geniessen. Der Alkoholausschank ist verboten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Mittwoch, 28. Oktober 2026<\/b><\/p>\n<p>Der heutige Tag f\u00fchrt uns nach Jodhpur. Abfahrt ist um acht Uhr. Schon bald erreichen wir die Autobahn. Und da erleben wir etwas ganz Spezielles:<\/p>\n<p>M\u00e4usejagd im Car<br>In unserem Bus erregt pl\u00f6tzlich eine winzige Maus Aufsehen. W\u00e4hrend eines Vortrags unseres Reiseleiters Sumi rennt unerwartet ein solches Lebewesen im Mittelgang nach hinten und versteckt sich unter den Sitzen. Erst nach einiger Zeit taucht das M\u00e4uslein wieder auf, kann sich aber vor dem Fusstritt Sumis retten. Einige Zeit sp\u00e4ter taucht es erneut auf. Sumi gelingt es, das Tierchen in die Fahrerkabine zu lenken. Und dort kann es der Resevefahrer ins Freie entlassen, indem auf der Autobahn, zur H\u00e4lfte auf dem Pannenstreifen, angehalten und die T\u00fcr nach draussen ge\u00f6ffnet wird. Und die Moral von der Geschichte: So gelangen unerw\u00fcnschte Lebewesen in \u00d6kosysteme, wo sie dann unerw\u00fcnscht sind und sogar Schaden anrichten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Unsere Fahrt geht weiter. In Beawar schaltet Sumi eine Pause ein, wo wir in einem kleinen, romantischen Restaurant Kaffee und andere Getr\u00e4nke bestellen. Noch bevor wir Jodhbur erreichen, fahren wir zu unseren linken Seite an einer kleinen Herde Hirsch-Ziegen-Antilopen vorbei. Diese leben hier in freier Wildbahn, gelten als heilige Tiere und sind deshalb gesch\u00fctzt.<\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes fahren wir zu einer Gedenkst\u00e4tte namens Lawaran, die zu Ehren eines Marahadjas von Jodhpur errichtet wurde. Sie ist aus weissem Marmor erbaut. Um sie herum wurden weiter kleinere Denkmale f\u00fcr Mitglieder der K\u00f6nlgsfamilie errichtet. Der ganze Komplex ist seh gepflegt und liegt auf einer Anh\u00f6he mit Aussicht auf die Umgebung, insbesondere auf das Mehrangarh Fort, das wir anschliessen besichtigen. Das ist ein Geb\u00e4udekomplex, der noch etwas h\u00f6her liegt und sowohl als K\u00f6nigspalast als auch als Befestigungsanlage diente. Die Wohn- und Repr\u00e4sentationsbauten sind aus Sandstein aus der Umgebung gefertigt und feinstenst bearbeitet. Von hier aus hat man eine wunderbare Aussicht auf die Stadt Jodhpur, die auch blaue Stadt genannt wird. Weit in der Ferne ist auch der K\u00f6nigspalast zu sehen, wo der aktuelle Maharadja mit seiner Familie wohnt.<\/p>\n<p>Nach dieser Besichtigung f\u00e4hrt unser Bus zum Hotel, wo wir unsere Zimmer beziehen und ein Nachtessen geniessen k\u00f6nnen mit anschliessendem Zuammensitzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Donnerstag, 29. Oktober 2026<\/b><\/p>\n<p>Heute steht eine l\u00e4ngere Fahrt auf dem Programm. Unser Ziel ist Udaipur, etwas mehr als 200 km entfernt. Der Tag beginnt gem\u00e4chlich. Um 08:15 Uhr ist Abfahrt. Zuerst werden wir in Jodhpur in ein Gesch\u00e4ft gef\u00fchrt, wo Textilien, Antiquit\u00e4ten und Schmuck en gros und Detail angeboten werden. Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer pers\u00f6nlich begr\u00fcsst uns und stellt uns den Textilbereich seiner Firma vor. Nach einigen Angaben zum Betrieb stellt er uns handgewobene T\u00fccher von gesch\u00e4tzt drei auf zwei Meter vor, nennt dabei immer, um wa f\u00fcr Material es sich dabei handelt und welche Ber\u00fchmtheiten bei ihm bestellen. Er nennt verschiedene Labels und zeigt uns Beispiele von Produkten, die er seiner Kundschaft lieferte und welche Materialien zu deren Herstellung verwendet werden. Die teuersten T\u00fccher bestehen aus der Wolle wilder Vikunias. Danach folgen Zuchtvikunia-, Yakwolle mit Seide, Kaschmir- und andere T\u00fccher, die er feilbietet. Bei ihm bekommt man diese T\u00fccher in einem Bereich von 50 bis 200 Franken. In den Designerl\u00e4den bewegt sich der Preis daf\u00fcr gem\u00e4ss seiner Ausf\u00fchrungen in einer Spanne von mehreren hundert bis f\u00fcnftausend Franken. Mit Erfolg kann er einige Exemplare verkaufen. Zudem bringt er noch verschiedene Sch\u00e4le, f\u00fcr die er ebenfalls Abnehmer findet.<\/p>\n<p>Die Mittagspause machen wir in einem Touristenrestaurant in R\u2026, wo wir ein gutes Mittagsbuffet vorfinden. Wir geniessen die Pause, denn noch liegt eine Lage Fahrt vor uns.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Station ist der Adinath-Tempel &nbsp;der Jain-Gemeinschaft in Ranakpur. Die Jain-Anh\u00e4nger halten sich streng an f\u00fcnf Grunds\u00e4tze, die in etwa den zehn Geboten der christlichen Religionsgemeinschaften entsprechen. Der Tempel darf nur barfuss betreten werden. Er besticht durch die vielen S\u00e4ulen, alles Unikate, und durch die Skulpturen. Der ganze Bau ist aus Marmor gefertigt und mit reichhaltigen Figuren und Ornamenten versehen \u2013 ein fantastisches Meisterwerk.<\/p>\n<p>Anschliessend befahren wir in unserem Car eine kurvenreiche und enge Passstrasse, die auf eine H\u00f6he von rund 910 m f\u00fchrt. Dabei beginnt es zu regnen. Am Strassenrand hocken Affen, die wahrscheinlich k\u00f6stliche Happen erwarten. Der Regen h\u00f6rt schon bald auf, und langsam dunkelt es ein. In den D\u00f6rfern, die wir passieren, ist immer noch reichlich Betrieb. Schon bald gelangen wir wieder auf eine Autobahn, was das Vorw\u00e4rtskommen beschleunigt. Unterdessen ist es ganz dunkel geworden.<\/p>\n<p>Ca. um halb acht kommen wir vor unserem Hotel in Udaipur an, k\u00f6nnen gleich unsere Zimmer beziehen und anschliessend in der Rooftop-Bar einen Drink und Essen bei angenehmer Temperatur im Freien geniessen.<br><br><\/p>\n<p><b>Freitag, 30. Oktober 2026<\/b><\/p>\n<p>Um acht Uhr treffen wir uns vor dem Hoteleingang und fahren mit dem Bus zum Stadtpark von Udaipur. Dort unternehmen wir einen Spaziergang entlang der geometrisch angelegten Wege und Gartenanlagen. Dazwischen liegen verschiedene reich verzierte Springbrunnen. In den G\u00e4rten wachsen Palmen, B\u00e4ume und kleinere Pflanzen, die die oft stickige und stinkende Luft in den Strassen uns vergessen lassen. Sumi weiss \u00fcber die Nutzung der Anlage viel zu erz\u00e4hlen und zeigt auf, dass diese vor allem von der K\u00f6nigsfamilie und den besser gestellten Leuten zur Verf\u00fcgung stand. Heute ist der Park \u00f6ffentlich.<\/p>\n<p>Danach fahren wir zur\u00fcck zum Hotel und von da aus in die Altstadt, vor den Jagdishtempel, der dem Hindugott Vishnu geweiht ist. \u00dcber eine steile Treppe erreichen wir das Geb\u00e4ude, das nur barfuss betreten werden darf. Also ziehen wir unsere Schuhe aus und deponieren sie. Aus dem Innern dringt eint\u00f6niger Gesang von Instrumenten begleitet nach aussen, wir betreten den Tempel, wo am Boden sitzend eine Frauengruppe singt. Vorne ist ein grosser Mann mit dem Arrangieren von Gegenst\u00e4nden besch\u00e4ftigt. Pl\u00f6tzlich wird ein dunkler Vorhang beiseitegeschoben unddahinter steht die Statue Vishnus. Margrit und ich machen einen Rundgang um die singende Frauengruppe und verlassen das Innere. Der Tempel besteht aus Marmorplatten, die rundherum mit lauter verschiedenen Skulpturen ausgestattet sind. Es ist erstaunlich, was hier an detaillierter Steinhauerarbeit geleistet wurde.<\/p>\n<p>Anschliessend gehen wir durch eine Gasse mit Marktst\u00e4nden auf beiden Seiten zum K\u00f6nigsschloss, dem City Palace von Udaipur, hoch. Die grossartige Anlage liegt auf einer Anh\u00f6he \u00fcber der Stadt und ist bez\u00fcglich ihrer Nutzung dreigeteilt. Ein Teil ist Hotelbetrieb, ein Teil Stadtmuseum und ein dritter Trakt wird von der K\u00f6nigsfamilie bewohnt. Wir widmen dem Museum einen l\u00e4ngeren Besuch und staunen auch hier \u00fcber die Art und Weise, wie dieser Palast gebaut und ausgestattet wurde.<\/p>\n<p>Darauf ist Mittagspause angesagt, die wir im nahen Restaurant verbringen. Sumi gibt uns dabei das weitere Programm f\u00fcr den heutigen Tag bekannt, das um halb f\u00fcnf beginnt. In Tuk-tuks werden wir in halsbrecherischer Fahrt durch enge Gassen und &nbsp;regen Fussg\u00e4nger-, Motorrad- und Tuk-tukverkehr zum Hotel zur\u00fcckgefahren und kommen dort durchgesch\u00fcttelt, aber heil an.<\/p>\n<p>Die Pause verbringe ich mit Schreiben und Fotos ordnen. Zur vorgegebenen Zeit sind wir wieder vor dem Hotel, k\u00f6nnen den Car besteigen und werden damit zum Palast-See gefahren. Dort steigen wir in ein Personenschiff, das uns zur Insel Jagmandir bringt. Auf der Fahrt bewundern wir den Sonnenuntergang, und auf der Insel warten wir das Eindunkeln ab. Im Palast und in den H\u00e4usern am Seeufer werden die Lichter eingeschaltet. Der Effekt stellt sich ein. Die Umgebung leuchtet wunderbar, w\u00e4hrend wir an den Einstiegsort zur\u00fcckfahren. &nbsp;Von der Landungsstelle steigen wir noch zum Palast hoch, wo wir noch viel intensiver die Prachtbauten erfassen k\u00f6nnen. Danach begeben wir uns zu Fuss zum wartenden Car und fahren zur\u00fcck zum Hotel. In der Rooftop-Bar unseres Hotels lassen wir den interessanten Tag im Freien ausklingen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Samstag, 31. Oktober 2026<\/b><\/p>\n<p>Uns steht eine lange Busfahrt bevor. Ziel ist Bundi. Um neun starten wir mit dem Car. In der Stadt herrscht um diese Zeit starker Verkehr. Unsere beiden Chauffeure meistern ihre Aufgabe vorz\u00fcglich und schleusen das lange und schwere Gef\u00e4hrt geistesgegenw\u00e4rtig durch das Chaos. Nach rund zwei Stunden Fahrt machen wir einen Kaffeehalt in einem neuerstellten Resort an der Strasse. W\u00e4hrend der Fahrt gibt es immer wieder Interessantes zu sehen, sei das ein spezielles Gef\u00e4hrt, ein Rindvieh auf dem Mittestreifen, ein Motorradfahrer, der uns auf unserer Fahrspur entgegenkommt, \u2026 Dazu kommt eine abwechslungsreiche Landschaft mit weiten Ebenen und Gebirgsz\u00fcgen, baumreich und gr\u00fcn oder gelb und trocken, kultivierte und wilde Gegenden\u2026<\/p>\n<p>Den Mittagshalt machen wir in einem Resort wenig abseits der Hauptstrasse. Ein paar hundert Meter davon entfernt steht eine Tempelanlage zu Ehren Shivas aus dem 11. Jahrhundert. Das Hauptgeb\u00e4ude ist rund herum mit Skulpturen geschm\u00fcckt, die zum Teil ans Kamasutra erinnern. Die ganze Anlage macht einen vernachl\u00e4ssigten Eindruck und leider sind viele Teile zerst\u00f6rt. Etwas abseits ist ein Wasserfall zu finden, der allerdings infolge der Trockenheit nur noch ein kleines Rinnsal ist. Die Landschaft ist aber wild und sehenswert.<\/p>\n<p>Nun begeben wir uns ebenfalls zum Resort zur\u00fcck und geniessen ein indisches Gericht. F\u00fcr mich gibt es Kichererbsenb\u00e4llchen in einer spicy Sauce und fried rice, f\u00fcr Margrit Fr\u00fchlingsrollen. Beides schmeckt uns.<\/p>\n<p>Die Weiterfahrt bringt uns nach Bundi, wo wir das Hotel beziehen und frei sind bis halb acht. Diese Zeit nutzen wir, um uns in der Stadt zu zweit etwas umzusehen. Wir besuchen den Markt, werden da und dort angehauen und in Kurzgespr\u00e4che verwickelt. Wir kosten Wassern\u00fcsse und bestaunen das riesige Angebot. Angefangen mit landwirtschaftlichen Produkten \u00fcber Esswaren, Kinderspielsachen, Beleuchtungsmittel f\u00fcrs bevorstehende Lichterfest, S\u00fcssigkeiten, Kokosn\u00fcsse, Gew\u00fcrze, K\u00fcchenutensilien etc. ist fast alles f\u00fcr den Normalbedarf zu vorhanden.<\/p>\n<p>Um halb acht stehen vier Tuk-tunks vor dem Hotel bereit. In ihnen werden wir zu drei verschiedenen Standorten mit besonders attraktiven Fotosujets gebracht. Schliesslich ist es jetzt dunkel und der kleine See und das Schloss auf der Anh\u00f6he erstrahlen mit den internen und umliegenden Beleuchtunsquellen gern fotografierte Objekte.<\/p>\n<p>Nach diesem Ausflug treffen wir uns im Restaurant zum Nachtessen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Sonntag, 1. November 2026<\/b><\/p>\n<p>Dieser Tag soll laut Sumi ein \u00dcberraschungstag werden. Wir sind gespannt. Um viertel vor neun, nach dem Herausstellen der Koffer vor die Zimmert\u00fcren, starten wir zu einem Fussmarsch durch Bundi. Grossenteils sind die Strassen und Gassen von Marktst\u00e4nden ges\u00e4umt. Sumi h\u00e4lt an interessanten Stellen an und erl\u00e4utert uns die Zusammenh\u00e4nge. Der erste Halt erfolgt an einem Essensstsnd, wo gut gew\u00fcrzte Gem\u00fcsekrapfen hergestellt und frittiert werden. Als einziger der Gruppe lasse ich mir einen \u00fcberreichen und esse ihn mit Genuss. Danach schauen wir einer Frau zu, die gekochte Wassern\u00fcsse zum Verkauf vorbereitet, indem sie mit einem speziellen Messer zwei Kerben in die Schale macht. Selbstverst\u00e4ndlich probieren sie jetzt fast alle. Sie schmecken \u00e4hnlich wie Maroni. Den Halt an einem Gew\u00fcrzstand nutzt Margrit, um schwarze Pfeffer- und Korianderk\u00f6rner sowie gelbe Linsen zu kaufen. Beim Barbier schauen wir zu, wie er seinem Kunden die Barthaare rasiert und den Schnurbart zurechtstutzt. Unterwegs schauen wir noch in einen Treppenbrunnen, der angelegt wurde, um Grundwasser zu sammeln und zu fassen. Heute haben diese Brunnen keine Bedeutung mehr, da der Grundwasserspiegel als Folge der Klimaerw\u00e4rmung sehr stark gesunken ist. Darauf halten wir an einem Stand an, vor dem eine Menge Leute anstehen. Sumi erkl\u00e4rt, dass arme Familien Anrecht auf staatliche Getreideabgaben haben und dass sie hier mit den entsprechenden Papieren diese Hilfe beziehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Daneben schaue ich auch auf die Geb\u00e4ude und sehe, dass viele von ihnen urspr\u00fcnglich ein ansprechendes Aussehen hatten, aber dass der Unterhalt total vernachl\u00e4ssigt wurde und immer noch wird. Ich frage mich, was die Aussagen Sumis \u00fcber die Sozialhife des Staatea an die niedrigen Kasten bewirken. Er behauptet n\u00e4mlich, dass diese Hilfe dazu beitr\u00e4gt, die Armut des Volkes zu verst\u00e4rken, da die Faulheit der Menschen dadurch belohnt werde. Dazu kommen noch die Verg\u00fcnstigungen, die den Armen im Bildungsbereich gew\u00e4hrt werden, indem sie f\u00fcr die Erreichung von Diplomen von Zusatzpunkten profitieren, f\u00fcr die sie keinen Aufwand betrieben h\u00e4tten. Ein wirklich schwieriges Thema!<\/p>\n<p>Am Ende unseres Spaziergangs k\u00f6nnen wir den Bus besteigen. Die Fahrt endet nach zwei Zwischenhalten um viertel nach drei in Dausa in einem palast\u00e4hnlichen Hotel mit riesigem Park, den wir gegen Abend gemeinsam besichtigen. Der Hotelbetrieb wird erg\u00e4nzt mit einem riesigen Gem\u00fcse- und Kr\u00e4utergarten sowie mit Viehhaltung f\u00fcr die Produktion von Lebensmitteln.<\/p>\n<p>Am Abend ist dann Sumis \u00dcberraschung f\u00e4llig. Er kocht f\u00fcr uns vor unseren Augen ein gemischtes Gem\u00fcsegericht, das wunderbar schmeckt. Und zum Nachtessen spendet er uns ein indisches Buffet mit besten Spezialit\u00e4ten \u2013 ein Gaumenschmaus, den wir in indischer Kleidung geniessen k\u00f6nnen, da die Frauen vorher mit einem farbigen, langen Tuch von einer Fachfrau \u201eFachfrau\u201c umwickelt werden und die M\u00e4nner einen Turban um den Kopf gewickelt bekommen. Mit einem gemeinsam gesungenen Liedchen verdanken wir diese gelungene \u00dcberraschung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Montag, 2. November 2026<\/b><\/p>\n<p>Morgens um viertel vor neun starten wir in Dausa im Car. Die Chauffeure qu\u00e4len sich vorerst durch dichten Stadtverkehr. Erster Halt ist beim gr\u00f6ssten Stufenbrunnen Indiens in Abhaneri. Vorerst aber besuchen wir die Ruine des Marshat Hata-Tempels, der im 8. und 9. Jahrhundert erbaut wurde. Im 10. und 11. Jahrhundert wurde er von den Moslems, die in Agra als Hauptstadt regierten, zerst\u00f6rt und sp\u00e4ter von den Hindus teilweise restauriert. Der Stufenbrunnen daneben stammt aus derselben Zeit und weist eine Tiefw von fast 20 m auf. Wir k\u00f6nnen auf den engen Treppen ein St\u00fcck weit hinuntersteigen und die Architektur dieses Bauwerks bewundern. Es ist erstaunlich, wie dieses Bauwerk, das einer in den Boden hinein gegrabenen und mit Stufen versehenen Pyramide \u00e4hnelt.<\/p>\n<p>Als N\u00e4chstes halten wir bei einem Ziegenmarkt. Hier herrscht ein sagenhaftes Chaos. Unser Car steht zur H\u00e4lfte noch auf dem linken Fahrstreifen der Autobahn. \u00dcberall stehen Leute und Fahrzeuge herum. In einem mit einer Hecke abgetrennten Areal werden Ziegen gehandelt und abtransportiert, auf Kleintransportern, auf riesigen Viehtransportern und ein Exemplar sogar auf einem Moped zwischen dem Fahrer und dem Mitfahrer. Die Ziegen sind sehr verschiedenfarbig und lassen die Behandlung gelassen \u00fcber sich ergehen.<\/p>\n<p>Mittagessen ist in einem Touristenresort mit reichhaltigem Buffet. Um halb drei treffen wir im Hotel in Agra ein und verbringen die Zeit bis zum Abendessen mit der Verarbeitung der zahlreichen Eindr\u00fccke.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dienstag, 3. November 2026<\/strong><\/p>\n<p>Schon um 5 Uhr morgens treffen wir uns in der Hotellobby. Ein weiterer H\u00f6hepunkt steht uns bevor. Noch ist es dunkle Nacht, als wir uns zur Strasse vor dem Hotel begeben. Fahrzeuge mit und ohne Licht, aber sicher mit Hupe, sind unterwegs. Auf unseren Car m\u00fcssen wir noch etwas warten. Und nun geht\u2019s los. Wir werden ein St\u00fcck weit gefahren, dann erfolgt der Umstieg auf einen kleinen Elektrobus, und der f\u00e4hrt uns zum Eintrittsbereich des Weltkulturerbes der UNESCO, zum TAJ MAHAL. Hier heisst es Anstehen. Vor uns ist schon eine betr\u00e4chtliche Menschenmenge, hinter uns wird die Schlange l\u00e4nger und l\u00e4nger. Um sechs \u00f6ffnet das Tor. Alle Besucher werden durch Sicherheitsleute gepr\u00fcft. Teils m\u00fcssen sie ihre Taschen \u00f6ffnen und sie durchsuchen lassen. Mir einem Metalldetektor werden wir gescannt und der K\u00f6rper wird abgetastet. Nach diesem Sicherheistest gelangt man ins Areal. Ein Riesenrun geht los. Viele Leute wollen sich exakt auf der Symmetriachse des Geb\u00e4udes ablichten lassen, und das in verschiedenen Posen. So bildet sich schnell eine l\u00e4ngere Schlange. Ander steuern auf das Geb\u00e4ude zu, um ins Innere tu gelangen, das nur barfuss oder in mitgebrachten Socken oder mit zur Verf\u00fcgung gestellten \u00dcberschuhen betreten werden darf. Mitten im Innenraum steht der Sarkophag der indischen Kaiserin Mumtaz Mahal, die mit 39 Jahren bei der Geburt ihres 14. Kindes starb. Assymmetrisch daneben steht der Sarg ihres Mannes Shah Jahan, der einige Jahre sp\u00e4ter verstarb.<\/p>\n<p>Wir verbringen einige Zeit im sehr sch\u00f6n gepflegten Areal, staunen ob den kunstvollen Einlegearbeiten am Denkmal und beobachten Kuhreiher, Hirtenmainas und Palmenh\u00f6rnchen. Nach dem einmaligen Besuch dieser historischen St\u00e4tte werden wir zum Morgenessen ins Hotel zur\u00fcckgefahren.<\/p>\n<p>Nun will uns Sumi die topmoderne Metro von Agra zeigen. Wir fahren dazu mit ihr von der Station \u201eCaptain Shubham Gubta\u201c bis \u201eDr. Ambetkar Chowk\u201c, von wo aus wir das Rote Fort, ein Festunsanlage mit Palast, die auf die islamischen Kaiser (Moguln) zur\u00fcckgehen, die ab dem 16. bis ins 19. &nbsp;Jahrhundert praktisch den ganzen Subkontinent beherrschten und von den Briten abgesetzt wurden, wobei ihr Reich unter britische Herrschaft geriet. Auch diese Besichtigung zeugt vom hohen Standart Indiens in fr\u00fcheren Zeiten. Palast und Festung sindvon beeindruckender Architektur und zeugen von den grossen F\u00e4higkeiten der Planer und Erbauer.<\/p>\n<p>Nach der Besichtigung des Forts fahren wir im Bus auf die andere Seite des Flusses Yamuna. Dort liegt das Baby Taj (offiziell das&nbsp;Itimad-ud-Daula-Mausoleum). Es ist ein&nbsp;Mogul-Mausoleum, das als direkter Vorl\u00e4ufer und Entwurf f\u00fcr das weltber\u00fchmte Taj Mahal gilt. Es wurde dieses aus einem harten, weissen Marmor erbaut, der aus Indien stammt, und ebenfalls reichlich mit Einlegearbeiten verziert.<\/p>\n<p>Nach dieser Besichtigung machen wir Pause in einem Restaurant und geniessen eine Erfrischung, ein Mango Lassi, um uns auf den n\u00e4chsten H\u00f6hepunkt vorzubereiten, n\u00e4mlich den Besuch eines Betriebs, der Einlegearbeiten an aus weissem Marmor gefertigten Gebrauchs- und Kunstgegenst\u00e4nden erstellt. Wir bekommen von Fachleuten vorgef\u00fchrt, wie sie an von Hand betriebenen Schleifsteinen zum Teil winzigste St\u00fccke von Halbedelsteinen zurechtschleifen, wie die passenden Vertiefungen in die Marmorgegenst\u00e4nde mit spitzen, sehr harten Stiften hineingrafieren und wie dann diese in den Vertiefungen befestigt und anschliessend die Oberfl\u00e4chen ganz fein geschliffen werden. Die Arbeit ist anspruchsvoll und erfordert viel Geschick und Konzentration.<\/p>\n<p>Das Abendessen nehmen wir in einem guten Restaurant mit lauter Musik ein. Es schmeckt vorz\u00fcglich, allerdings hat Sumi viel zu tun mit der Erkl\u00e4rung der Menu-Karte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Mittwoch. 4. November 2026<\/b><\/p>\n<p>Um zehn Uhr treffen wir uns in der Lobby unseres Hotels, bereit f\u00fcr eine lange Fahrt nach Delhi.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Donnerstag, 22. Oktober 2026 Schon fr\u00fch sind wir wach und auch etwas nerv\u00f6s. Unsere Abreise steht bevor. Nachdem wir uns bereit gemacht, die Wohnung fertig aufger\u00e4umt und alle elektrischen Ger\u00e4te ausgeschaltet haben, machen wir uns auf den Weg zur Bahnstation. Um 06:20 Uhr f\u00e4hrt der Zug nach Olten. 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